Viertelfinale im DFB-Pokal: Bayern München empfängt RB Leipzig
Die Anfahrt zur Allianz Arena könnte sich für den FC Bayern München zum unerwarteten Problem entwickeln. Ein angekündigter Streik im öffentlichen Nahverkehr droht, den Anreiseplan von 75.000 Fußballfans zum Viertelfinalspiel im DFB-Pokal gegen RB Leipzig am Mittwochabend (20.45 Uhr/ARD und Sky) erheblich zu beeinträchtigen.
Kompany findet pragmatische Lösung für Streik-Chaos
Für dieses logistische Hindernis hat Bayern-Trainer Vincent Kompany bereits eine einfache Lösung parat. «Wir werden sicherlich auch früher zum Stadion fahren», erklärte der Coach mit Blick auf die erwarteten Verkehrsbehinderungen. Damit möchte er sicherstellen, dass sein Team pünktlich zum Anpfiff bereitsteht.
Doch ist die Anfahrt zum Stadion womöglich die größere Herausforderung als die Roten Bullen aus Sachsen auf dem Platz? Die bisherigen Bundesliga-Ergebnisse dieser Saison sprechen eine deutliche Sprache: Ein 6:0-Heimsieg der Bayern und ein 5:1-Auswärtssieg in Leipzig könnten auf ein klares Kräfteverhältnis hindeuten.
Bayerns großer Pokalhunger nach Jahren der Enttäuschung
Doch Kompany warnt vor voreiligen Schlüssen. «Im Pokal gewinnt man nicht jedes Spiel 4:0, 5:0 und kann am Ende den Pokal in die Luft strecken», betonte der 39-Jährige. Er erinnerte an das frühe Ausscheiden der Bayern im letzten Jahr nach einer Roten Karte für Kapitän Manuel Neuer im Achtelfinale gegen Bayer Leverkusen.
Der Hunger, endlich wieder ins Finale nach Berlin zu kommen, ist beim Rekordsieger nach dem letzten Pokalgewinn 2020 extrem groß. «Wir sind sechs Jahre nicht in Berlin gewesen. Davor achtmal in zehn Jahren. Da haben wir Nachholbedarf», erklärte Bayern-Chef Jan-Christian Dreesen deutlich.
Offensivstärke gegen taktische Disziplin
Mit 111 Toren in 32 Spielen über alle Wettbewerbe verfügen die Bayern über eine beeindruckende Offensivkraft um Torjäger Harry Kane, Top-Vorbereiter Michael Olise und Wirbelwind Luis Díaz, den Kompany als «eine Maschine mit einer Riesenenergie» beschrieb. Kane selbst verkündete: «Jetzt beginnt die eigentliche Saison. Und wir sind überall in einer guten Position.»
Auf der anderen Seite zeigt Leipzig-Trainer Ole Werner kämpferische Entschlossenheit. «Keiner rechnet damit, dass wir als Sieger vom Platz gehen. Wir tun es schon», sagte er mutig. Sein Plan: Kein offener Schlagabtausch mit den Bayern, sondern taktische Disziplin. «Du musst bei deiner Spielidee bleiben, selbst wenn du in Rückstand gerätst», betonte Werner.
Luxusproblem und Finalambitionen
Neben dem Streik hat Kompany noch ein angenehmes Problem zu lösen: Da alle Profis aktuell gesund sind, muss ein Spieler auf der Tribüne Platz nehmen. «Für mich ist das eine positive Sache. Die Jungs sind fit», kommentierte der Trainer diese Auswahlentscheidung.
Beide Teams blicken bereits über das Viertelfinale hinaus. Im Idealfall könnte die Saison für den FC Bayern bis zu den Finalspielen im DFB-Pokal und der Champions League Ende Mai dauern. Für RB Leipzig geht es darum, die Lehren aus den beiden Bundesliga-Niederlagen in die Tat umzusetzen und die Überraschung zu schaffen.



