Olympia-Gold für die USA: Eishockey-Ikone Hilary Knight krönt Karriere im epischen Finale
USA gewinnen Olympia-Gold: Hilary Knight krönt Karriere

Olympia-Gold für die USA: Eishockey-Ikone Hilary Knight krönt Karriere im epischen Finale

Es war ein Kampf der Giganten, der in die Geschichte eingehen wird: Die USA gegen Kanada, Hilary Knight gegen Marie-Philip Poulin – die beiden größten Eishockeyspielerinnen aller Zeiten standen sich im Olympia-Finale in Mailand gegenüber. Nach einem atemberaubenden Duell und einer packenden Verlängerung feierten die US-Frauen mit einem 2:1-Sieg den olympischen Triumph. Für Hilary Knight, die ewige Kontrahentin der kanadischen Superstarin, war es der perfekte Abschluss einer legendären Karriere.

Ein magischer Moment für eine Legende

„Das ist ein magischer Moment, und ich versuche gerade, einfach alles aufzusaugen“, sagte die 36-jährige Knight nach dem epischen Finale. Ihre Worte spiegeln die Emotionen wider, die dieses Spiel prägten. Nur einen Tag nach ihrem vielbeachteten Heiratsantrag an US-Eisschnellläuferin Brittany Bowe schrieb Knight erneut Geschichte. Mit ihrem Ausgleichstor zwei Minuten vor Schluss der regulären Spielzeit rettete sie ihr Team und brachte es in die Verlängerung. Dort traf Abwehrspielerin Megan Keller zum entscheidenden 2:1-Sieg, der den dritten US-Olympiasieg nach 1998 und 2018 besiegelte.

Für Knight und wahrscheinlich auch für Poulin (34), die oft als Cristiano Ronaldo und Lionel Messi des Frauen-Eishockeys bezeichnet werden, waren es die letzten Winterspiele. „Legenden tun legendäre Dinge“, kommentierte Stürmerin Abbey Murphy den Sieg. Knight, die seit 2007 für die USA spielt, zeigte einmal mehr, warum sie als eine der besten Spielerinnen aller Zeiten gilt. „Das ist das beste US-Eishockeyteam, in dem ich jemals gespielt habe“, betonte sie stolz.

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Rekorde und historische Leistungen

Mit ihrem Tor im Finale schrieb Knight olympische Geschichte: Sie ist nun die Rekordspielerin der USA bei Olympischen Spielen. Keine andere Spielerin erzielte so viele Tore oder sammelte so viele Scorerpunkte wie sie. Trotz zehn Weltmeistertiteln und zahlreicher individueller Bestmarken stand sie auf höchstem Niveau oft im Schatten von Marie-Philip Poulin. Doch in Mailand drehte sich das Blatt. „Als sie traf, war uns klar, dass wir gewinnen werden“, sagte Stürmerin Taylor Heise. Kendall Coyne Schofield, selbst eine US-Ikone, fasste es treffend zusammen: „Poetisch.“

Die USA hatten sich bereits in der Vorrunde als starke Mannschaft präsentiert und Rekord-Olympiasieger Kanada mit 5:0 geschlagen. Bis zum Finale stellten sie mit fünf Spielen in Serie ohne Gegentor einen olympischen Rekord auf. Im finalen Duell mit dem Erzrivalen wirkte der Favorit jedoch zunächst nervös. Bis zu Knights Ausgleich war es ein harter, körperbetonter Kampf, der die Spannung bis zur letzten Sekunde aufrechterhielt.

Das Ende einer Ära

Seit 2010, als Poulin als 18-Jährige Kanada in Vancouver zum 2:0-Sieg gegen die USA schoss, standen sich stets diese beiden Nationen mit ihren Protagonistinnen im Olympia-Finale gegenüber. In vier Endspielen in Serie traf Poulin dabei – ein Olympia-Rekord, den bislang nicht einmal ein Mann erreichte. In Mailand ging sie jedoch erstmals leer aus. An der Seite ihrer Ehefrau Laura Stacey, die ihr einiges an Eiszeit abnahm, konnte Poulin nicht an ihre früheren Leistungen anknüpfen.

Poulin war seit einem heftigen Check in der Vorrunde gegen Tschechien angeschlagen und wirkte im Finale nicht ganz fit. Dennoch konnte sie auf Augenhöhe gratulieren. In ihrer Heimat ist sie eine Ikone, die genauso bekannt ist wie männliche Eishockey-Superstars Connor McDavid oder Sidney Crosby. Ihr Konterfei ziert Becher einer Fastfood-Kette, und eine Barbie ist nach ihr gestaltet. 2022 engagierte das NHL-Team der Montreal Canadiens die Franko-Kanadierin, um Top-Talente auf die Karriere in der nordamerikanischen Profiliga vorzubereiten.

Nach dem Spiel umarmte Poulin ihre ewige Rivalin Knight voller Hochachtung. „Ich fühle einfach nur Dankbarkeit“, sagte Knight, die mit diesem Sieg nicht nur Gold gewann, sondern auch ihre Karriere als Champion krönte. Für die Fans markiert dieses Finale das Ende einer Ära, die das Fraueneishockey fast zwei Jahrzehnte lang prägte. Die Legenden Knight und Poulin verabschieden sich von der olympischen Bühne, aber ihre Geschichten werden noch lange nachhallen.

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