Bayern München festigt Tabellenführung mit Sieg in Dortmund
In einem hochklassigen Bundesliga-Duell hat der FC Bayern München einen wichtigen Schritt in Richtung Meistertitel gemacht. Beim 3:2 (0:1)-Auswärtssieg bei Borussia Dortmund am 24. Spieltag baute der Rekordmeister seinen Vorsprung auf den Verfolger auf elf Punkte aus und entschärfte damit den Titelkampf erheblich.
Schlotterbecks emotionaler Auftritt
Nationalspieler Nico Schlotterbeck stand im Mittelpunkt des packenden Spiels. Nach längerer Verletzungspause fand der Verteidiger nur langsam ins Spiel und erhielt bereits in der 18. Minute nach einer Grätsche gegen Josip Stanišić eine Gelbe Karte. "Da hatte ich ein bisschen Glück", gab Schlotterbeck später zu. Doch nur acht Minuten später sorgte er für den Führungstreffer der Dortmunder mit einem präzisen Kopfball ins rechte untere Eck.
Sein emotionaler Jubel führte ihn über die Werbebande, wobei er klugerweise auf das Ausziehen des Trikots verzichtete, was einen Platzverweis bedeutet hätte. Nach dem Spiel bezeichnete Schlotterbeck die Begegnung als "All-in-Spiel" – die Bayern haben diesen Einsatz angenommen und den gesamten Pott mit nach München genommen.
Personelle Besonderheiten beider Teams
Im Tor der Bayern stand erwartungsgemäß nicht der verletzte Manuel Neuer, sondern Jonas Urbig. Neuer fehlte aufgrund eines Muskelfaserrisses in der linken Wade und wurde nicht einmal nach Dortmund mitgenommen.
Auf Seiten des BVB verzichtete Trainer Niko Kovač zu Beginn auf Stürmer Serhou Guirassy und Ramy Bensebaini. Grund war der muslimische Fastenmonat Ramadan. Kovač erklärte bei Sky: "Es kostet viel Energie, wenn du den ganzen Tag nicht essen und trinken kannst. Deswegen konnte ich die Jungs heute nicht bringen. Wir haben die Daten und sehen, dass es Einfluss auf die Performance hat."
Verletzungspech für BVB-Kapitän Can
Borussia Dortmund wurde früh von Verletzungspech heimgesucht. Kapitän Emre Can musste bereits in der 40. Minute nach einem harmlosen Zweikampf mit Konrad Laimer verletzt ausgewechselt werden. Der Mittelfeldspieler hatte sich am linken Knie verletzt und rief nach medizinischer Hilfe, nachdem er sich zunächst noch quälend über den Platz bewegt hatte.
Bayerns Comeback in der zweiten Halbzeit
Nach der Pause startete Dortmund aggressiv und war einem zweiten Tor nahe, doch dann gelang den Bayern der Ausgleich durch einen genialen Spielzug. Joshua Kimmich chipste den Ball auf Serge Gnabrys Kopf, der wiederum zu Harry Kane ablegte. "Wir spielen ja auch schon ein bisschen länger zusammen", kommentierte Kimmich den gelungenen Angriff.
Kane drehte das Spiel schließlich in der 70. Minute mit einem Strafstoß, den Gregor Kobel zwar noch berühren konnte, der aber dennoch im Netz landete. Für den englischen Stürmer war es bereits der vierte Doppelpack in Serie und sein 30. Saisontor in der Bundesliga.
Kimmichs entscheidender Treffer
Obwohl Daniel Svensson in der 83. Minute noch einmal ausgleichen konnte, hatte Joshua Kimmich das letzte Wort. Der Bayern-Anführer traf in der 87. Minute nach einem Abpraller volley zum 3:2-Endstand. Nach dem Spiel zeigte sich Kimmich zuversichtlich: "Es liegt schon an uns. Das dürfen wir nicht mehr abgeben." Auf den Hinweis, dass ein solcher Vorsprung in der Vergangenheit schon verspielt worden sei, entgegnete er selbstbewusst: "Das wird so bleiben."
Meisterschaftsentscheidung nahezu besiegelt
Mit diesem Sieg hat Bayern München nicht nur die direkte Konkurrenz besiegt, sondern auch psychologisch einen wichtigen Punkt gesetzt. Bei noch zehn ausstehenden Spieltagen erscheint eine Aufholjagd des BVB nahezu unmöglich. Der Vorsprung von elf Punkten gibt den Münchnern eine komfortable Position im Titelrennen, das damit deutlich an Spannung verloren hat.



