Die Bayern-Angst vor der Länderspielpause: Bitte nicht wie letztes Jahr
Eigentlich könnte der FC Bayern München entspannt in das Bundesliga-Heimspiel gegen Union Berlin am Samstag gehen. Doch eine dunkle Erinnerung aus der jüngeren Vergangenheit lastet schwer auf den Schultern der Münchner: die Verletzungen während der Länderspielpause vor genau einem Jahr.
„Ich will nichts heraufbeschwören“, sagte Sportvorstand Max Eberl, doch die Sorgenfalten sind nicht zu übersehen. Vor ziemlich genau einem Jahr verletzten sich gleich mehrere Bayern-Profis während der Länderspiele für ihre Nationalteams. Alphonso Davies und Dayot Upamecano erlitten sogar schwere Verletzungen, während Manuel Neuer, Hiroki Ito, Aleksandar Pavlovic, Jamal Musiala und Kingsley Coman ebenfalls ausfielen.
Ein verhängnisvoller Rückschlag
Dieser empfindliche Rückschlag war letztlich mitentscheidend für das Aus des FC Bayern im Champions-League-Viertelfinale gegen Inter Mailand. Eberl sprach vom „Casus Knacksus“, dem Knackpunkt der gesamten Saison. Bereits im Jahr 2024 waren in der entscheidenden Phase des Champions-League-Halbfinales gegen Real Madrid wichtige Spieler wie Kingsley Coman und Raphael Guerreiro verletzt ausgefallen.
Angeschlagen waren damals zudem:
- Dayot Upamecano
- Harry Kane
- Matthijs de Ligt
- Jamal Musiala
- Leroy Sané
- Konrad Laimer
Bei den Bayern geht nun die Angst vor einem Verletzungs-Triple im dritten Jahr in Folge um. Auf ein solches Drama können die Münchner wahrlich gut verzichten.
Kompanys Hoffnung und Realität
Während Vorstandschef Jan-Christian Dreesen seine Bedenken äußerte, versuchte Trainer Vincent Kompany, optimistisch zu bleiben. „Ich verstehe das Gefühl von Max und Jan“, sagte der Belgier an der Säbener Straße. Vor der März-Pause im letzten Jahr „haben wir High Five gemacht: Alle sind fit – und auf einmal hatten wir vier Spieler weg. Das haben wir nicht im Griff.“
Doch Kompany sieht einen entscheidenden Unterschied: „Letztes Jahr waren es Pflichtspiele, jetzt sind es Freundschaftsspiele.“ Viele Trainerkollegen bei den Nationalteams hätten daher bereits entschieden, dass die Spieler wahrscheinlich nicht beide Spiele absolvieren werden. „Das ändert viel. Deswegen hoffe ich, dass alles gut läuft.“
Neuer und Musiala im Fokus
Besonders im Blickfeld stehen Torhüter Manuel Neuer und Regisseur Jamal Musiala. Neuer trainiert nach seinem Muskelfaserriss in der Wade wieder und hatte sogar eine kleine Chance auf den Kader gegen Union Berlin. Musiala wird dagegen nach Schmerzen am operierten linken Sprunggelenk behutsam aufgebaut.
„Bei Jamal haben wir eins zu eins das gleiche Ziel. Wir wollen das Beste für Jamal, damit er wieder sein bestes Level erreicht. Dann ist es gut für die Nationalmannschaft und gut für uns“, erklärte Kompany über den Austausch mit Bundestrainer Julian Nagelsmann. Wann Musiala wieder spielen kann, bleibt jedoch offen. Er soll nach den Länderspielen „im richtigen Moment“ wieder in die Mannschaft integriert werden.
Ausfälle gegen Union Berlin
Neben Musiala fallen gegen Union Berlin auch Sven Ulreich (Muskelbündelriss), Jonathan Tah (Gelbsperre), Alphonso Davies (Reha), Luis Díaz und Nicolas Jackson (beide Rotsperre) aus. Doch die Statistik spricht für die Bayern: Von bisher 13 Spielen gegen die Eisernen hat der FC Bayern keines verloren (acht Siege, fünf Remis). Ein bemerkenswerter Rekord, der auch am Samstag Bestand haben soll.
Hoffen und Bangen begleiten die Münchner in diese kritische Phase. Damit der bayerische Triple-Traum nicht im Viertelfinale der Königsklasse gegen Real Madrid am 7. und 15. April platzt. Sollten alle Spieler fit sein und die Verletzten rechtzeitig zurückkehren, dann „haben wir ein richtig gutes Gefühl, in diese fantastischen Wochen zu gehen“, so Kompanys abschließende Worte.



