Bayerns Berlin-Traum lebt: Kane und Díaz schießen Rekordmeister ins Halbfinale
Der Traum von der Rückkehr ins Berliner Olympiastadion ist für den FC Bayern München wieder greifbar geworden. Der Rekordpokalsieger hat das intensive und lange umkämpfte Viertelfinale des DFB-Pokals gegen RB Leipzig mit einem klaren 2:0 (0:0) Erfolg für sich entschieden und zieht damit erstmals seit dem Jahr 2020 wieder in die Halbfinalrunde des bedeutenden nationalen Pokalwettbewerbs ein. Für die Münchner bedeutet dieser Sieg die Chance auf den ersten Pokalcoup seit sechs Jahren, nachdem sie in der Zwischenzeit mehrfach bereits in früheren Runden gescheitert waren.
Kane und Díaz entscheiden das Spiel in drei Minuten
In einem taktisch hochklassigen und physisch anspruchsvollen Duell benötigte der FC Bayern bis zur 64. Spielminute, um die entscheidende Bresche zu schlagen. Nach einem Foul an Josip Stanisic im Leipziger Strafraum verwandelte Stürmerstar Harry Kane den fälligen Elfmeter mit gewohnter Sicherheit zum 1:0. Für den englischen Nationalspieler war dies bereits sein 39. Pflichtspieltreffer in der laufenden Saison und bereits der fünfte Erfolgstreffer speziell gegen RB Leipzig. Nur drei Minuten später vollendete der in letzter Zeit hervorragend aufgelegte Luis Díaz nach einem präzisen Zuspiel von Michael Olise zum 2:0 und besiegelte damit endgültig den Einzug der Bayern ins Halbfinale.
Historische Bedeutung und kommende Herausforderungen
Dieser Erfolg hat für den FC Bayern München eine besondere historische Dimension, da der Verein seit seinem letzten Pokalsieg im Jahr 2020 dreimal bereits in der zweiten Runde ausschied und jeweils einmal im Viertel- sowie im Achtelfinale scheiterte. Vorstandschef Jan-Christian Dreesen hatte vor der Partie die immense Bedeutung des Wettbewerbs unterstrichen und von "Nachholbedarf" gesprochen. Im Halbfinale am 21. oder 22. April wartet nun entweder Bayer Leverkusen, der VfB Stuttgart oder der SC Freiburg auf die Münchner. Die Auslosung der genauen Paarungen findet am 22. Februar statt, das Finale in Berlin ist für den 23. Mai terminiert.
Leipzigs Pokaldominanz endet vorerst
Für den Pokalspezialisten RB Leipzig, der in den Jahren 2022 und 2023 den DFB-Pokal gewann und in den vergangenen sieben Jahren viermal das Finale erreichte, bedeutet diese Niederlage das vorläufige Ende der Pokalambitionen. Nach einer 0:6- und einer 1:5-Niederlage in der Bundesliga war dies bereits die dritte Pleite gegen die Bayern in dieser Spielzeit. Die Sachsen können sich nun vollständig auf den engen Kampf um die Champions-League-Plätze in der Bundesliga konzentrieren, während die Bayern weiterhin in allen drei Wettbewerben – Bundesliga, Champions League und DFB-Pokal – aussichtsreich im Rennen um Titel sind.
Spielverlauf und taktische Entscheidungen
Trainer Vincent Kompany verzichtete nach dem 5:1-Erfolg im Bundesliga-Topspiel gegen Hoffenheim auf Wechsel in seiner Startformation, während Leipzigs Coach Ole Werner sein Team auf zwei Positionen veränderte. Die Anfangsphase gehörte den Gästen aus Leipzig, die mit mutigem Pressing die Bayern zu Fehlern zwangen. Dennoch ergaben sich auch früh Chancen für die Münchner: Castello Lukeba musste in der 12. Minute auf der Linie gegen einen Schuss von Kane retten, nachdem Torhüter Maarten Vandevoordt bereits geschlagen war. Díaz und Kane vergaben wenig später weitere gute Möglichkeiten.
Nach der Pause gewannen die Bayern zunehmend die Kontrolle über das Spielgeschehen. Manuel Neuer parierte in der 37. Minute eine gute Chance von David Raum, während Vandevoordt auf der anderen Seite gegen Aleksandar Pavlovic, Kane und Serge Gnabry stark reagierte. Die entscheidenden Szenen folgten dann in der Schlussphase: Zunächst der Foulelfmeter durch Kane, dann das 2:0 durch Díaz. Bereits vor dem Schlusspfiff stimmten die Bayern-Fans das berühmte "Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin" an – ein klares Signal, dass der Traum vom Pokalsieg 2026 sehr real ist.



