St. Paulis Trainer Blessin tobt: "Wir spielten gegen zwölf Mann!" nach 1:2-Pleite
Es sollte für den FC St. Pauli der nächste wichtige Schritt in Richtung des dringend benötigten Klassenerhalts in der Fußball-Bundesliga werden. Doch das Heimspiel gegen den SC Freiburg entwickelte sich für die Kiez-Kicker zu einem bitteren Rückschlag. Nach einer 1:2-Niederlage im eigenen Stadion steht der Verein nun auf dem gefährlichen Relegationsplatz 16 und blickt mit viel Frust in die anstehende Länderspielpause.
Starke erste Hälfte, bitteres Ende
Vor dem Anpfiff wurden die Spieler von St. Pauli von ihren treuen Fans mit einem furiosen Bus-Empfang begeistert empfangen, bei dem zahlreiche Nebel-Fackeln gezündet wurden. Entsprechend motiviert und heiß wirkten die Kiez-Kicker von Beginn an und lieferten eine überzeugende erste Halbzeit ab. Einzig ärgerlich blieb, dass letztlich „nur“ der Führungstreffer durch Danel Sinani in der 24. Minute heraussprang. Diese knappe Führung sollte sich nach der Pause rächen, als die Freiburger zunehmend besser ins Spiel fanden.
Verteidiger Hauke Wahl analysierte im Interview mit DAZN: „Es war eine sehr gute erste Hälfte von uns, dann ist Freiburg aufgewacht. Das hohe Pressing haben wir in der zweiten Hälfte nicht mehr konsequent durchhalten können.“ Pech für St. Pauli, dass Wahl einen Schuss von Vincenzo Grifo ausgerechnet auf den Oberschenkel von Ex-Paulianer Igor Matanovic abfälschte, der von dort zum 1:1-Ausgleich ins Netz sprang (65. Minute).
Torwartpatzer und Schiedsrichterkritik
Noch bitterer war der zweite Treffer für Freiburg. Beim 1:2 patzte Torwart Nikola Vasilj, als er einen Schuss von Ritsu Doan zur Seite abprallen ließ und Matanovic erneut zur Stelle war, um abzustauben (78. Minute). Vasilj gestand seinen Fehler ein: „Ich hatte eine gute Position, wollte den Ball eigentlich fangen – das war eindeutig mein Fehler. Normalerweise halte ich neun von zehn solcher Bälle.“
Was St. Paulis Trainer Alexander Blessin (52) jedoch besonders auf die Palme brachte, war Schiedsrichter Florian Badstübner aus Nürnberg. Direkt nach dem Schlusspfiff polterte der Coach über die Gründe der Niederlage: „Wir haben nicht gegen elf Mann gespielt, sondern gegen zwölf – und das war der Schiedsrichter.“ Blessin kritisierte konkret: „Wenn mir ein Schiedsrichter die Gelbe Karte zeigt und mich dann höhnisch anlächelt – das finde ich respektlos. Auch wenn ich emotional aufgebracht bin. Es gab drei kritische Entscheidungen vor dem ersten Freiburger Tor, wo er weiterspielen ließ. Genau aus solchen Gründen kann ein Spiel komplett kippen.“
Schwerer Rückschlag im Abstiegskampf
Für den FC St. Pauli bedeutet diese Niederlage einen schweren Schlag im Kampf um den Verbleib in der Bundesliga. Nach dieser enttäuschenden Leistung und dem verlorenen Heimspiel rutscht der Verein auf den gefährlichen 16. Platz ab, der zur Relegation führen würde. Nächster Gegner nach der Länderspielpause ist am 5. April auswärts Union Berlin – ein weiteres schwieriges Spiel im harten Abstiegskampf der Bundesliga.
Die Stimmung im Verein ist angespannt, besonders nach den deutlichen Worten von Trainer Blessin gegenüber dem Schiedsrichter. Obwohl die Mannschaft in der ersten Halbzeit zeigte, dass sie durchaus in der Lage ist, gegen starke Gegner zu bestehen, fehlte in der entscheidenden Phase die nötige Konstanz und auch ein Quäntchen Glück. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob St. Pauli aus dieser Niederlage lernen und den dringend benötigten Klassenerhalt doch noch schaffen kann.



