Bayern-Boss Dreesen kritisiert Schiedsrichter-Entwicklung nach Leverkusen-Remis
Bayern-Boss Dreesen kritisiert Schiedsrichter nach Leverkusen-Remis

Bayern-Boss Dreesen kritisiert Schiedsrichter-Entwicklung nach Leverkusen-Remis

Die Diskussion um die Schiedsrichterleistung beim 1:1 des FC Bayern bei Bayer Leverkusen nimmt weiter Fahrt auf. Während Ehrenpräsident Uli Hoeneß bereits von der "schlechtesten Leistung eines Schiedsrichter-Teams" sprach, legt CEO Jan-Christian Dreesen nun nach und äußert sich besorgt über die allgemeine Entwicklung.

Hoeneß' scharfe Kritik an den Unparteiischen

Der 74-jährige Uli Hoeneß ließ nach dem Bundesligaspiel kein gutes Haar an den Schiedsrichtern um Christian Dingert. In der "BILD" wurde der Ehrenpräsident mit den deutlichen Worten zitiert: "Das ist die schlechteste Leistung eines Schiedsrichter-Teams, die ich je bei einem Bundesligaspiel erlebt habe." Besonders der Platzverweis für Luis Díaz in der 84. Minute erregte seinen Zorn.

Díás war nach einem leichten Kontakt mit Leverkusen-Keeper Janis Blaswich zu Fall gekommen und erhielt dafür die Gelb-Rote Karte. Eine Entscheidung, die selbst Schiedsrichter Dingert später als Fehlentscheidung einräumte. Der VAR konnte nicht eingreifen, da bei Gelben Karten erst ab der kommenden Saison interveniert werden darf.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Dreesen beklagt besorgniserregende Entwicklung

Bayern-CEO Jan-Christian Dreesen geht in seiner Kritik noch einen Schritt weiter. "Wir betrachten die Entwicklung der letzten Wochen mit Sorge", erklärte der Bayern-Boss. "Die Leistung in Leverkusen war der Höhepunkt einer Phase, in der wir immer wieder mit fragwürdigen Entscheidungen konfrontiert waren."

Dreesen nannte konkret Spiele gegen den HSV, in Dortmund und nun in Leverkusen, bei denen strittige Szenen oft gegen den FC Bayern entschieden worden seien. "Der DFB ist gefordert, das Niveau der Leistungen seiner Schiedsrichter zu verbessern", forderte der CEO. Dass Christian Dingert seinen Fehler eingestehe, sei zwar ehrenwert, aber alleine helfe das dem Verein nicht weiter.

Schiedsrichtersprecher widerspricht Hoeneß

DFB-Schiedsrichtersprecher Alexander Feuerherdt sieht die Situation deutlich anders als der Bayern-Ehrenpräsident. "Das können wir nicht bestätigen", konterte er in der AZ auf Hoeneß' Aussagen. "Vor allem die spielrelevanten Entscheidungen waren korrekt oder zumindest vertretbar – mit Ausnahme der Gelb-Roten Karte", räumte Feuerherdt ein.

Der Schiedsrichterexperte vermutet, dass Hoeneß sich davon beeinflussen ließ, dass die meisten Entscheidungen gegen die Münchner ausfielen. "Vielleicht hat es die Meinung von Uli Hoeneß beeinflusst, dass die Mehrheit dieser spielrelevanten Entscheidungen gegen den FC Bayern getroffen wurde. Aber wir sprechen hier ja keineswegs von skandalträchtigen Fehlern", so Feuerherdt.

Kompany äußert sich ebenfalls kritisch

Auch Bayern-Trainer Vincent Kompany ließ nach dem Spiel seiner Enttäuschung freien Lauf. "Ich behalte immer den größten Respekt vor den Unparteiischen", betonte der Belgier, "aber ich habe auch das Recht, meine Meinung zu sagen."

Zum Platzverweis für Díaz erklärte Kompany: "Man kann die Aktion noch 300 Mal anschauen und man sieht, dass es einen Kontakt gab." Als Beweis führte er an, dass Díaz direkt wieder aufgestanden sei und nicht theatralisch liegen geblieben wäre. "Das ist eine Fehlentscheidung, mit der wir nicht zufrieden sind", resümierte der Trainer.

Sperre für Díaz bleibt bestehen

Trotz der eingestandenen Fehlentscheidung wird die Sperre für Luis Díaz für das kommende Heimspiel gegen Union Berlin erhalten bleiben. Feuerherdt erklärte dazu: "Die Gelb-Rote Karte für Luis Díaz war eine Tatsachenentscheidung des Schiedsrichters. Er hat den Sturz auf dem Spielfeld als Täuschungsversuch wahrgenommen und entsprechend geahndet."

Solche Tatsachenentscheidungen seien grundsätzlich endgültig und würden nur bei gravierenden Irrtümern wie Spielerverwechslungen revidiert. Dennoch haben die Bayern, wie Sky berichtet, am Sonntag gegen die Sperre Einspruch eingelegt.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration

Sportvorstand Max Eberl hatte nach dem Spiel noch mit Schiedsrichter Dingert gesprochen und berichtet: "Für ihn war klar, dass es die Schwalbe war, aber er hat jetzt die Bilder gesehen und sagt: Es war keine Gelb-Rote Karte." Doch diese Einsicht kommt für den FC Bayern zu spät, um die unmittelbaren Konsequenzen abzuwenden.

Die Causa FC Bayern und die Schiedsrichter scheint damit noch lange nicht abgeschlossen zu sein. Während die Münchner weiter auf Verbesserungen drängen, verteidigt der DFB seine Unparteiischen. Ein Konflikt, der die Bundesliga auch in den kommenden Wochen beschäftigen dürfte.