Union-Berlin-Star Ilyas Ansah lehnt WM mit Ghana ab - Fokus auf deutsche U21
Ansah sagt WM-Teilnahme mit Ghana ab - bleibt bei deutscher U21

Union-Berlin-Talent Ansah wählt deutsche U21 über WM-Teilnahme mit Ghana

Eine bedeutende sportliche Weichenstellung hat Ilyas Ansah (21) vom 1. FC Union Berlin getroffen. Trotz intensiver Bemühungen des ghanaischen Fußballverbands unter Trainer Otto Addo (50) hat sich der Offensivspieler gegen eine Teilnahme an der Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko entschieden. Ansah, dessen Eltern aus Ghana stammen, begründet seine Entscheidung mit dem Wunsch, seine aktuelle Entwicklung bei Union Berlin voll auszukosten.

„Ich sauge das ganze Drumherum auf“ – Ansahs klare Prioritätensetzung

„Ich habe mich entschieden, das ganze Drumherum, das ich gerade bei Union erlebe, aufzusaugen und weiter für die deutsche U21 zu spielen“, erklärt der 21-Jährige. „Nach Abschluss der U21-Europameisterschaft werde ich mich im nächsten Jahr damit befassen und eine Entscheidung treffen. Stand jetzt fahre ich nicht mit Ghana zur WM.“ Damit schließt Ansah die Tür zu einer WM-Teilnahme mit dem westafrikanischen Land vorerst – und konzentriert sich vollständig auf den deutschen Nachwuchs.

Die nächste U21-Europameisterschaft findet im Sommer 2027 in Albanien und Serbien statt. Für die deutsche U21-Nationalmannschaft kann Ansah bislang auf sechs Einsätze und ein Tor verweisen. Sein Traumstart bei Union Berlin nach seinem Wechsel aus Paderborn für vier Millionen Euro im Sommer 2025 – vier Tore in den ersten vier Spielen – unterstreicht sein Potenzial.

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Bewegende Einblicke: Ansah spricht über Rassismus-Erfahrungen

Neben seiner sportlichen Entscheidung äußert sich der Union-Angreifer auch zu gesellschaftlich relevanten Themen. Besonders bewegt hat ihn die Rede von Vincent Kompany (39) zum Rassismus-Skandal nach den Beleidigungen gegen Real Madrids Vinicius Jr. (25) durch Benfica-Spieler Gianluca Prestianni (20).

„Es ist wichtig, dass darüber gesprochen wird“, betont Ansah. „So etwas darf nicht unter den Teppich gekehrt werden. So etwas darf im Fußball nicht passieren, dafür darf es keinen Platz geben. Deswegen finde ich es wichtig, dass sich eine Person in so einer Rolle wie Kompany die Zeit nimmt und dazu etwas sagt.“

Persönliche Erfahrungen und differenzierte Betrachtung

Der Offensiv-Star der Köpenicker berichtet auch von eigenen Rassismus-Erlebnissen während seiner Karriere, die beim SC Lüdenscheid begann, über Stationen in Bochum und bei der SF Siegen nach Paderborn und schließlich nach Berlin führte. „Persönlich habe ich auch schon die eine oder andere Erfahrung gemacht, das ist nicht einfach“, gesteht Ansah.

„Mir ist so etwas in der Kreisliga passiert, in der Bundesliga bisher nicht. Das heißt aber nicht, dass die Menschen in der Kreisliga alle rassistisch sind. Es gibt überall gute Menschen, auf die wir uns fokussieren sollten. Und die schlechten müssen trotzdem zur Rechenschaft gezogen werden.“ Diese differenzierte Haltung zeigt einen jungen Spieler, der trotz negativer Erfahrungen eine ausgewogene Perspektive bewahrt.

Ansahs Entscheidung gegen Ghana und für die deutsche U21 markiert einen wichtigen Schritt in seiner internationalen Karriere. Gleichzeitig positioniert er sich mit seinen klaren Worten zu Rassismus als reflektierter Sportler, der gesellschaftliche Verantwortung übernimmt.

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