Die Oberliga-Fußballer des SV Siedenbollentin haben ihre Pflichtaufgabe erfüllt und einen deutlichen 5:2-Auswärtssieg bei Viktoria Berlin eingefahren. Trotz hochsommerlicher Temperaturen, eines bereits feststehenden Absteigers als Gegner und eines kurzfristigen Platzwechsels zeigte die Mannschaft eine solide Leistung und sicherte sich drei wichtige Punkte.
Haker kritisiert die Rahmenbedingungen
Trainer Christoph Haker zeigte sich nach dem Spiel zufrieden mit dem Ergebnis, aber weniger mit den Umständen. „Am Ende haben wir unsere Pflichtaufgabe erfüllt“, resümierte er nach dem 5:2-Erfolg beim einstigen Drittligisten. Mit nun 41 Punkten steht der SVS auf dem siebten Tabellenplatz in der fünften Liga. „Die Bedingungen hatten aber nichts mit Oberliga-Fußball zu tun“, kritisierte Haker. Statt auf dem Rasen im Stadion Lichterfelde zu spielen, wurde die Partie auf einem Nebenplatz mit Kunstrasen ausgetragen, umgeben von einem Ultimate-Frisbee-Turnier. Offenbar kann sich Viktoria Berlin die Platzmiete im Stadion nicht leisten. „Dass das hier kein Oberliganiveau hatte, war jedem bewusst. Nichtsdestotrotz musst du hier gewinnen, sonst hast du in der Oberliga nichts zu suchen“, sagte Tom Kliefoth.
Bolle gerät in Überzahl in Rückstand
Der SV Siedenbollentin startete mit viel Tempo in die Hauptstadtpartie. Bereits nach acht Minuten sah Viktorias Joseph Dalal nach einem Foul an Kliefoth die Rote Karte – eine Entscheidung, die als zu hart empfunden wurde. Trotz numerischer Überlegenheit nutzten die Gäste ihre Chancen zunächst nicht. Zur Überraschung der 100 Zuschauer ging Viktoria durch ein Tor von Bedford Ares Hakim Bedford in der 27. Minute in Führung. „Wir haben den Gegner phasenweise ins Spiel kommen lassen, das war unnötig“, so Kliefoth.
Doch noch vor der Pause drehte der SVS die Partie. Nach einem Kopfball von Jakub Jan Klimko ließ Viktorias Keeper den Ball nach vorn abtropfen, und Lukas Möller drückte den Ball über die Linie (33.). Nur vier Minuten später traf Kliefoth aus 17 Metern zum 2:1.
Auswärtssieg gerät nicht in Gefahr
Als Klimko nur sechs Minuten nach Wiederanpfiff nach einem feinen Pass von Daniel Eidtner auf 3:1 erhöhte, schien das Spiel gelaufen. Doch der Tabellenletzte verkürzte durch Tim Schüßler auf 2:3 (58.). Wirklich in Gefahr geriet Bolles Auswärtssieg jedoch nie. Durch die Treffer von Kliefoth (78.) und Jannes Harsch (80.) machte der Aufsteiger den 5:2-Erfolg perfekt. „Wir wollen bis Saisonende den 7. Platz verteidigen. Dabei haben wir alles selbst in der Hand. Aber wir haben jetzt schon eine gute Saison gespielt“, resümierte Kliefoth.
Der SV Siedenbollentin spielte mit: Krause, Hartig, Kortüm, Selchow, Eidtner (62. Müller), Knechtel, Klimko (52. Teetz), Möller (62. Appiah), Tiede, Czarnecki (52. Harsch), Kliefoth.



