Bayern beharren auf Meinungsfreiheit nach Schiedsrichter-Kritik
Die Diskussion um die heftige Schiedsrichter-Kritik des FC Bayern München nach dem umstrittenen Topspiel in Leverkusen hält an. Während der Verein sein Recht auf Meinungsäußerung betont, sorgen sich andere um die Arbeitsbedingungen der Unparteiischen.
Freund: "Wir lassen uns nicht den Mund verbieten"
Bayern-Sportdirektor Christoph Freund hat das Verhalten des Rekordmeisters nach dem 1:1 in Leverkusen entschieden verteidigt. "Wir werden immer als Bayern München unsere Meinung sagen. Und uns nicht den Mund verbieten lassen", erklärte Freund vor dem Heimspiel gegen Union Berlin am Samstag. Der Sportdirektor verwies darauf, dass auch andere Vereine ihre Meinung äußerten, wenn sie sich ungerecht behandelt fühlten.
Nach dem Leverkusen-Spiel hatten sich die Münchner insbesondere über die Gelb-Rote Karte für Angreifer Luis Díaz nach einer vermeintlichen Schwalbe sowie ein nicht gegebenes Tor von Harry Kane wegen Handspiels beschwert. Ehrenpräsident Uli Hoeneß hatte sogar von "der schlechtesten Leistung eines Schiedsrichter-Teams, die ich je bei einem Bundesligaspiel erlebt habe" gesprochen.
Heldts Bedenken und Ittrichs besondere Situation
Union-Berlins Geschäftsführer Horst Heldt äußerte unterdessen Bedenken, dass das Schiedsrichtergespann unter besonderem Druck stehen könnte. "Die haben es nicht einfach. Weil natürlich jede Situation ganz genau beäugt wird und begleitet wird. Und das ist nicht in Ordnung", sagte Heldt in einer Sky-Sendung.
Spielleiter in der Allianz Arena wird der erfahrene Patrick Ittrich sein. Der 47-jährige Hamburger hat gerade erst angekündigt, seine Schiedsrichterkarriere am Saisonende zu beenden. Seine Aufgabe im Bayern-Spiel gewinnt damit zusätzliche Brisanz.
Versöhnliche Töne von Bayern-Seite
Trotz der klaren Worte zeigte Freund auch versöhnliche Töne. "Für uns ist die Sache erledigt", betonte der Sportdirektor. Mit Blick auf das anstehende Spiel fügte er hinzu: "Die Schiedsrichter sind ein wichtiger Teil vom Fußball. Es ist auch wichtig, dass sie geschützt werden und ihre Leistung bringen können."
Freund räumte ein, dass es immer wieder Spiele mit strittigen Situationen geben werde: "Das wissen alle: Vereine, Spieler, die Funktionäre und Trainer. Es wird immer wieder Spiele geben, wo es strittige Situationen gibt und wo es mal einen besseren und mal einen schlechteren Tag gibt."
Die Debatte zeigt die angespannte Stimmung im deutschen Fußball, wo die Balance zwischen berechtigter Kritik und Respekt vor den Schiedsrichtern immer wieder neu ausgelotet werden muss.



