FC Barcelona geht nach Pokal-Debakel in die Offensive
Der FC Barcelona hat nach der deutlichen 0:4-Niederlage im Halbfinal-Hinspiel der Copa del Rey bei Atlético Madrid nicht nur sportlich eine schwere Schlappe einstecken müssen. Zwei Tage nach der Pokal-Klatsche reichten die Katalanen nun beim spanischen Fußballverband eine offizielle Beschwerde gegen die Schiedsrichterleistung ein und nannten dabei fünf konkrete Kritikpunkte.
Abseitsentscheidung als größter Aufreger
Größter Zankapfel aus Sicht des FC Barcelona war das nicht anerkannte Tor von Pau Cubarsi kurz nach der Halbzeitpause. Der Videoassistent hatte die Szene ganze sieben Minuten lang überprüft, bevor er zum Schluss kam, dass Robert Lewandowski vor dem Tor knapp im Abseits gestanden habe. Diese Entscheidung sorgte bei den Katalanen für helle Empörung.
Trainer Hansi Flick nannte den VAR-Check nach dem Spiel ein „Desaster“ und kritisierte: „Wenn ich mir die Situation anschaue, ist das ganz klar kein Abseits. Vielleicht haben sie was anderes entdeckt. Aber dann sagt es uns. Es gibt keine Kommunikation. Das ist richtig schlecht.“ Auch Mittelfeldspieler Frenkie de Jong äußerte sich deutlich und sprach von einem „Skandal“.
Fünf Punkte in der offiziellen Beschwerde
In der nun eingereichten Beschwerde gegen das Schiedsrichtergespann um Juan Martinez Munuera führt der FC Barcelona fünf konkrete Kritikpunkte auf:
- Unterschiedliche Handhabung von Disziplinarentscheidungen: Barcelona kritisiert, dass identische Spielsituationen unterschiedlich geahndet wurden. „Diese Ungleichheit schafft das Gefühl einer Doppelmoral, die mit den Prinzipien der Fairness, Gleichheit und Rechtssicherheit, die für den Wettbewerb gelten sollten, unvereinbar ist“, heißt es in dem Schreiben.
- Widersprüchliche Kriterien bei Handspielsituationen: Der Klub moniert inkonsistente Entscheidungen bei Handspielvergehen.
- Häufung schwerwiegender Fehler: Barcelona beklagt eine Anhäufung von Fehlentscheidungen zu Ungunsten des spanischen Meisters, die sich „direkt auf die Integrität des Wettbewerbs auswirkt und wachsendes Misstrauen erzeugt“.
- Probleme mit dem VAR: Die Katalanen äußern „begründete Zweifel an der Nutzung und ordnungsgemäßen Anwendung der Technologie“, besonders bei Millimeterentscheidungen ohne schlüssige technische Erklärungen.
- Kriterien für Überprüfungen am Monitor: Auch die Standards für die Nutzung des Seitenmonitors durch die Schiedsrichter werden beanstandet.
Forderungen nach mehr Transparenz
Neben der Kritik an den konkreten Entscheidungen stellt der FC Barcelona auch strukturelle Forderungen. Der Klub verlangt die Veröffentlichung aller Tonaufnahmen der Kommunikation unter den Unparteiischen rund um Cubarsis aberkannten Treffer. Zudem fordert Barcelona die Schaffung eines Ethik- und Disziplinarkodexes für die Schiedsrichter in Spanien, um für mehr Konsistenz und Nachvollziehbarkeit zu sorgen.
Die Beschwerde markiert einen deutlichen Schritt des FC Barcelona, der nach der sportlichen Niederlage nun auch auf institutioneller Ebene Druck aufbaut. Ob der spanische Fußballverband auf die Vorwürfe reagieren wird, bleibt abzuwarten. Für die Katalanen steht jedoch fest: Die Diskussion um Schiedsrichterleistungen und VAR-Einsatz ist nach der Pokal-Klatsche in Madrid neu entfacht.



