Champions League: BVB-Fans boykottieren Rückspiel nach Transfer-Zoff mit Atalanta
BVB-Fans boykottieren CL-Rückspiel nach Transfer-Zoff

Champions League: BVB-Fans boykottieren Rückspiel nach Transfer-Zoff mit Atalanta

Das Playoff-Rückspiel des BVB bei Atalanta Bergamo in der Champions League steht unter einem äußerst ungewöhnlichen Stern. Nicht nur sportlich geht es um den Einzug in die nächste Runde, sondern auch emotional ist die Partie hoch belastet. Der Kern der aktiven Fanszene des Borussia Dortmund hat einen Boykott des Auswärtsspiels angekündigt, während gleichzeitig die Verantwortlichen beider Vereine in einem erbitterten Streit liegen.

Transfer von Youngster Inacio als Zündstoff

Im Zentrum des Konflikts steht der 17-jährige Offensivspieler Samuele Inacio, der vor eineinhalb Jahren von Atalanta Bergamo zum BVB wechselte. Die Italiener werfen dem deutschen Verein vor, beim Transfer nicht ordnungsgemäß vorgegangen zu sein und sprechen von einem regelrechten „Diebstahl“ ihres Talents. Atalanta-Boss Luca Percassi äußerte sich mit harten Worten: „Es gibt einen Zeitraum, in dem man handeln kann, aber sie haben viel früher gehandelt. Zwischen Vereinen muss man sich vor allem gegenseitig respektieren.“

Der italienische Journalist Giorgio Dusi erklärt die emotionale Bedeutung des Transfers: „Bergamo tut dieser Abgang immer noch extrem weh. Samuele ist in Bergamo geboren, sein Vater spielte schon für den Verein. Sie hatten so eine enge Verbindung zu dem Verein.“ Der BVB hatte den hoffnungsvollen Spieler für einen mittleren fünfstelligen Betrag verpflichtet – ein Transfer, der sich nun als Sprengsatz entpuppt.

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BVB-Verantwortliche reagieren verwundert

Die Dortmunder Verantwortlichen zeigen sich angesichts der Vorwürfe perplex. Sportdirektor Lars Ricken betonte beim Abflug nach Bergamo: „Das war ein Transfer eines Minderjährigen, da gibt es klare Regularien. Es muss alles dokumentiert werden. Das haben wir sehr umfangreich gemacht. Die FIFA hat uns das bestätigt, dass alles korrekt war.“

Die Spannungen zwischen den Vereinen sind so groß, dass Atalanta sogar das von der UEFA obligatorische Mittagessen der Klub-Verantwortlichen absagte und dem BVB keine Einladung aussprach – ein in der Champions League äußerst ungewöhnlicher Vorgang.

Aktive Fanszene sagt Teilnahme ab

Die angespannte Stimmung überträgt sich auch auf die Fanszene. Die aktive BVB-Fanszene „Südtribüne Dortmund“ hat einen Boykott des Rückspiels angekündigt. Hintergrund sind mehrere Vorfälle im Vorfeld der Partie:

  • Angekündigte Einschränkungen bei der Ticketvergabe, die erst auf öffentlichen Druck hin abgewendet werden konnten
  • Verweigerung der Ausreise für erste Fans durch die Bundespolizei am Wochenende
  • Durchsuchungen der Unterkünfte in Bergamo durch die italienische Polizei

Die Fans sprechen von einem regelrechten „Spießrutenlauf“. Von den 1300 verkauften Tickets werden nach aktuellen Informationen nur etwa 1100 Fans tatsächlich ins Stadion gehen. Der Boykott des Kerns der aktiven Fanszene dürfte der Atmosphäre im Stadion einen spürbaren Dämpfer verpassen.

Trainer Kovac zwischen den Fronten

BVB-Trainer Niko Kovac fand sich bei der Pressekonferenz in Bergamo in einer ungewöhnlichen Situation wieder. Immer wieder wurden ihm Fragen zum Youngster Inacio gestellt, die er nur teilweise beantworten konnte. „Da fragen sie mich Sachen, die ich so nicht beantworten kann“, gab der Trainer mit einer gewissen Genervtheit zu. Gleichzeitig fand er lobende Worte für den jungen Spieler: „Er ist ein wirklich sehr talentierter junger Mensch, er ist sehr gut erzogen. Kompliment an die Eltern und sicherlich auch die Umgebung.“

Das Champions-League-Rückspiel zwischen Atalanta Bergamo und Borussia Dortmund entwickelt sich damit zu einem außergewöhnlichen Ereignis, das weit über den sportlichen Aspekt hinausgeht. Es geht um Transferpolitik, Vereinskultur und die Beziehung zwischen Vereinen und ihren Fanszenen – ein brisanter Rahmen für einen Abend im europäischen Spitzenfußball.

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