Vielen Dank für diese 90 Minuten pure Fußballkunst! In einem unfassbaren Spektakel der besten Offensivreihen der Welt zieht der FC Bayern im Halbfinal-Hinspiel der Champions League bei Titelverteidiger Paris St.-Germain den Kürzeren, verliert mit 4:5. Neun Tore, zwei Elfmeter, Chancen auf beiden Seiten – oder kurz: ein Spiel für die Geschichtsbücher.
Torreichstes Champions-League-Halbfinale aller Zeiten
Das torreichste Champions-League-Halbfinale der Geschichte sieht Trainer Vincent Kompany (40) nur von der Tribüne aus. Der Belgier fehlt wegen einer Gelbsperre. Während Kompany an der Seitenlinie von seinem Assistenten Aaron Danks (42) vertreten wird, sitzt der Chefcoach auf der Haupttribüne in der Nähe des Pressebereichs – und sieht ein Spektakel.
Merci für diesen Fußballabend!
Den Startschuss für die wilde Offensiv-Reise liefern die Bayern. Pacho stellt sich ungeschickt im Zweikampf mit Díaz an, trifft den Kolumbianer im Strafraum am Fuß. Schiri Schärer zeigt sofort auf den Punkt. Kane verwandelt unten rechts – 1:0 (17.).
In der Folge nimmt die Partie immer weiter an Fahrt auf, es geht hin und her. Stanisic lässt Kvaratskhelia im Rücken laufen und lässt sich dann im Eins-gegen-eins vernaschen, sodass der Georgier den Ball wunderschön ins lange Eck schlenzen kann – 1:1 (24.). So gut die Bayern mit ihrem 102-Tore-Quartett um Kane, Olise, Díaz und Musiala sind, defensiv lassen die Münchner vor allem über die Außen viel zu viele Lücken. Nachdem Neves den Ball nach einer Ecke zum 2:1 für PSG einköpft (33.), kontern die Bayern mit einem Olise-Knaller (41.). Doch das letzte Wort in Halbzeit eins haben die Franzosen. Davies (spielt überraschend für Gnabry) bekommt den Ball im Strafraum an den abgespreizten Arm. Den fälligen Elfmeter verwandelt Ex-BVB-Star Dembélé zum 3:2 im rechten Eck (45.+5). Zu diesem Zeitpunkt ist es bereits die torreichste Halbzeit in der Geschichte eines Champions-League-Halbfinales.
Wilde zweite Hälfte
Wer denkt, nach der Pause geht es ruhiger zu – der irrt sich. Ab jetzt heißt es anschnallen. Nach dem Doppelschlag von Kvaratskhelia (56.) und Dembélé (59.) sieht es nach einer ganz bitteren Paris-Nacht für die Bayern aus – 2:5. Doch die Münchner zeigen Moral, lassen sich nicht unterkriegen und schlagen doppelt zurück. Innerhalb von vier Minuten kommen die Bayern wieder ran, verkürzen durch Upamecano (65.) und Díaz (69.) auf 4:5 ran. Für den Ausgleich reicht es am Ende nicht mehr. Heißt: Die Bayern brauchen im Rückspiel kommende Woche (6. Mai) in München definitiv einen Sieg. Doch der Traum vom Finale (30. Mai in Budapest) und dem Triple lebt noch weiter.



