BVB nach Köln-Sieg: Steht Kovac vor der Jugend-Entscheidung?
Borussia Dortmund hat beim knappen 2:1-Erfolg gegen den 1. FC Köln einen deutlichen Spannungsabfall erlebt. Mit neun verbleibenden Spieltagen und einem komfortablen Vorsprung von fünf Punkten auf den ersten Verfolger TSG Hoffenheim sowie acht Zählern Vorsprung vor dem Viertplatzierten VfB Stuttgart rückt die direkte Champions-League-Qualifikation in greifbare Nähe. Die Meisterschaft ist dagegen mit elf Punkten Rückstand auf den FC Bayern praktisch abgehakt. Vor diesem Hintergrund stellt sich die brennende Frage: Muss Trainer Niko Kovac jetzt den Mut aufbringen und verstärkt auf die Jugend setzen? Bereits im Winter gab es interne Gespräche zu diesem Thema.
Experten diskutieren Kovacs Jugend-Strategie
In einer neuen Ausgabe des SPORT1-Podcasts „Die Dortmund-Woche“ analysieren SPORT1-Reporter Manfred Sedlbauer und BVB-Reporter Oliver Müller die Situation. „Kovac galt und gilt nicht als Trainer, der unbedingt auf das Projekt Jugend setzt, sondern auf eine gewachsene Mannschaft mit Erfahrung“, erklärt Müller zunächst. Allerdings deutet er ein mögliches Umdenken an: „Es hat im Winter einige Gespräche gegeben, in denen ihm die Verantwortlichen klargemacht haben, dass die Durchlässigkeit in Zukunft wieder höher sein muss.“
Als positives Beispiel nennt Müller den jungen Filippo Mané, der aufgrund von Verletzungssorgen in der Defensive in die erste Reihe rückte und überzeugte – ehe er sich selbst verletzte und seitdem ausfällt. Sedlbauer sieht den aktuellen Zeitpunkt als ideal für mehr Jugendeinsätze: „Einsatzzeit ist für junge Spieler das A und O. Ich finde, Kovac könnte jetzt Mut beweisen und gezielt mehr einsetzen.“
Bedingungen für den Einsatz der BVB-Juwele
Beide Experten sind sich einig, dass Kovac stets den sportlichen Erfolg absichern will. Sedlbauer erwartet daher keine Revolution: „Aber einen oder zwei kannst du schon mal ins kalte Wasser werfen.“ Als vielversprechende Kandidaten gelten:
- Luca Reggiani, der bereits Vertrauen von Kovac erhielt
- Samuele Inacio, der gegen den FC Bayern sein Profidebüt feierte
- Mathis Albert
Müller betont jedoch die Voraussetzungen: „Sie müssen sich im Training anbieten und zeigen, dass sie ernsthafte Optionen sind. Denn nur dann lässt sie Kovac auch spielen.“
Jugend als sportlicher und finanzieller Faktor
Für Borussia Dortmund ist das Vertrauen in junge Spieler nicht nur sportlich, sondern auch finanziell von großer Bedeutung. Müller erklärt: „Es geht nicht nur darum, einen jungen Spieler zu entwickeln und dann mit großem Erlös zu verkaufen. Sondern auch darum, Gehälter einzusparen und damit einen Spielraum im Etat zu generieren.“ In diesem Zusammenhang nennt er Niklas Süle oder Julian Brandt, die als Großverdiener schwer auf der Gehaltsliste lasten.
Abschließend ist klar: Die Jugend wird für Borussia Dortmund immer von großer Bedeutung sein. Vielleicht ist gerade jetzt, im Saisonendspurt mit komfortablem Vorsprung, der richtige Zeitpunkt, um verstärkt auf die Talente zu setzen und gleichzeitig die Zukunft des Vereins zu gestalten.



