FC St. Pauli setzt mit eigenem Friedenspreis ein Zeichen gegen FIFA-Ehrung von Trump
Als deutliche Antwort auf die umstrittene Verleihung eines Friedenspreises an den ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump durch den Weltfußballverband FIFA hat der FC St. Pauli nun eine eigene Initiative gestartet. Der Hamburger Bundesligist hat in den Vereinigten Staaten einen eigenen "Peace Prize" ins Leben gerufen, der bewusst als Gegenentwurf zur FIFA-Aktion konzipiert wurde.
Erster Preisträger: Inklusiver Barbetreiber aus Minnesota
Der erste Empfänger des neu geschaffenen Preises ist ein Barbetreiber aus Minnesota, dessen Lokal mit dem Namen "Black Hart of St. Paul" eine besondere Rolle in der Community spielt. Die Bar dient nicht nur als Treffpunkt für Fußball-Fans, sondern etabliert sich zudem als inklusiver Raum für die queere Community in der Stadt. Damit setzt der FC St. Pauli ein klares Signal für Vielfalt und gesellschaftliches Engagement.
Kritik an FIFA und politischer Symbolik
Die Hintergründe dieser Initiative sind tief in der kritischen Haltung des Vereins gegenüber aktuellen Entwicklungen verwurzelt. Im Dezember vergangenen Jahres hatte die FIFA bei der Auslosung zur Fußball-Weltmeisterschaft Donald Trump mit einem "Peace Prize" ausgezeichnet - eine Entscheidung, die beim FC St. Pauli auf deutliche Ablehnung stieß. Aus Sicht der Hamburger handelte es sich dabei um "einen Schritt, der den Fußball für politische Symbolik vereinnahmt hat".
Präsident Oke Göttlich hatte bereits im Januar in mehreren Interviews gefordert, zumindest über einen möglichen Boykott der Fußball-WM in den USA, Mexiko und Kanada zu diskutieren. Die Clubführung beobachtet mit Sorge Entwicklungen in den Vereinigten Staaten, "in denen autoritäre Tendenzen und gezielte Einschränkungen von Rechten und Freiheiten zu beobachten sind".
Neue Kommunikationsstrategie für die USA
Parallel zur Einführung des Friedenspreises hat der FC St. Pauli seine Präsenz in den Vereinigten Staaten weiter ausgebaut. Der Club startete eigens einen neuen Instagram-Kanal für das amerikanische Publikum, um seine Botschaften und Werte direkt in die USA zu tragen. Mit dem "Peace Prize" sollen künftig regelmäßig Menschen und Initiativen gewürdigt werden, "die sich aktiv für Solidarität, Teilhabe und ein respektvolles Miteinander einsetzen".
Im Mittelpunkt der Auszeichnung stehen bewusst keine politischen Machtfiguren, sondern engagierte Bürgerinnen und Bürger, die im Alltag Verantwortung übernehmen und demokratische Teilhabe konkret stärken. Damit positioniert sich der Verein aus dem Hamburger Stadtteil St. Pauli erneut als gesellschaftspolitisch aktiver Fußballclub, der seine Werte auch international vertritt.



