Sven Bender gesteht: Körpermanipulation im Profifußball hinterlässt bleibende Schmerzen
Bender: Körpermanipulation im Fußball hinterlässt Schmerzen

Ehemaliger Nationalspieler bezahlt hohen Preis für Fußballkarriere

Sven Bender, einst als Draufgänger auf dem Fußballplatz bekannt, äußert sich nun mit bemerkenswerter Offenheit über die gesundheitlichen Konsequenzen seiner Profikarriere. Der 36-jährige Ex-Nationalspieler, der aktuell als Cheftrainer der SpVgg Unterhaching tätig ist, gesteht im Interview mit Spox: „Ich habe meinen Körper maximal manipuliert“. Diese Manipulation habe jedoch ihren Tribut gefordert.

Tägliche Schmerzen trotz jungem Alter

Fünf Jahre nach seinem Karriereende bei Bayer Leverkusen leidet Bender unter permanenten Beschwerden. „Es gibt wenige Tage, ob mit oder ohne Fußballspielen, an denen ich keine Schmerzen habe“, verrät der ehemalige Defensivspieler. Besonders bemerkenswert ist dabei sein vergleichsweise junges Alter. Bender betont, dass sein Abschied vom Profifußball im Sommer 2021 genau zum richtigen Zeitpunkt kam: „Sonst wäre es in der Gegenwart noch schlimmer.“

Die medizinischen Fakten untermauern Benders persönliche Erfahrungen. Eine Studie des Fachmagazins Lancet Public Health aus dem Jahr 2025 belegt, dass Fußballprofis ein um das anderthalbfache erhöhtes Risiko für neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer aufweisen. Zusätzlich drohen langfristige Schäden durch:

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  • Dauerhafte Sehnen- und Muskelbelastungen
  • Fortschreitenden Gelenkverschleiß
  • Wiederholte Verletzungen ohne ausreichende Regeneration

Brüderliche Warnungen und gemeinsame Erfahrungen

Benders Zwillingsbruder Lars, der parallel seine Karriere beendete, hatte bereits während der aktiven Zeit vor den Folgen gewarnt. „Wir haben totalen Raubbau an unseren Körpern betrieben“, erklärte Lars Bender gegenüber der SportBild. Beide Brüder verpassten während ihrer Laufbahn zahlreiche Spiele aufgrund von Verletzungen – Sven 125 Partien, Lars sogar 186.

Heute reflektiert Sven Bender kritisch auf seine Entscheidungen: „Mit dem Wissen von heute könnte ich es aber kein zweites Mal machen“. Dennoch zeigt er sich pragmatisch: „Das ist das Opfer, das man bringen muss. Dazu war ich bereit.“ Sein Kopf habe stets den Körper ausgespielt, über einen Zeitraum von mehr als 15 Jahren professionellen Fußballs.

Von der Spieler- zur Trainerkarriere

Nach dem Ende ihrer Profilaufbahn blieben beide Brüder dem Fußball erhalten und wechselten in Trainerpositionen. Sven Bender leitet aktuell die SpVgg Unterhaching, während sein Bruder Lars ebenfalls im Trainergeschäft tätig ist. Ihre gemeinsame Erfahrung mit den körperlichen Folgen des Hochleistungssports prägt nun ihren Blick auf die Belastungen heutiger Spieler.

Die offenen Worte der Bender-Brüder werfen wichtige Fragen zum Umgang mit Spielergesundheit im Profifußball auf. Sie zeigen deutlich, dass die körperlichen Opfer einer Fußballkarriere oft weit über die aktive Zeit hinausreichen und zu dauerhaften Beeinträchtigungen führen können.

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