Baumgarts emotionale Rückkehr: Union-Trainer kehrt ohne Groll zum HSV zurück
Baumgarts emotionale Rückkehr zum HSV ohne Groll

Emotionale Rückkehr nach Hamburg: Baumgart kehrt als Union-Trainer zum HSV zurück

Steffen Baumgart erlebt ein besonderes Wiedersehen mit seiner früheren Wirkungsstätte. Der 54-jährige Cheftrainer des 1. FC Union Berlin kehrt am Samstag mit seiner Mannschaft zum Bundesliga-Spiel in das ausverkaufte Volksparkstadion des Hamburger SV zurück – und das ohne jeglichen Groll gegenüber seinem ehemaligen Verein.

Besondere Emotionen vor dem Spiel

„Ich freue mich auf ein sehr emotionales und interessantes Spiel und kann sagen, dass schon eine große Aufregung mitschwingt“, verrät Baumgart in einem Interview auf der HSV-Webseite. Für den gebürtigen Rostocker ist dieses Spiel kein gewöhnliches Bundesliga-Duell, sondern eine Rückkehr zu seiner Kindheitsliebe, wenn auch nur für einen Tag.

Auch auf Seiten des HSV ist die Vorfreude auf das Wiedersehen mit dem ehemaligen Cheftrainer spürbar. Co-Trainer Loic Favé äußerte bei der Spieltags-Pressekonferenz: „Ich bin gespannt, welchen Spruch er uns reindrückt vor dem Spiel.“ Für den 33-Jährigen war Baumgart in dessen Hamburger Zeit ein „super wichtiger Ansprechpartner, ein Vertrauter in der Anfangszeit beim HSV“.

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Verpasstes Wiedersehen in der Hinrunde

Das erste Aufeinandertreffen in dieser Saison fand bereits in der Hinrunde statt, doch Baumgart musste das 0:0-Unentschieden in Berlin von außen verfolgen. Grund war eine Rote Karte im Spiel zuvor gegen Eintracht Frankfurt. „Ich glaube, das war für ihn der Horror“, vermutet Favé. „Er ist sicherlich lieber auf dem Platz.“

Baumgart selbst bestätigt diese Einschätzung: „Es ärgert mich noch sehr, dass ich das Hinspiel verpasst habe. Denn zum einen war es vermeidbar und zum anderen stehe ich als Trainer lieber am Spielfeldrand als in irgendeinem Container.“

Neun intensive Monate beim HSV

Im Februar 2024 übernahm Baumgart den Trainerposten beim Hamburger SV als Nachfolger von Tim Walter. Der gebürtige Rostocker machte dabei keinen Hehl aus seiner langjährigen Vereinsliebe. „Der HSV ist der Verein, für den ich schon immer einmal arbeiten wollte“, betont er rückblickend. „Ich wollte nicht bei Bayern, Dortmund oder irgendeinem anderen großen Club arbeiten, sondern mein Wunsch war der HSV.“

Doch die Liebe allein reichte nicht aus. Nach neun Monaten im Amt und dem verpassten Aufstieg aus der 2. Bundesliga endete Baumgarts Zeit in Hamburg im November 2024. Sein letztes Spiel als HSV-Cheftrainer war das 2:2 gegen Schalke 04 im Volksparkstadion.

Positiver Blick zurück ohne Groll

Trotz des vorzeitigen Endes seiner Hamburger Ära hegt Baumgart keinen Groll. „Das durfte ich, das hat man mir ermöglicht“, sagt er über die Erfüllung seines Traums, für den HSV zu arbeiten. „Manche Dinge kann man nicht berechnen. Es war dennoch eine schöne, intensive und gute Zeit.“

Der ehemalige Stürmer betont sein nach wie vor gutes Verhältnis „zu den Mitarbeitern, der Stadt und ihren Leuten“. Selbst nach dem geglückten Aufstieg unter seinem Nachfolger Merlin Polzin habe er „eher sogar noch einen gewissen Dank“ von Seiten des HSV gehört.

Erfolgreiche Nachfolge unter Polzin

Baumgarts ehemaliger Assistent Merlin Polzin übernahm nach dessen Abgang zunächst interimsweise, dann fest als Cheftrainer die Mannschaft. Ihm gelang, was Baumgart und andere prominente Vorgänger nicht schafften: die Rückkehr des HSV in die Bundesliga nach sieben Jahren Zweitklassigkeit.

„Die Entscheidungen im Nachgang mit Polzin als Cheftrainer oder die Rückkehr von Polzins Assistent Loic Favé waren richtig, weil sie zum gewünschten Ergebnis geführt haben“, analysiert Baumgart fair. „Da kann man nur gratulieren. Es ist für alle das Beste herausgekommen.“

Neue Heimat bei Union Berlin

Nur sechs Wochen nach seinem HSV-Aus fand Baumgart eine neue sportliche Heimat beim 1. FC Union Berlin. Der Verein aus Köpenick ist seine zweite Fußball-Liebe – dort spielte er selbst und wurde zum Fanliebling, dort lebt er mit seiner Familie.

In der vergangenen Saison sicherte er mit Union frühzeitig den Klassenverbleib, und auch in dieser Spielzeit sieht die Situation mit dem neunten Tabellenplatz nach 21 Spieltagen vielversprechend aus. Im Januar wurde sein Vertrag bei den Berlinern verlängert.

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Respektvoller Blick auf den Gegner

Trotz der aktuellen Serie von sechs Spielen ohne Sieg zeigt sich Baumgart vor dem Duell mit seinem alten Verein respektvoll: „Der HSV hat sehr gutes Umschaltspiel und kommt immer besser in der Bundesliga an.“

Mit drei Punkten Vorsprung auf den Tabellenelften HSV, der allerdings ein Spiel weniger absolviert hat, verspricht das Spiel im ausverkauften Volksparkstadion mit 57.000 Zuschauern spannend zu werden – und für Steffen Baumgart ganz sicher emotional.