Bolle-Trainer warnt vor Abstiegskampf: „Wir fühlen uns nicht sicher“
Vor einem richtungsweisenden Spiel stehen am Sonntag die Oberliga-Fußballer des SV Siedenbollentin. Zwar präsentiert sich der Aufsteiger derzeit mit 24 Punkten und Platz 9 in der Tabelle durchaus passabel, doch Trainer Christoph Haker warnt eindringlich vor trügerischer Sicherheit.
Gefährliche Tabellenkonstellation vor Augen
„Wir müssen aufpassen, dass wir nicht in Regionen reinrutschen, in die wir nicht wollen“, sagt Haker vor dem wichtigen Duell gegen den Tabellenvorletzten Croatia Berlin. Der Trainer betont mit Nachdruck: „Wir fühlen uns noch längst nicht sicher.“ Die Situation ist tatsächlich brisant: Sollten die Berliner am Sonntag drei Punkte aus Siedenbollentin entführen, wären sie plötzlich nur noch sechs Punkte entfernt – und Bolle würde unvermittelt wieder mitten im Abstiegskampf stehen.
„Wir müssen schon noch ein paar Punkte holen“, fordert Haker von seiner Mannschaft. Die jüngste Auftaktniederlage in Rostock mit 1:3 gegen Hansa Rostock II hat die Probleme deutlich gemacht. „Wir machen einfach zu viele Fehler, die es dem Gegner leicht macht, Tore zu erzielen“, analysiert der Trainer nüchtern.
Statistik spricht deutliche Sprache
Die Zahlen untermauern Hakers Sorgen: Siedenbollentin weist aktuell ein Torverhältnis von 30:32 auf. „32 Gegentore in 17 Spielen, das ist einfach zu viel“, kritisiert der Coach. Die Partie in Rostock wurde intensiv in der Videoanalyse ausgewertet, und die Mannschaft hat daraus ihre Schlüsse gezogen. „Wir wollen drei Punkte gegen Croatia“, formuliert Haker das klare Ziel für das bevorstehende Spiel.
Verletzungssorgen und personelle Engpässe
Positiv vermeldet der Trainer die Rückkehr von Torjäger Daniel Eidtner. Der erfolgreiche Stürmer, der bereits 13 Treffer in 13 Spielen erzielt hat, musste in Rostock eine Gelbsperre absitzen und wurde schmerzlich vermisst. Allerdings muss Haker auf mehrere verletzte Spieler verzichten: Leon Gehrt, Oskar Fijalkowski, Justin Schultze und Arkadiusz Czarnecki fallen aus.
Fraglich ist zudem der Einsatz von Mittelfeldmann Jakub Klimko, der sich mit muskulären Problemen herumschlägt. Dabei hatte Klimko im Hinspiel im September, das 1:1 endete, Bolle damals in Führung geschossen.
Liga bleibt völlig offen
Der Bolle-Trainer weiß aber auch um die Dynamik dieser Liga: „Drei, vier Siege und man ist wieder in der Spitze dabei. Neustrelitz ist dafür ja das beste Beispiel. Die Liga ist total ausgeglichen.“ Tatsächlich zeigt die Tabelle ein enges Bild: Zwar muss der Verein aufpassen, nicht doch noch in den Abstiegskampf hineingezogen zu werden, gleichzeitig liegt er aber auch nur sechs Punkte hinter Platz drei.
Mit den anstehenden Nachholspielen im März gegen Rathenow und Mahlsdorf könnte der SVS durchaus noch einiges bewegen. „Das sind wichtige Spiele“, betont Christoph Haker, der sich dennoch überzeugt zeigt, dass der Verein nicht mehr groß wird zittern müssen: „Dafür haben wir einfach zu viel Qualität.“ Das Spiel gegen Croatia Berlin am Sonntag um 13 Uhr im Reuter-Sportpark wird zeigen, ob diese Qualität auch unter Druck abrufbar ist.



