Bayer Leverkusen nach blassem Auftritt: Champions League-Achtelfinale mit klarem Wunsch
Nach einem enttäuschenden 0:0 gegen Olympiakos Piräus hat sich Bayer Leverkusen trotz schwacher Leistung für das Achtelfinale der Champions League qualifiziert. Die Mannschaft zeigte sich im Nachgang selbstkritisch und äußerte bereits vor der offiziellen Auslosung am Freitagmittag einen deutlichen Wunsch für den nächsten Gegner.
„Bloß nicht die Bayern“: Leverkusen favorisiert internationales Duell
Sportgeschäftsführer Simon Rolfes nannte mit Arsenal London den klaren Favoriten. Diese Haltung teilen auch Schlüsselspieler wie Robert Andrich und Jonas Hofmann. Andrich betonte: „Ich würde ungern eine deutsche Mannschaft haben, damit vielleicht noch genug deutsche Mannschaften drinbleiben können.“ Hofmann ergänzte, ein frühes nationales Duell habe für ihn nicht den typischen Champions-League-Charakter und verwies auf den besonderen Reiz einer Auswärtsreise nach London.
Lediglich Torhüter Janis Blaswich zeigte sich offen für beide Optionen, wies aber auf die besondere Herausforderung eines möglichen Vierfach-Duells mit Bayern München hin. Dieses Szenario würde Bayer im März vor eine anspruchsvolle Serie stellen: zwei Champions-League-Partien und ein Bundesliga-Match innerhalb weniger Tage, gefolgt vom DFB-Pokal-Halbfinale im April.
Trainer Hjulmand fordert Leistungssteigerung für Europas Elite
Trainer Kasper Hjulmand äußerte ähnliche Präferenzen wie seine Spieler: „Wegen einer deutschen Mannschaft und vielleicht viermal gegen Bayern zu spielen, wäre für ein bisschen Abwechslung Arsenal besser.“ Gleichzeitig betonte er den Respekt vor beiden potenziellen Gegnern: „Es sind die besten Mannschaften Europas. Wir wünschen uns gegen die Besten zu spielen und freuen uns auf diese große Aufgabe.“
Doch Hjulmand machte auch deutlich, dass Leverkusen in der aktuellen Form weder gegen München noch gegen den Premier-League-Tabellenführer als Favorit gelten kann. Das Spiel gegen Piräus offenbarte deutliche Defizite: spielerisches Stückwerk, fehlerhafter Aufbau und mangelnde Energie. Nur die Chancenlosigkeit des griechischen Meisters verhinderte eine Niederlage.
Vergangenheit als Warnung: Déjà-vu aus dem Vorjahr?
Kapitän Robert Andrich wertete das Weiterkommen ohne Gegentor als einziges Positivum und sprach von einer „Art Showlaufen“. Jonas Hofmann forderte eine gründliche Analyse des Auftritts und betonte: „Uns ist bewusst, dass jeder bei 100 Prozent sein und das eine komplette Kehrtwende zu heute darstellen muss.“
Die Erinnerungen an das Champions-League-Achtelfinale 2025 sind noch präsent: Damals scheiterte Leverkusen an Bayern München mit 0:2 im Heimspiel und 0:3 in München. Hofmann relativierte jedoch: „Die Spiele müssen erst gespielt werden. Beide Mannschaften, egal ob Bayern oder Arsenal, sind schon der Favorit. Aber wir hatten in der Vergangenheit schon große Momente.“
Um mit Europas Topteams mithalten zu können, benötigt Bayer Leverkusen eine deutliche Leistungssteigerung. Der Auftritt gegen Piräus lieferte dafür kaum Rückenwind, sondern offenbarte erneut die Defizite, die vor dem Achtelfinale behoben werden müssen.



