Stuttgarts teuerster Sommer-Zugang noch ohne Torbeteiligung in der Liga
Der VfB Stuttgart investierte im vergangenen Sommer satte 17 Millionen Euro Ablöse plus mögliche Boni in die Verpflichtung von Badredine Bouanani. Der 21-jährige algerische Nationalspieler mit französischem Pass wechselte Ende August vom französischen Erstligisten OGC Nizza an den Neckar. Ein halbes Jahr später muss die Bilanz des Offensivspielers jedoch ernüchternd ausfallen.
Bittere Bundesliga-Statistik im Vergleich zu Konkurrenten
In der Bundesliga konnte Bouanani bisher weder ein Tor erzielen noch eine Vorlage geben. Der Flügelspieler kam lediglich auf etwa ein Viertel der möglichen Einsatzminuten. Besonders bitter fällt der direkte Vergleich mit Bilal El Khannouss aus, der zeitgleich als Leihgabe von Leicester City zum VfB stieß. Während sich der Marokkaner sofort zum Unterschiedsspieler entwickelte und die Offensive des Teams bereicherte, muss Bouanani häufig von der Ersatzbank aus zuschauen.
Die Duelle-Statistik offenbart weitere Schwächen: Bouanani gewinnt nur 47 Prozent seiner Zweikämpfe in der Liga und foulte bisher lediglich ein einziges Mal. Seine direkten Konkurrenten auf den Flügelpositionen, Jamie Leweling und Chris Führich, sind mit 56 beziehungsweise 55 Prozent Duelquote deutlich durchsetzungsfähiger.
Hoffnung auf Entwicklung unter Erfolgstrainer Hoeneß
Die Verantwortlichen des VfB Stuttgart wollen dem jungen Franzosen weiterhin Zeit geben, sich zu entwickeln. Von Beginn an wurde Bouanani als Spieler für die Zukunft gesehen. Die Hoffnung besteht, dass er unter Erfolgstrainer Sebastian Hoeneß eine ähnlich steile Lernkurve durchläuft wie einst Enzo Millot. Der mittlerweile zu Al-Ahli gewechselte Mittelfeldspieler benötigte nach seinem Wechsel von AS Monaco zum VfB ebenfalls einige Anlaufzeit, bevor er in der Pokalsieger-Saison zu einem der wichtigsten Offensivspieler der Schwaben avancierte.
Europa League als Lichtblick und WM-Perspektive
Während die Bundesliga-Performanz bisher enttäuscht, konnte Bouanani in der Europa League bereits sein Potenzial zeigen. Mit zwei Toren und einer Vorlage bewies der Flügelspieler auf europäischer Bühne sein Können. Sollte es ihm gelingen, diese Form auch in die nationale Liga zu transferieren, könnte sich für ihn sogar die Tür zur Weltmeisterschaft wieder öffnen.
Der algerische Nationalspieler wurde von Nationaltrainer Vladimir Petković zuletzt nicht für den Afrika-Cup nominiert. Sein letztes Länderspiel liegt bereits zwei Jahre zurück, im Oktober stand er zuletzt im Kader. Um sowohl sein hohes Preisschild zu rechtfertigen als auch wieder Chancen auf eine WM-Nominierung zu erhalten, muss Bouanani in Stuttgart endlich zünden und seine Qualitäten konstant abrufen können.



