Heftige Kritik von Dietmar Beiersdorfer an Rot-Weiss Essen
In der 3. Liga kommt es zu einem handfesten Streit. Dietmar Beiersdorfer (62), der damalige Geschäftsführer des FC Ingolstadt, äußerte sich nach der 3:5-Heimniederlage gegen den Absteiger Erzgebirge Aue bei MagentaSport äußerst verärgert über den Ligakonkurrenten Rot-Weiss Essen. Der Auslöser: Die öffentlichen Avancen von RWE in Richtung des Ingolstädter Angreifers Marcel Costly (30).
RWE-Boss wirbt öffentlich um Spieler
Marc-Nicolai Pfeifer, der Geschäftsführer von Rot-Weiss Essen, hatte zuvor im vereinseigenen Kanal verkündet, dass der Kontakt zu Costly bereits seit zwei Spielzeiten bestehe. Diese Aussagen brachten Beiersdorfer in Rage. Der 62-Jährige kritisierte scharf: „An der Stelle darf ich wirklich mal sagen, dass ich das für sehr unkollegial halte, auch nicht wirklich professionell, ein bisschen unseriös, wenn im hauseigenen Kanal über Spieler gesprochen wird, die noch mindestens zwei Jahre Vertrag bei einem anderen Klub haben.“
Beiersdorfer berichtet von abgelehnten Anfragen
Beiersdorfer führte weiter aus: „Ich kann dazu sagen, dass wir im Winter gesprochen haben, dass eine Anfrage von Rot-Weiss Essen gekommen ist. Sie haben es überall versucht, beim Präsidenten, bei mir, mit verschiedenen Personen. Es war schon sehr verwunderlich. Sie wollten ihn sehr stark, wir haben das abgelehnt, weil wir ‚Cello‘ sehr schätzen und froh sind, dass er hier ist. Er ist ein Spieler, der immer ans Limit gehen und so hoch wie möglich in seiner Karriere spielen will, wir sind da in ganz, ganz enger Abstimmung.“
Costly selbst äußert sich zu seiner Zukunft
Marcel Costly, dessen Vertrag in Ingolstadt noch bis 2028 läuft, sagte über seine sportliche Perspektive: „Ich weiß jetzt gerade nicht, wo ich nächste Saison spiele. Das ist auch ziemlich schwer, nach so einem Spiel darüber zu sprechen. Die zweite Halbzeit haben wir 4:0 verloren. Das war von allen Beteiligten desaströs, so muss man das ganz klar sagen. Was nächste Saison ist, wird man sehen. Da werde ich mir meine Gedanken nach der Saison machen.“ Diese Aussagen deuten nicht unbedingt auf einen Verbleib in Ingolstadt hin.
Beiersdorfer: „Die sollen sich um die eigenen Sachen kümmern“
Auf die Frage, ob er für Gespräche mit anderen Klubs offen sei, antwortete Costly: „Definitiv! Nach so einer Saison möchte ich gerne weitere Schritte in meiner Karriere gehen, das Bestmögliche rausholen, und ich denke, das will jeder Profi.“ Es sei „natürlich schön, von anderen Vereinen zu hören, dass das Interesse da ist“. Beiersdorfer hingegen richtete deutliche Worte an RWE: „Die sollten sich um die eigenen Sachen kümmern. Ich weiß, da ist natürlich ein bisschen Druck auf dem Kessel in Essen, ich verstehe das auch auf der einen Seite, aber andererseits kann man keine anderen Vereine, Spieler, Namen oder Persönlichkeiten dazu missbrauchen, um in der Öffentlichkeit für sich Werbung zu machen.“
Beiersdorfer und FC Ingolstadt trennen sich
Am Montag gab der FC Ingolstadt bekannt, dass sich die Wege von Dietmar Beiersdorfer und dem Klub nach viereinhalb Jahren im gegenseitigen Einvernehmen mit sofortiger Wirkung trennen. Dies sei das Ergebnis „offener Gespräche über die zukünftige Ausrichtung“ des Vereins. Der Streit mit RWE dürfte dabei eine Rolle gespielt haben.



