Bayern gegen Real: Neuers Vorfreude auf das große Duell
Vor dem entscheidenden Champions-League-Viertelfinal-Rückspiel am Mittwochabend in der ausverkauften Münchner Fußball-Arena zeigt sich Manuel Neuer voller Vorfreude auf das erneute Aufeinandertreffen mit den Stürmerstars von Real Madrid, Kylian Mbappé und Vinícius Júnior. Der Torwart und Kapitän des FC Bayern bereitet sich intensiv auf die Begegnung vor und wird sich vor dem Spiel noch einmal seine Glanztaten aus dem 2:1-Hinspielsieg im Bernabéu-Stadion ansehen.
Intensive Vorbereitung und kollektives Selbstbewusstsein
„Ich werde mir umfangreiches Bild- und Videomaterial anschauen“, berichtete der 40-jährige Torwart-Veteran nach dem Abschlusstraining mit einem Schmunzeln. „Es ist klar, dass man diese Spieler kennt, dass man sie analysiert hat und dass ich über gewisse Erfahrung verfüge“, sagte der „Man of the Match“ des Hinspiels. Gleichzeitig betonte er: „Aber wir spielen gegen eine ganze Mannschaft von Real.“
Die Bayern gehen mit einem gesunden Selbstbewusstsein in die Partie. „Wir haben einen Lauf“, erklärte Neuer. „Und wenn wir als Mannschaft funktionieren, dann bin ich sehr positiv, dass wir ins Halbfinale einziehen können.“ Sollte es Neuer gelingen, erneut ohne Gegentor zu bleiben, könnte der deutsche Rekordmeister seinen Real-Fluch in der Champions League endlich beenden.
Warnungen vor Real Madrids Comeback-Qualitäten
Trotz der positiven Ausgangslage muss niemand die Münchner vor den besonderen Comeback-Qualitäten von Real Madrid in der Königsklasse warnen. Die Bayern, die im Hinspiel durch Tore von Luis Díaz und Harry Kane mit 2:0 in Führung gingen, sind sich der Gefahr bewusst. Joshua Kimmich betonte: „Wir kennen Real Madrid. Da ist es völlig egal, wie sie in Form sind. Wenn Champions League ist, dann performen sie.“
Teamkollege Leon Goretzka verkündete entschlossen: „Gewarnt werden müssen wir nicht. Das wissen wir schon ganz genau, gegen wen wir da spielen!“ Anzeichen von Überheblichkeit sind beim bestens aufeinander abgestimmten Kollektiv von Trainer Vincent Kompany nicht zu erkennen.
Kontrollierte Euphorie und maximale Konzentration
Sportvorstand Max Eberl benannte die Marschroute vor 75.000 erwartungsfrohen Fans, die dem Team lautstark den letzten Push verleihen sollen. „Kontrollierte Euphorie, das ist genau das, was wir haben“, sagte Eberl. „Wir wissen, was wir geleistet haben. Und trotzdem wissen wir, was für ein großer Gegner auf uns trifft. Wir wissen, dass wir noch nicht durch sind.“
Für den maximalen Fokus sorgt vor allem Trainer Vincent Kompany, für den Hochmut und Leichtsinn Fremdwörter sind. „Ich weiß, dass es noch nicht vorbei ist“, sagte der Belgier schon kurz nach dem Abpfiff in Madrid energisch. Er werde trotz des 2:1-Vorsprungs „in den Köpfen wieder alles auf null setzen“. Sein Team sieht er „vom Gefühl her mental und körperlich bereit“.
Real Madrid mit personellen Herausforderungen
Die Bayern stellen sich auf „ein weiteres hartes Stück Arbeit“ ein, wie Neuer sagte. Real Madrid muss neben dem weiterhin verletzten Torwart Thibaut Courtois auch den gesperrten Mittelfeldspieler Aurélien Tchouaméni ersetzen. Für ihn dürfte der ehemalige Dortmunder Jude Bellingham beginnen, der im Hinspiel nach seiner Einwechslung für viel Schwung sorgte.
Im Vollbesitz seiner Kräfte scheint Stürmerstar Kylian Mbappé zu sein, der sich bei der missglückten Generalprobe gegen den FC Girona eine Kopfwunde zugezogen hatte. Mbappé trainierte zu Wochenbeginn wieder und steht auf der Kaderliste für München. Nationalspieler Antonio Rüdiger gab unterdessen eine klare Kampfansage an den FC Bayern: „Es war ein harter Abend im Bernabéu. Aber die Geschichte ist noch nicht vorbei. Wir sind noch am Leben. Wir glauben an uns bis zum Schluss.“
Statistische Vorteile und historische Belastungen
Obwohl nahezu alles für die Bayern spricht – Form, Personal, Heimvorteil und eine positive Europapokal-Statistik – lastet der Real-Mythos auf dem Spiel. Nur einmal sind die Münchner in einer K.o-Runde nach einem Auswärtssieg im Hinspiel noch ausgeschieden: 2011 im Achtelfinale gegen Inter Mailand.
Dennoch hat Real Madrid diesen einzigartigen Champions-League-Mythos. Bis heute ist das 0:4 gegen das Real-Team um Cristiano Ronaldo im Halbfinal-Rückspiel 2014 die höchste Heimniederlage der Bayern in Europas Topliga. Schon ein Unentschieden würde den Bayern zum Weiterkommen reichen, doch auf solche Rechenspiele lässt sich Kompany nicht ein: „Meine Gedanken sind unkompliziert. Wir möchten das Spiel einfach zu Hause gewinnen.“
Der Belgier kann und wird wohl wieder auf die Startelf von Madrid setzen. Auch Nationalspieler Serge Gnabry ist nach seinen Knieproblemen fit, wie Kompany bestätigte. Jamal Musiala wird in seinem 50. Champions-League-Spiel damit wohl erneut die Rolle des Edeljokers einnehmen.



