VfL Wolfsburg: Trainer Daniel Bauer nach Pleite gegen HSV vor dem Rauswurf
Im entscheidenden Spiel um seinen Trainerposten hat Daniel Bauer vom VfL Wolfsburg den dringend benötigten Befreiungsschlag verpasst. Die 1:2-Heimniederlage gegen den Hamburger SV am Samstag könnte das vorzeitige Ende seiner Amtszeit bedeuten, die erst im November des Vorjahres begann.
Dramatische Niederlage trotz Führung
Der schwer kriselnde Fußball-Bundesligist verlor trotz einer 1:0-Führung mit 1:2 (1:1) gegen den Hamburger SV. Während der VfL in der Tabelle weiterhin auf dem gefährlichen Abstiegsrang 17 feststeckt, muss Bauer nach nur knapp vier Monaten im Amt seine Ablösung fürchten.
Die Tore für Hamburg erzielten Luka Vuskovic in der 33. Minute per Foulelfmeter nach Videobeweis und Jean-Luc Dompé in der 58. Minute, ebenfalls per Strafstoß. Für Wolfsburg traf Christian Eriksen in der 22. Minute ebenfalls vom Elfmeterpunkt. Die Statistik spricht eine deutliche Sprache: Wolfsburg steht bei nur einem Sieg aus den vergangenen elf Partien und zittert nun vor dem ersten Abstieg in der Bundesliga-Geschichte des Vereins.
Vorfeldgerüchte bestätigen sich
Bereits vor dem Spiel hatte die Wolfsburger Allgemeine Zeitung über eine mögliche Trennung von Bauer für den Fall einer weiteren Niederlage berichtet. Das Blatz nannte als potenzielle Nachfolger die erfahrenen Trainer Dieter Hecking, Friedhelm Funkel und Thomas Reis.
Bauer selbst hatte das Spiel im Vorfeld nicht als Endspiel für seine Person, sondern als „Sechs-Punkte-Spiel“ für den Verein bezeichnet. Er rief die VfL-Fans zur tatkräftigen Unterstützung auf, um den mitreisenden HSV-Anhängern Paroli zu bieten.
Spielverlauf mit dramatischen Wendungen
In der Volkswagen Arena am Samstag belegten die Hamburger Fans tatsächlich weit mehr als die 3000 Auswärtsplätze. Schon vor Anpfiff sorgten beide Kurven für eine intensive Atmosphäre. Davon ließen sich die Gastgeber zu Beginn tragen. Obwohl Bauer prophezeit hatte, es werde keinen „Champagnerfußball“ geben, zeigte sich sein Team im Vergleich zum 0:4 beim VfB Stuttgart aus der Vorwoche deutlich verbessert.
Bauers neu formierte Fünferkette verteidigte die Hamburger Bemühungen in der Anfangsphase gut weg, während der VfL selbst immer wieder gefährliche Angriffe startete. Dzenan Pejcinovic prüfte in der 14. Minute Torwart Daniel Heuer Fernandes, den Abpraller konnte Jesper Lindström nicht verwerten. Die Wolfsburger setzten nun nach. Jan Bürger testete Heuer Fernandes aus der Ferne, ehe Hamburgs Daniel Elfadli bei einem Klärungsversuch Yannick Gerhardt am Kopf traf. Den fälligen Elfmeter verwandelte Eriksen sicher.
Der nächste Strafstoß folgte in einer intensiven Bundesliga-Partie bald darauf. Schiedsrichter Florian Exner entschied nach Ansicht der Videobilder auf Foulelfmeter, nachdem Wolfsburgs Moritz Jenz Vuskovic bei einem Freistoß gefoult hatte. Der Kroate trat selbst zum Elfmeter an und profitierte davon, dass Keeper Kamil Grabara den Ball durch die Hände rutschen ließ. Besser machte es der Pole, als er einen Freistoß von Dompé in der 35. Minute gut parierte. Der HSV kam vor der Pause stärker ins Spiel.
Entscheidende Fehler in der zweiten Halbzeit
Unmittelbar nach der Halbzeit verhinderte Heuer Fernandes im Getümmel im Strafraum die mögliche Wolfsburger Führung. In einem zähen Spiel taten sich beide Mannschaften nun schwer. Wolfsburgs Winter-Neuzugang Jonas Adjetey brachte jedoch sein Team bei seinem Startelfdebüt ins Hintertreffen, indem er Vuskovic im Strafraum klar und deutlich festhielt. Dompé versenkte den dritten Strafstoß der Partie eiskalt. Wolfsburg hatte daraufhin keine Antwort mehr parat und musste die nächste bittere Niederlage hinnehmen.
Die Zukunft von Trainer Daniel Bauer beim VfL Wolfsburg steht nun mehr denn je auf der Kippe. Nach nur einem Sieg aus elf Spielen und dem Verbleib auf Abstiegsplatz 17 dürften die Verantwortlichen des Vereins bald eine Entscheidung über die Trainerposition treffen müssen.



