Mario Basler rechnet mit Nagelsmann und DFB ab: 'Kann man ja nichts mehr glauben'
Basler kritisiert Nagelsmann und DFB scharf

Mario Basler rechnet mit Nagelsmann und DFB ab: 'Kann man ja nichts mehr glauben'

Der frühere Nationalspieler Mario Basler hat in einer emotionalen Stellungnahme Bundestrainer Julian Nagelsmann und den Deutschen Fußball-Bund scharf attackiert. In der Bayern-1-Sendung "Heute im Stadion" ließ der 57-Jährige kein gutes Haar an der aktuellen Auswahlpolitik.

Nagelsmanns Glaubwürdigkeit in Frage gestellt

"Julian Nagelsmann kann man ja mittlerweile nichts mehr glauben", polterte Basler in der Sendung. Er bezog sich dabei auf frühere Aussagen des Bundestrainers, wonach dieser nur noch auf Spieler setzen wolle, die zusammengehören würden. Diese Ankündigung stehe nach Ansicht des Ex-Profis in krassem Widerspruch zu den aktuellen Nominierungen.

Rüdiger und Sané als rote Tücher

Besonders die Berufung von Antonio Rüdiger und Leroy Sané für die anstehenden Länderspiele gegen die Schweiz und Ghana stößt Basler bitter auf. "Er hat sich bei mir völlig unglaubwürdig gemacht, weil er einfach einen Rüdiger wieder einlädt, der auf Bewährung gespielt hat", kritisierte der ehemalige Mittelfeldspieler.

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Über den Innenverteidiger von Real Madrid sagte Basler: "Einen Sané, der bei einem Zweitliga-Verein Galatasaray spielt und in der Champions League nicht mehr auf dem Platz steht, dass solche Spieler noch eingeladen werden." Dabei verwies er auf Sanés Statistik beim türkischen Meister: In zehn von zwölf möglichen Champions-League-Partien blieb der Offensivspieler torlos und lieferte lediglich zwei Vorlagen.

DFB-Werte mit Füßen getreten

Basler weitete seine Kritik auf den gesamten Deutschen Fußball-Bund aus: "Ich finde, die treten diese Werte, die sie irgendwann einmal vorgegeben haben, gerade mit Füßen, wenn man einen Spieler wie Rüdiger wieder einlädt. Ich finde es eine absolute Schweinerei."

Der ehemalige Bayern-Spieler zog für sich persönlich Konsequenzen: "Ich glaube auch dem DFB nichts mehr. Ich habe auch meine Mitgliedschaft für die Fußball-Lehrer-Lizenz gekündigt. Die bekommen von mir nicht einen Euro mehr. Für mich ist der DFB erledigt."

Düstere Prognose für Nagelsmanns Zukunft

Basler wagte zudem eine Prognose für die Zukunft des Bundestrainers: "Wenn ich so die Interviews von Nagelsmann gehört habe, vermute ich mal, dass er nach der WM zurücktritt." Nagelsmanns Vertrag läuft zwar bis ins Jahr 2028, doch der 30-malige Nationalspieler zeigt sich skeptisch.

Große Erwartungen an ein gutes WM-Abschneiden der Nationalmannschaft beim Turnier in den USA, Kanada und Mexiko hat Basler nicht: "Ich würde mich ja schon mal freuen, wenn wir vielleicht mal wieder ein Viertelfinale erreichen würden. Die Mannschaft hat es drauf, wenn alle Spieler fit sind. Aber mit dem Kader, Sané, Rüdiger, würde ich mich wundern."

Ironie der Geschichte

Besonders pikant: Mario Basler sorgte selbst während seiner aktiven Karriere wiederholt mit Eskapaden für Schlagzeilen. Seine heutige Kritik an Spielern wie Rüdiger, der in der Vergangenheit mit Verfehlungen aufgefallen war, wirft daher Fragen nach der Konsistenz seiner Argumentation auf.

Interessanterweise schwärmte Real-Trainer Álvaro Arbeloa kürzlich über Rüdiger: "Ich für meinen Teil würde Rüdiger eine Statue errichten und sie im Garten aufstellen. Rüdiger sei ein Vorbild, an dem sich junge Spieler orientieren könnten." Diese Einschätzung steht in deutlichem Kontrast zu Baslers harscher Kritik.

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