Benfica mit gesperrtem Prestianni in Madrid: UEFA-Entscheidung steht im Mittelpunkt
Der portugiesische Fußballklub Benfica Lissabon ist mit seinem vorläufig gesperrten argentinischen Profi Gianluca Prestianni nach Madrid gereist. Dies bestätigte Co-Trainer João Tralhão bei der Pressekonferenz am Dienstag, einen Tag vor dem entscheidenden Playoff-Rückspiel der Champions League bei Real Madrid. Das Spiel findet am Mittwoch um 21:00 Uhr statt und wird bei DAZN übertragen.
Rassismus-Vorfall überschattet die Partie
Die Begegnung steht nach dem mutmaßlichen Rassismus-Vorfall im Hinspiel vor einer Woche besonders im Fokus der Öffentlichkeit. Prestianni soll dabei den brasilianischen Spieler von Real Madrid, Vinícius Júnior, als "Affe" bezeichnet haben. Der Benfica-Profi bestreitet diese Vorwürfe vehement und verwies darauf, dass er sich in der umstrittenen Szene lediglich das Trikot vor den Mund gezogen habe.
Die Disziplinar- und Ethik-Kommission der UEFA reagierte prompt und sperrte Prestianni vorläufig für das Rückspiel. Der Klub aus Lissabon legte umgehend Protest gegen diese Entscheidung ein und betonte die Unschuld seines Spielers. "Wir müssen uns auf alle Szenarien vorbereiten", erklärte Co-Trainer Tralhão und unterstrich damit die angespannte Situation.
Mourinho fehlt am Spielfeldrand
Neben Prestianni wird auch Star-Coach José Mourinho im Rückspiel gesperrt sein. Der 63-jährige Portugiese hatte im Hinspiel die Rote Karte gesehen und sich im Anschluss kritisch über den Jubel von Vinícius Junior nach dessen entscheidendem Tor geäußert. Real Madrids Torwart Thibaut Courtois kommentierte dies mit den Worten: "Mourinho ist Mourinho, und als Trainer verteidigst du deinen Club und deinen Spieler."
Courtois zeigte sich jedoch enttäuscht darüber, dass Mourinho den Jubel von Vinícius Junior thematisiert hatte. "Das Einzige, was mich enttäuscht, ist, Vini's Jubel zu nutzen. Er hat nichts Falsches gemacht. Er hat gejubelt, wie es viele Gegner gegen uns getan haben", sagte der belgische Torhüter. Mit Blick auf rassistische Vorfälle in Stadien betonte er: "Wir erleben einen wichtigen Moment für den Fußball, um solche Dinge zu beenden."
Appell für einen Wendepunkt im Kampf gegen Rassismus
Real Madrids Trainer Álvaro Arbeloa unterstützte diese Aussage und erklärte: "Wir haben eine großartige Gelegenheit, einen Wendepunkt im Kampf gegen Rassismus zu setzen." Er verwies darauf, dass die UEFA traditionell ein Vorreiter im Kampf gegen Rassismus sei und nun die Chance habe, diesen Kampf nicht nur auf Slogans und Banner zu beschränken. "Ich hoffe, dass sie diese Gelegenheit nutzt", so Arbeloa abschließend.
Die Ereignisse werfen ein Schlaglicht auf die anhaltenden Herausforderungen im Profifußball mit Rassismus und Diskriminierung. Die Entscheidung der UEFA in diesem Fall wird mit Spannung erwartet und könnte wegweisend für zukünftige Verfahren sein.



