Ballack zur Nominierung von Goretzka: Kader bleibt diskutabel
Die Berufung von Leon Goretzka in den Kader der deutschen Fußballnationalmannschaft durch Bundestrainer Julian Nagelsmann hat für Diskussionen gesorgt. Der ehemalige Nationalspieler Michael Ballack hat sich nun in einer Fernsehsendung zu der Entscheidung geäußert und dabei eine differenzierte Position bezogen.
Ballack versteht Nagelsmanns Entscheidung
In der Sendung „Triple“ bei Sky erklärte Ballack am Donnerstagabend, dass er die Nominierung des 31-jährigen Mittelfeldspielers nachvollziehen könne. „Wenn man sich den Kader und die Personalien anschaut: Da ist genau dieses Thema in Form von Leon Goretzka ein Faktor, den der Bundestrainer da mit reinspielen lässt“, so Ballack. Er betonte, dass Goretzka trotz seiner veränderten Rolle beim FC Bayern München mit seiner Einstellung und seinem Umgang mit der Situation überzeuge.
Der gebürtige Bochumer wird den FC Bayern zum Saisonende verlassen, da sein Vertrag ausläuft und nicht verlängert wird. Ballack merkte an, dass Goretzka beim Rekordmeister „nicht mehr diese Rolle“ spiele, aber dennoch wichtige Qualitäten für die Nationalmannschaft mitbringe.
Nagelsmanns öffentliche Unterstützung zeigt Wirkung
Besonders hervorzuheben ist laut Ballack, dass Nagelsmann sich in einem Interview mit dem kicker öffentlich für Goretzka ausgesprochen hatte. „Im nächsten Spiel hat er sein bestes Saisonspiel gemacht“, sagte Ballack und verwies darauf, dass solche Signale auch erfahrene Spieler wie Goretzka emotional beeinflussen könnten. Nagelsmann hatte erklärt, dass Goretzka trotz geringerer Spielzeit bei Bayern gute Chancen habe, eine ähnliche Rolle wie in der WM-Qualifikation zu spielen.
Am Donnerstag wurde die Nominierung dann offiziell bestätigt. Nagelsmann betonte auf einer Pressekonferenz: „Er muss nicht zittern um die WM. Wenn er gesund ist, ist er dabei.“ Ballack kommentierte dies mit den Worten: „Da siehst du, dass so ein erfahrener Spieler eben auch Gefühle hat und Zuspruch braucht – egal wie viele Tore und was er schon erlebt hat.“
Ballack sieht Kader als diskutabel an
Obwohl Ballack die Aufnahme von Goretzka in den Kader unterstützt, schränkte er ein: „Der Kader ist trotzdem diskutabel und das ist auch in Ordnung.“ Er betonte, dass das DFB-Team einen wettbewerbsfähigen Kader benötige, zu dem Goretzka aus Sicht des Bundestrainers gehöre. Ballack verwies darauf, dass Goretzka beim FC Bayern gefühlt „ein bisschen aussortiert wurde und nicht mehr ganz so gebraucht wird“, aber über eine „gute Grundstabilität“ verfüge.
Für die anstehenden Länderspiele gegen die Schweiz und Ghana wird Goretzka somit Teil des Teams sein. Im Sommer wird er sich nach acht Jahren in München einer neuen Herausforderung stellen, womöglich im Ausland. Vereine wie Juventus Turin haben bereits Interesse an dem Mittelfeldspieler signalisiert.
Interessant ist, dass Nagelsmann bei der Heim-EM 2024 noch auf Goretzka verzichtet hatte, nun aber deutlich macht, dass er auf dessen Erfahrung und Qualitäten setzt. Ballacks Kommentare unterstreichen die kontroverse Natur der Kaderentscheidungen und zeigen, dass auch in Expertenkreisen unterschiedliche Meinungen herrschen.



