FC Bayern München: Hungrig nach dem Pokal - Nach Leipzig-Sieg ist Berlin in greifbarer Nähe
Bayern nach Leipzig-Sieg: Pokal-Finale zum Greifen nah

„Der ganze Klub will in dieses Finale“: Bayern nehmen Pokal nach Leipzig-Sieg ins Visier

„Dieses Jahr muss es mal wieder klappen“, sagt Bayerns Vize-Kapitän Joshua Kimmich mit Nachdruck. Der Blick richtet sich auf das DFB-Pokal-Finale, das für den FC Bayern München erstmals seit 2020 wieder zum Greifen nahe ist. Nach dem überzeugenden 2:0-Erfolg gegen RB Leipzig am Mittwochabend haben die Münchner das Halbfinale erreicht – und die Sehnsucht nach der Trophäe ist im gesamten Verein spürbar.

Die lange Abstinenz und der große Hunger

Überfluss kann schnell zu Überdruss führen. Selbst Bundesliga-Meisterschaften haben einen gewissen Sättigungswert. In den letzten 13 Jahren durfte der FC Bayern zwölf Mal die Meisterschale entgegennehmen, lediglich der Ausrutscher in der Saison 2023/24, als Bayer Leverkusen so dominant auftrumpfte wie sonst nur die Münchner, unterbrach die beeindruckende Serie. Doch was man lange nicht mehr in den Händen halten durfte, das möchte man nun mit beiden Händen greifen.

Der DFB-Pokal, oftmals lediglich als Anhängsel der Meisterschale betrachtet, um das nationale Double komplett zu machen, ist für den FC Bayern zu einem echten Sehnsuchtsziel geworden. Die Münchner mussten in den vergangenen Jahren jedoch leiden: In den letzten fünf Spielzeiten scheiterten sie dreimal bereits in der zweiten Runde, einmal im Viertel- und einmal im Achtelfinale.

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Die Stimmen aus dem Verein

Mit akzentuierter Betonung hob Bayerns Vorstandsboss Jan-Christian Dreesen nach dem Sieg über Leipzig das „wir“ und das Adjektiv „ganze“ hervor: „Wir haben eine Riesensehnsucht. Der ganze Klub will in dieses Finale.“ Vereinspräsident Herbert Hainer sprach von „einem großen Traum“, der nun Realität werden könnte.

Der 23. Mai in Berlin ist das konkrete Datum, das fest im Visier steht. Weil dieses Ziel greifbarer und planbarer erscheint als das Champions-League-Finale am 30. Mai in Budapest, wo die Gegner von einem anderen Kaliber sind und drei weitere K.o.-Runden überstanden werden müssen.

Das besondere Erlebnis Berlin

„Das Finale, dieser Tag in Berlin ist ein cooles, jedes Mal besonderes Erlebnis“, gesteht Vizekapitän Joshua Kimmich. Die selbstverschuldete Abstinenz der letzten Jahre habe „extrem genervt“. Intern pushe man sich an der Säbener Straße ständig mit motivierenden Sätzen wie: „Wir alle wollen nach Berlin! Dieses Jahr muss es mal wieder klappen!“

Es winkt der Vereinsausflug des Jahres, auf den sich sämtliche Familienangehörige und Freunde freuen, die mit Karten eingedeckt werden können. Meist reisen auch viele Mitarbeiter der Säbener Straße zur großen Feier, die rein atmosphärisch von 20.000 bis 30.000 Fans beider Lager geprägt wird.

Der Reiz des direkten Erfolgs

Die Profis lieben es, nach einem Erfolg direkt danach den Lohn – eine Trophäe – entgegennehmen zu dürfen. Meisterschaften gewannen die Bayern in den letzten Jahren oft ohne eigenes Spiel, beispielsweise 2025 vor dem Bildschirm, ob auf der heimischen Couch oder beim Rudelgucken im Käfer-Restaurant. Berlin ist direkter, das pure Vergnügen – wenn es klappt.

„Diejenigen, die schon dort gewesen sind, wissen, wie besonders es ist, in Berlin zu spielen“, sagt Kapitän Manuel Neuer. Der 39-Jährige ist Mister Pokal des aktuellen Teams: Bei acht Endspielteilnahmen durfte er sechsmal den Pott stemmen – davon einmal 2011 mit Schalke 04.

Historische Rekorde und der Anspruch des FC Bayern

Bastian Schweinsteiger ist mit sieben Goldmedaillen der erfolgreichste Spieler des Wettbewerbs. Manuel Neuer könnte den Ex-Bayern-Profi nun einholen. Wie der Torhüter haben auch Oliver Kahn, Philipp Lahm, David Alaba, Franck Ribéry, Claudio Pizarro und Thomas Müller sechs Pokalfeiern hinter sich.

„Das war immer ein tolles Wochenende für uns, eine tolle Atmosphäre“, sagt Präsident Herbert Hainer. Für ihn gehöre es „zu unserem Anspruch, dass wir den Pokal von Zeit zu Zeit gewinnen.“ Der Clou wäre, wenn Berlin die Generalproben-Party für Budapest wäre – schließlich lebt der Triple-Traum weiter.

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„Wir sind in Position“, meint Joshua Kimmich selbstbewusst. Und Manuel Neuer ergänzt: „Der Drang ist da, gerade mit der Mannschaft, die wir jetzt haben.“ Grinsend fügt der Torhüter hinzu: „Es läuft.“ Das Offensiv-Trio um Harry Kane, Michael Olise und Luis Díaz zeigte sich auch beim Sieg über Leipzig in starker Verfassung und unterstreicht die Ambitionen der Münchner.

Im Halbfinale warten mit Bayer Leverkusen (3:0 in der Liga besiegt), dem SC Freiburg (6:2 besiegt) und dem VfB Stuttgart (5:0 und 2:1 im Supercup bezwungen) Gegner, die man in dieser Bundesliga-Saison bereits allesamt besiegt hat. Die Auslosung findet am 22. Februar statt, die Halbfinalspiele werden am 21. oder 22. April ausgetragen.