1:1 im Derby: Nürnberg dreht nach Klose-Standpauke auf
1:1 im Derby: Nürnberg dreht nach Klose-Wutrede auf

Hat ein Frankenderby schon einmal zwei solch unterschiedliche Halbzeiten gesehen? Nach einer phasenweise bodenlosen Leistung sah der 1. FC Nürnberg gegen aufopferungsvoll kämpfende Fürther vor der Pause lange wie der sichere Verlierer aus, lag aber nur mit 0:1 (13.) durch Felix Klaus (33) zurück. Bis zur Nachspielzeit! Denn wie zuletzt gegen Magdeburg (1:1) stellte wieder ein überraschendes Tor durch FCN-Kapitän Fabio Gruber (23) den ersten Durchgang völlig auf den Kopf.

Umgekehrtes Bild in der zweiten Hälfte

In Durchgang 2 bettelte das Kleeblatt um das 1:2, und der FCN musste eigentlich das 276. Frankenderby für sich entscheiden. Doch der Club ließ den Erzrivalen diesmal am Leben und schenkte Fürth so einen Punkt Hoffnung. Torschütze Gruber zeigte sich angefressen: „Wir können mit diesem Ergebnis auf gar keinen Fall gut leben. Die erste Halbzeit war nicht gut, aber insgesamt hatten wir mehr Chancen. Wir sind Nürnberg, dementsprechend war unser Anspruch, hier heute das Derby zu gewinnen.“

Klose wird in der Kabine laut

Noch kritischer zeigte sich Nürnbergs Cheftrainer Miroslav Klose (47). Dass seine Mannschaft zum wiederholten Mal zwei Gesichter zeigte und anfangs keine Einstellung zum Derby fand, ließ den Weltmeister in der Kabine – trotz des späten Ausgleichs – laut werden: „Ich habe denen gleich den Zahn gezogen, als sie lachend in der Kabine saßen. Ich habe Ihnen klar gesagt: Das ist nicht meine Mannschaft. Das ist nicht meine Art, meine Einstellung, wie man in ein Derby gehen sollte. Wir haben nur reagiert, nur lange Bälle gespielt.“ Eine Kabinenansprache, die offenbar wirkte: Nach der Pause spielte fast nur noch Nürnberg und kam gegen schwimmende Fürther plötzlich reihenweise zu hochkarätigen Chancen. Aber Becker (55.), Justvan (57./67.), Yilmaz (70.) und Lubach (71.) verpassten die Entscheidung.

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Fürth kann mit dem Remis leben

Und Fürth? Bis auf einen Schuss von Srbeny (77.) übten die Gastgeber kaum noch Druck aus und konnten so mit dem Remis (zumindest am Ende) durchaus leben. Und das nach dieser überlegenen ersten Halbzeit! Kleeblatt-Cheftrainer Heiko Vogel (50) meinte: „Wir haben es verpasst, den Sack zuzumachen. Wir lassen den Gegner unnötig zum Ausgleich kommen. Das war ein Wirkungstreffer für meine Mannschaft. Danach haben wir nicht mehr das investiert, was man investieren muss.“ Und deswegen muss Fürth mehr denn je um den Klassenerhalt bangen. Nürnberg bekommt es dagegen am nächsten Samstag (20.30 Uhr) mit dem neuen Zweitligameister Schalke 04 zu tun – ein Spiel um die goldene Ananas.

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