Chaos im Pokalfinale: 23 Rote Karten nach Massenschlägerei in Brasilien
Das hochbrisante Stadtderby zwischen Cruzeiro und Atlético Mineiro in Belo Horizonte ist am Sonntagabend in der Nachspielzeit völlig eskaliert. Was als spannendes Finale des regionalen Pokalwettbewerbs „Campeonato Mineiro“ begann, endete in einem handfesten Tumult, der sowohl auf dem Rasen als auch auf den Rängen für Aufruhr sorgte.
Prominente Spieler im Zentrum des Geschehens
Im Mittelpunkt der Auseinandersetzung standen zwei besonders bekannte Gesichter: Atlético Mineiros Kapitän Hulk, der ehemalige brasilianische Nationalspieler, sowie der erst 17-jährige Abwehrspieler Kaua Prates, der im Sommer einen Wechsel in die Bundesliga zu Borussia Dortmund vollziehen wird. Beide waren aktiv in die Massenschlägerei verwickelt, die schließlich zum vorzeitigen Abbruch der Partie führte.
Auslöser und Eskalation der Gewalt
Der entscheidende Moment ereignete sich in der sechsminütigen Nachspielzeit, als nur noch wenige Sekunden auf der Uhr standen. Cruzeiros Angreifer Christian kollidierte nach einem Schussversuch heftig mit Atlético-Torwart Everson, der seinen Gegenspieler daraufhin mit den Knien zu Boden drückte. Innerhalb von Sekunden entwickelte sich daraus eine massive Rudelbildung, bei der sich fast alle Spieler beteiligten. Faustschläge und Tritte flogen, die Situation geriet völlig außer Kontrolle.
Einsatz von Sicherheitskräften und Spielabbruch
Rund zehn Minuten benötigten Sicherheitskräfte und sogar die Militärpolizei, um die Lage auf dem Platz wieder unter Kontrolle zu bringen. Bemerkenswert ist, dass Schiedsrichter Matheus Delgado Candançan vor der Massenschlägerei keine einzige gelbe oder rote Karte gezeigt hatte. Nach der Beruhigung der Situation wurde die Partie beim Stand von 1:0 für Cruzeiro schließlich abgebrochen.
Hulk äußert sich zu den Vorfällen
Der 39-jährige Hulk zeigte sich im Nachhinein reumütig, wies aber auch auf Versäumnisse der Schiedsrichterführung hin. „Ich habe dem Schiedsrichter schon zu Beginn des Spiels gesagt, dass es Ärger geben würde. Er hatte keine Persönlichkeit. (...) Er hatte Angst, das Finale zu pfeifen“, erklärte der erfahrene Stürmer. Gleichzeitig entschuldigte er sich für sein eigenes Verhalten: „Ich werde nicht müde werden, mich zu entschuldigen. Wir versuchen zu beschwichtigen, aber wenn man heißblütig ist und sieht, wie ein Mitspieler angegriffen wird, reagiert man automatisch. Trotzdem hätte das so nicht passieren müssen.“
Die 23 roten Karten, die nachträglich im Spielbericht vermerkt wurden, stellen einen außergewöhnlichen Rekord dar und unterstreichen die Heftigkeit der Auseinandersetzung. Dieser Vorfall wirft nicht nur Fragen nach der Spielkultur im brasilianischen Fußball auf, sondern auch nach der angemessenen Vorbereitung und Kontrolle bei hoch emotionalen Derbys.



