Brasilianischer Verband fordert harte Strafen nach mutmaßlichem Rassismus gegen Vinícius
Nach dem mutmaßlichen Rassismus-Vorfall gegen Nationalspieler Vinícius Junior hat sich der brasilianische Fußball-Verband mit deutlichen Forderungen an die UEFA und die FIFA gewandt. In einem offiziellen Statement auf der Homepage erklärte die Confederação Brasileira de Futebol (CBF), einen Brief an die Europäische Fußball-Union und den Weltverband geschickt zu haben.
Exemplarische Bestrafung gefordert
In dem Schreiben, das von Präsident Samir Xaud unterzeichnet wurde, verlangt der CBF strenge Maßnahmen und eine exemplarische Bestrafung der Verantwortlichen. Der Verband bekräftigte darin, dass er eine Überwachung des Falls durch die FIFA erwartet und dass die UEFA alle notwendigen Schritte unternehmen muss, um die Schuldigen für die rassistischen Beleidigungen zu identifizieren und angemessen zu sanktionieren.
Der Vorfall ereignete sich im Playoff-Hinspiel der Champions League zwischen Real Madrid und Benfica Lissabon im Estádio da Luz. Brasiliens 45-maliger Nationalspieler Vinícius Junior soll dabei von seinem Gegenspieler Gianluca Prestianni rassistisch beleidigt worden sein. Vinícius Junior und mehrere Mitspieler bestätigten die Vorkommnisse, während der argentinische Benfica-Profi Prestianni die Vorwürfe vehement bestreitet.
Spielunterbrechung und Anti-Rassismus-Protokoll
Schiedsrichter François Letexier aus Frankreich unterbrach die Partie am Dienstagabend für mehrere Minuten und zeigte mit gekreuzten Armen an, dass das Anti-Rassismus-Protokoll der UEFA angewendet wurde. Laut Vinícius Junior soll Prestianni ihn nach einem exzentrischen Jubel nach dem Tor zum 1:0-Sieg als Affe bezeichnet haben, woraufhin der Gegenspieler sich das Trikot vor den Mund hielt.
Die UEFA prüft den Vorfall derzeit intensiv, während Real Madrid bereits zugesichert hat, alle verfügbaren Beweismittel der Europäischen Fußball-Union zur Verfügung zu stellen. Der brasilianische Verband stellte in seinem Schreiben zudem einen formellen Antrag auf eine gründliche Untersuchung der gegen Vinícius Junior begangenen Handlungen.
Internationale Reaktionen und Solidarität
FIFA-Präsident Gianni Infantino zeigte sich schockiert und traurig über den Vorfall und betonte auf Instagram: Es gibt absolut keinen Platz für Rassismus in unserem Sport und in der Gesellschaft. Kylian Mbappé, französischer Teamkollege von Vinícius Junior bei Real Madrid, forderte sogar, dass Prestianni nie wieder in der Champions League spielen dürfe.
Der Fall hat internationale Wellen geschlagen und unterstreicht die anhaltende Problematik von Rassismus im Fußball. Die Forderungen des brasilianischen Verbandes nach exemplarischer Bestrafung und umfassender Aufklärung spiegeln die Dringlichkeit wider, mit der solche Vorfälle behandelt werden müssen, um ein klares Zeichen gegen Diskriminierung zu setzen.



