Nach dem 1:1 im Rückspiel gegen Paris Saint-Germain ist der FC Bayern aus der Champions League ausgeschieden. Die Enttäuschung bei den Münchnern war groß, und die Wut richtete sich gegen Schiedsrichter João Pinheiro. Direkt nach dem Abpfiff suchte Vize-Kapitän Joshua Kimmich das Gespräch mit dem Portugiesen und beschwerte sich über die aus seiner Sicht zu kurze Nachspielzeit. Dafür erhielt er die Gelbe Karte. Auch Trainer Vincent Kompany wollte eine Erklärung von Pinheiro.
Strittige Szenen im Fokus
Besonders zwei Szenen sorgten für Aufregung. In der 29. Minute traf der Ball den ausgestreckten Arm von PSG-Verteidiger Nuno Mendes, der bereits mit Gelb vorbelastet war. Statt Gelb-Rot für Mendes entschied der Schiedsrichter auf Freistoß für PSG, nach Rücksprache mit dem Vierten Offiziellen. Eine Fehlentscheidung, wie viele Beobachter meinten. Bayerns Sportvorstand Max Eberl sagte: „Dann geht das Spiel anders aus.“ Ex-Bayern-Profi Michael Ballack kritisierte bei DAZN: „Das ist eine spielentscheidende Situation. Es ist das erste Mal, dass der Vierte Offizielle in so eine Szene eingreift. Ich hatte das Gefühl, sie wollten die Gelb-Rote Karte nicht geben.“
Handelfmeter nicht gegeben
Nur zwei Minuten später gab es die nächste strittige Szene: PSG-Mittelfeldspieler Vitinha schoss den Ball aus dem Strafraum, traf seinen Mitspieler Joao Neves, der den Ball mit abgespreiztem Arm blockte. Die Bayern forderten Elfmeter, doch Schiedsrichter Pinheiro ließ weiterspielen, und der VAR griff nicht ein. Gemäß den Regeln des IFAB war die Entscheidung korrekt, da der Ball vom eigenen Spieler kam und nicht auf das Tor gerichtet war. Dennoch schmerzte die Szene, da im Hinspiel ein ähnlicher Handelfmeter gegen Alphonso Davies gegeben worden war.
Kritik an der Erfahrung des Schiedsrichters
Jan-Christian Dreesen, Vorstandsboss der Bayern, äußerte sich kritisch zur Besetzung des Spiels: „Es ist mindestens erstaunlich, dass ein Schiedsrichter mit nur 15 Champions-League-Einsätzen so ein Spiel leiten darf. Und das erklärt dann vielleicht auch so manchen Pfiff.“ Pinheiro hatte zuvor noch nie ein Halbfinale in der Königsklasse geleitet. Trainer Kompany zeigte sich fair und gratulierte PSG zum Finaleinzug, doch die strittigen Entscheidungen werden ihn noch lange beschäftigen.



