Nach Duisburg-Pleite: Der Aufstiegstraum der Löwen ist noch lange nicht beendet
Die bittere Last-Minute-Niederlage beim MSV Duisburg schmerzt gewaltig, doch der Traum vom großen Wurf ist beim TSV 1860 München noch lange nicht ausgeträumt. Vor 24.394 Zuschauern in der Schauinsland-Reisen-Arena erlebten die Löwen einen herben Rückschlag im Aufstiegsrennen der Dritten Liga, doch die Saison ist noch nicht entschieden. Die AZ nennt sechs überzeugende Gründe, warum die Blauen aus Giesing weiterhin an den Aufstieg glauben dürfen.
Tabellarische Realität und rechnerische Möglichkeiten
Der 30. Spieltag ist absolviert, was nach Adam Riese bedeutet: Satte 24 Punkte sind noch zu holen, bevor die Saison endgültig zu Ende geht. Mit fünf Punkten Rückstand auf Platz drei und sechs Zählern auf Rang zwei bleibt das Aufstiegsziel mathematisch durchaus erreichbar. Kevin Volland erkennt realistisch: "Wir haben noch acht Spiele und so, wie ich Duisburg heute gesehen habe, werden die auch noch den ein oder anderen Punkt liegenlassen." Diese Einschätzung trifft gewiss nicht nur auf die Zebras zu.
Der ungebrochene Giesinger Glaube
"Aufgeben tut ma nur an Brief" – diese Haltung hatte Torhüter Thomas Dähne bereits vor dem Duell im AZ-Interview über den unerschütterlichen Giesinger Glauben erklärt. Nach der Pleite in Duisburg stieß Kevin Volland in dasselbe Horn: "Es gibt gar keinen Grund, irgendwie nervös zu werden." Fazit: Diese Truppe glaubt nach wie vor an sich selbst, was eine der wichtigsten Zutaten für den großen Wurf darstellt.
Die Erfahrung von Trainerfuchs Kauczinski
Michael Kauczinski hat bereits zwei Aufstiege erlebt und weiß genau, wie man das Tor zur Zweiten Liga aufstößt. Der Trainer analysiert nüchtern: "Es ist schade, dass wir ein bisschen Boden verloren haben. Aber wir werden wieder aufstehen, müssen daraus lernen und weitermachen!" Nach dem 0:4 bei Jahn Regensburg in der Hinrunde und dem 1:2 beim VfB Stuttgart II hat Kauczinski schon zwei Mal die richtigen Schlüsse aus Niederlagen gezogen und 1860 zu Siegesserien gecoacht. Eine Wiederholung dieser Reaktion ist keineswegs ausgeschlossen.
Die konstante Defensive als Rückgrat
Fünf Siege in Serie, gefolgt vom 0:0 gegen Wehen Wiesbaden und dem 1:2 in Duisburg – insgesamt zeigt sich 1860 erstaunlich konstant. Kevin Volland betont das funktionierende große Ganze: "Wir müssen schauen, dass wir aus den kleinen Fehlern lernen, weitermachen und die restlichen Spiele so anzugehen, wie wir es in der Rückrunde gemacht haben." Abwehrchef Max Reinthaler steht sinnbildlich für das seit Monaten stabilisierte Bollwerk. Trotz der Niederlage stand 1860 auch beim MSV lange Zeit kompakt und hat in den letzten sieben Spielen nur vier Gegentore kassiert. Halten Reinthaler und seine Mitstreiter auch in den verbleibenden acht Partien weitgehend dicht, besitzt der TSV genau das, was es braucht, um noch einmal ganz oben anzugreifen.
Der X-Faktor namens Kevin Volland
Der Ex-Nationalspieler befindet sich seit Wochen in bestechender Form, was nicht bedeutet, dass dem 33-jährigen Spielmacher mit vier Toren und neun Assists in 26 Spielen alles gelingt. Er geht jedoch als Führungsspieler, als Löwen-Kämpfer und torgefährlicher Kreativkopf voran. In Duisburg sprang sein Schuss an den Innenpfosten heraus, in der Vorwoche vergab Tim Danhof eine Großchance. Drehen sich solche knappen Momente wieder, wird 1860 erneut Siege einfahren.
Die natürliche Verfolgerrolle
"Ich denke, die Verfolgerrolle liegt uns" – diese Aussage traf Kevin Volland in den vergangenen Wochen gleich mehrfach. Man stelle sich nur vor, wie das Umfeld in diesem turbulenten Traditionsverein durchdrehen würde, hätte Sechzig den Sprung auf die Aufstiegsränge jetzt schon geschafft. Die Löwen können sich also aufraffen, sich wieder anpirschen – und im entscheidenden Moment zupacken. Die Achterbahnfahrt ist erst zu Ende, wenn der 38. und letzte Spieltag endgültig abgepfiffen ist.



