Vom Sorgenkind zum Schlüsselspieler: Callum Marshall erobert Bochum im Sturm
Callum Marshall (21) hat die Herzen der VfL Bochum-Fans im Sturm erobert. Die Winterleihgabe des englischen Premier-League-Klubs West Ham United überzeugt seit seinem ersten Training im türkischen Belek-Trainingslager mit einer beeindruckenden Leistungssteigerung. Bei seinem Debüt gegen den SV Darmstadt 98 (3:3) traf der nordirische Stürmer direkt, und auch in den folgenden Partien gegen den FC Schalke 04 (2:0) und den SC Preußen Münster (1:1) entwickelte sich Marshall zum unverzichtbaren Dreh- und Angelpunkt im Spielaufbau der Bochumer.
Anfängliche Bedenken weichen spielerischer Entfaltung
Cheftrainer Uwe Rösler (57) zeigt sich äußerst zufrieden mit der Entwicklung seines Neuzugangs, eine Einschätzung, die von Marshalls Teamkollegen geteilt wird. Der junge Offensivspieler, der in Bochum eine neue Rolle als hängende Spitze einnimmt, blickt ebenfalls positiv auf seine ersten Wochen in Deutschland zurück. Allerdings gab es vor dem Wechsel an die Ruhr durchaus Unsicherheiten. „Ich hatte die Sorge, dass die Jungs kein Englisch sprechen, aber alle sprechen sehr gut Englisch“, gesteht Marshall. „Wenn du dann richtig drin bist, bist du entspannt. Dann hast du keine Angst, einen Fehler zu machen.“
Vollgas auf dem Platz, aber nicht auf der Straße
Für den 21-Jährigen bedeutet der Aufenthalt in Bochum bereits die dritte Leihstation seiner noch jungen Karriere. Sein Vertrag bei West Ham United läuft bis zum Sommer 2027. In den kommenden Monaten will Marshall weiter für Tore und Vorlagen sorgen und auf dem Platz richtig Gas geben. Auf deutschen Straßen wird der Stürmer jedoch vorerst nicht unterwegs sein. „Ich habe noch keinen Führerschein“, erklärt er. „In Belfast ist nicht so viel Verkehr wie hier in Deutschland. Ich werde hier meinen Führerschein nicht machen. Man fährt auf der anderen Seite. Das zusätzlich zu beachten, wäre etwas zu viel. Ich warte lieber ab, bis ich wieder in England bin.“
Ungewisse Zukunft: Marshall bleibt offen für alle Optionen
Ob der Nordire im Sommer nach Bochum zurückkehren wird, steht noch nicht fest. Sollte seine Entwicklung weiter so steil nach oben gehen, dürften die Verantwortlichen des VfL alles daran setzen, den talentierten Angreifer zu halten. Marshall selbst bleibt gelassen. „Du weißt nie, was passieren wird“, sagt er. „Als ich 17 Jahre alt war, dachte ich, ich würde für den Rest meiner Karriere in Irland spielen. Zwei Monate später war ich bei West Ham United. Alles kann sich so schnell ändern. Ich komme mit den Mitspielern gut zurecht. Wir werden sehen, was dann passiert.“
Die bisherige Bilanz des jungen Stürmers spricht für sich: Mit seiner Dynamik, seiner Torgefahr und seiner Anpassungsfähigkeit hat sich Callum Marshall innerhalb kürzester Zeit zu einer tragenden Säule im Bochumer Offensivspiel entwickelt. Die anfänglichen Sorgen sind verflogen, die Zukunft scheint voller Möglichkeiten – auch wenn der Weg dorthin vorerst nicht mit dem eigenen Auto zurückgelegt wird.



