Barbarez über Bosnien-Job: Darum ignorierte ich Präsidenten-Anrufe
Barbarez: Darum ignorierte ich die Anrufe des Präsidenten

Als Bundesliga-Legende Barbarez Bosnien-Coach werden sollte: Darum ignorierte ich die Anrufe vom Präsidenten. Ex-HSV-Star Sergej Barbarez (54) trainiert Bosnien seit 2024. Der ehemalige Stürmerstar und heutige Nationaltrainer von Bosnien will Geschichte schreiben. Mit einem Sieg gegen die Schweiz (heute 21 Uhr, live bei MagentaTV und bei BILD im Ticker) kann sein Heimatland das Ticket für die K.o.-Phase so gut wie klarmachen. Im ersten Spiel trennte sich seine Mannschaft mit 1:1 von WM-Mitgastgeber Kanada. In BILD spricht Barbarez über die WM, seinen Job als Trainer und darüber, bei der WM dabei zu sein.

Stolz und Begeisterung

„Ich bin sehr stolz. So eine Begeisterung für unsere Nationalmannschaft – auch hier in Nordamerika – haben wir noch nie erlebt. Jetzt interessieren sich sogar Menschen aus der Politik, die mit Fußball nichts zu tun haben, für uns. Das ist ein unglaubliches Gefühl. Es macht ein ganzes Land stolz, vereint es noch mehr – egal, wie die WM für uns endet. Manchmal glaube ich: Das alles ist nur ein Fake“, sagt Barbarez.

Der Weg zum Nationaltrainer

Am 19. April 2024 übernahm er das Amt des Nationaltrainers, als der bosnische Fußball am Boden lag. „Unser Präsident musste eine große Überzeugungsarbeit leisten. Ich hatte mich anfangs nach seinen ersten Anrufen nicht bei ihm zurückgemeldet. Weil ich nicht davon ausging, dass man mich als Nationaltrainer will, sondern in einer anderen Rolle – etwa als Berater. Doch dann nahm ich mal das Telefonat an – und er fragte mich, ob ich die Nationalmannschaft nicht übernehmen möchte“, sagt Barbarez.

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Barbarez: „Unser Präsident war total erschrocken“

Die Antwort war klar, oder? „Nein“, sagt Barbarez, der neben dem HSV u.a. auch für den BVB spielte. „Aufgrund der sportlichen Situation (Bosnien blamierte sich in der Quali zur EM 2024; d. Red.) bat ich um drei Wochen Bedenkzeit. Das war lustig, weil unser Präsident nach dieser Aussage total erschrocken war.“ Und weiter: „Er wollte schon an Tag eins nach seinem Anruf eine Entscheidung von mir. Ich habe ihm nach langem Überlegen dann meine Vorstellungen genannt. Der Hauptpunkt war: vier Jahre Zeit für den Neuaufbau. Das Ziel lautete: Qualifikation für die EM 2028. Und jetzt sind wir bereits bei der WM dabei, das ist alles krass.“

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