Terminkollision im Mai: 1860 München vor entscheidender Pokal-Partie
Die Kalender von TSV 1860 München und Trainer Markus Kauczinski könnten sich im Mai 2026 als überraschend voll erweisen. Während sich der Verein auf das entscheidende Totopokal-Halbfinale am Samstag gegen SSV Jahn Regensburg vorbereitet, zeichnet sich am Horizont bereits eine mögliche Terminkollision ab, die den Fußballromantiker in Aufregung versetzen könnte.
Kauczinskis Urlaubsplanung auf wackligen Füßen
„Meine Frau fragt schon immer: ‘Wann ist Urlaub?’ Aber die Termine stehen schon in meinem Kalender“, gab Markus Kauczinski, Cheftrainer des TSV 1860, mit einem Augenzwinkern zu. Hinter der scherzhaften Bemerkung verbirgt sich jedoch eine ernsthafte sportliche Rechnung: „Das wäre keine schlechte Konstellation, denn das würde bedeuten, dass wir morgen gewinnen und auch andere Sachen gut gemacht haben.“
Das Szenario, das Kauczinskis Ehefrau Christiane entweder zu Geduld oder zu Alleinreisen zwingen könnte, sieht konkret so aus: Am Freitag, den 22. Mai und Dienstag, den 26. Mai 2026, finden die Relegationsspiele zwischen Zweiter und Dritter Liga statt. Der TSV 1860 müsste diese Partien bestreiten, falls der Verein den dritten Platz in der 3. Liga erreicht – eine Möglichkeit, die nach dem jüngsten Rückschlag gegen den MSV Duisburg (1:2) und dem aktuellen siebten Tabellenplatz allerdings in weitere Ferne gerückt ist.
Totopokal als Schlüssel zum DFB-Pokal
Parallel dazu könnte am Samstag, den 23. Mai, das Finale des bayerischen Totopokals anstehen. Hier wartet mit dem Regionalligisten Würzburger Kickers genau jener Gegner, den 1860 München im Jahr 2020 beim einzigen Totopokal-Triumph im Elfmeterschießen besiegte. Ein Finaleinzug wäre nicht nur prestigeträchtig, sondern würde dem Verein auch den lukrativen Einzug in den DFB-Pokal ermöglichen – allein die Teilnahme an der ersten Runde würde über 200.000 Euro in die klammen Kassen des Giesinger Vereins spülen.
„Wir wollen unbedingt zeigen, dass wir es besser können!“, betont Kauczinski mit Blick auf das anstehende Halbfinale gegen Regensburg. Der Trainer denkt dabei mit Grauen an die 0:4-Klatsche im Drittliga-Hinspiel zurück, als 1860 beim Jahn komplett versagte. „Regensburg ist eine kompakte Mannschaft, die uns vom Tempo her fordert und als Team homogen und geschlossen auftritt“, lobt Kauczinski den Kontrahenten, um anschließend klar zu stellen: „Unser Anspruch ist, zu zeigen, dass wir es besser können als im Ligaspiel. Es war die schlechteste Saisonleistung, die wir geboten haben.“
Aufstiegstraum und Tattoo-Versprechen
Interessanterweise könnte genau dieses Debakel dazu beigetragen haben, dass 1860 München die sportliche Kurve bekam. „Danach haben wir uns durchgeschüttelt und gemerkt, dass es nicht der richtige Weg ist“, erklärt der Trainer. In einem Interview mit Sport1 ging Kauczinski sogar so weit, ein Tattoo-Versprechen abzugeben – ein ungewöhnlicher, aber beschwörender Schachzug, wie er selbst einräumt: „Ich habe das gesagt, weil ich immer noch glaube, dass was geht! Wir haben, seit ich hier bin, schon zwei Serien gestartet.“
Ob alle guten Sechzger-Serien tatsächlich drei sind, wird sich im Liga-Endspurt zeigen. Fest steht: Der Verein steht an einem sportlichen Scheideweg. Ein Finaleinzug im Totopokal könnte nicht nur finanziell, sondern auch psychologisch wertvoll sein – ein legales Dopingmittel im Aufstiegskampf, bevor es in der Liga ans Eingemachte geht.
Mögliche Verschiebung des Pokalfinales
„Es war erwartbar, dass wir irgendwann wieder verlieren. Die Frage ist nur, wie wir da rauskommen“, so Kauczinski über die Duisburg-Pleite in dem Wissen, dass sich 1860 nun im Pokal wie in der Liga keine weiteren Niederlagen mehr erlauben darf. Sollte der Verein tatsächlich sowohl die Relegation als auch das Totopokal-Finale erreichen, würde dies zu einer kuriosen Terminkollision führen.
Nach Informationen der AZ würde in einem solchen Fall wahrscheinlich das Pokalfinale nach hinten verschoben werden müssen. Eine Lösung, die den Vereinsverantwortlichen Kopfzerbrechen bereiten würde, aber gleichzeitig ein deutliches Zeichen für den sportlichen Erfolg des Traditionsvereins wäre.
Bevor sich 1860 München jedoch über diese großartige Rechnung den Kopf zerbrechen kann, muss am Samstag im Jahnstadion das Final-Ticket gelöst werden. Die Partie gegen Regensburg (14 Uhr) entscheidet nicht nur über den Einzug ins Totopokal-Finale, sondern könnte den Grundstein für einen denkwürdigen Mai 2026 legen – einen Mai, in dem Markus Kauczinski definitiv keinen Urlaub nehmen wird.



