Albert Riera in Frankfurt: Eine Trainer-Ära ohne Perspektive
Seit genau zehn Spielen steht Albert Riera an der Seitenlinie von Eintracht Frankfurt. Der 44-jährige Spanier trat im Februar mit großen Worten an: Seine Spieler würden für ihn vom Balkon springen, versprach er damals. Zwei Monate später wären die Eintracht-Fans bereits froh, wenn die Profis einfach nur einen ordentlichen Ball in die Spitze spielen könnten. Sogar die Einwürfe wollte Riera auf ein neues Niveau heben, doch tatsächlich wäre der Frankfurter Bundesligist besser bedient, wenn die Abwehr endlich einmal entscheidende Zweikämpfe gewinnen würde.
Keine sportliche Verbesserung unter Riera
Fakt ist: Geändert hat sich in den zehn Partien unter dem Nachfolger von Dino Toppmöller kaum etwas. Im Gegenteil – die Stimmung rund um den traditionsreichen Klub ist sogar noch schlechter geworden, weil Riera als vorderster Frontmann in den vergangenen Wochen kaum Sympathiepunkte sammeln konnte. Das grundlegende Problem: Der sogenannte Emo-Coach nimmt dem Frankfurter Bundesligisten sowohl auf als auch außerhalb des Platzes das positive Gefühl, das sich Eintracht auf nationaler und internationaler Ebene in den vergangenen Jahren hart erarbeitet hatte.
Dem gegnerischen Trainer nach einem Sieg auf der Pressekonferenz zu gratulieren? Das entspricht nicht Rieras Stil. Seine Spielanalysen? Damit versucht der Trainer meist nur, die eigene Taktik zu rechtfertigen. Diese Haltung irritierte nach der deutlichen Pleite gegen RB Leipzig nicht nur TV-Experte Lothar Matthäus. Trifft man bei Bundesliga-Spielen auf Vertreter der Konkurrenz, spürt man deutlich, dass es für sie ein besonderer Genuss ist, Riera mit Eintracht verlieren zu sehen.
Kuriose Reaktionen und mangelnde Identifikation
Selbst die treuen Eintracht-Fans fremdeln mittlerweile mit ihrem Trainer. Riera wirkt distanziert und zeigt keinerlei Bezug zur Stadt Frankfurt. Er versteht offenbar noch nicht, wie man die leidenschaftlichen Frankfurt-Anhänger in Wallung bringen kann. Noch problematischer: Es scheint ihn auch nicht sonderlich zu interessieren. Als er vergangene Woche in einer Pressekonferenz darauf angesprochen wurde, wie er eigentlich die Frankfurter Innenstadt findet, sprach er plötzlich über Social-Media-Posts, fand aber kein einziges positives Wort über die Stadt am Main.
Diese Haltung ist nicht nur unklug, sondern gefährdet seine Position nachhaltig. Vielleicht sollte Riera einmal bei Oliver Glasner anrufen. Der aktuelle Trainer von Crystal Palace, der in Frankfurt immer noch sehr beliebt ist, könnte ihm erklären, wie er als ehemaliger Wolfsburger ein zunächst ebenfalls schwieriges Verhältnis zu den eigenen Fans erfolgreich drehte – mit echter Identifikation, spürbarer Empathie und authentischer Frankfurt-Liebe, die sich natürlich vor allem in großen Siegen manifestierte.
Sportliche Misserfolge und fehlende Sympathie
Bislang gibt es für Albert Riera bei Eintracht Frankfurt jedoch vor allem Niederlagen gegen die großen Konkurrenten. Dabei benötigt der Trainer dringend sowohl Siege als auch Sympathie. Ohne diese beiden essentiellen Faktoren hat er weder menschlich noch sportlich eine Zukunft bei dem Bundesligisten. Die Bilanz nach zehn Spielen spricht eine deutliche Sprache, und die Perspektiven erscheinen düster. Riera muss schnellstmöglich sowohl auf dem Platz als auch im Umgang mit Fans und Stadt überzeugen, sonst wird seine Zeit in Frankfurt früher enden als viele erwartet hatten.



