Für Jeff Chabot (28) ist das bevorstehende Auswärtsspiel bei Eintracht Frankfurt ein ganz besonderes – in doppelter Hinsicht. Nicht nur, weil Stuttgarts Abwehrchef am Samstag (15.30 Uhr) auf einen seiner Ex-Vereine trifft, sondern auch, weil es für den VfB am letzten Bundesliga-Spieltag noch um die Qualifikation für die Königsklasse geht. Chabot zu BILD: „Es gäbe nichts Schöneres, als dass der VfB nächstes Jahr in der Champions League vertreten ist. Dann hätten wir bei unseren Heim- und Auswärtsspielen wieder geile Highlights. Wir haben es jetzt in der eigenen Hand, genau diese Ausgangslage wollten wir.“
Mit einem Sieg in Frankfurt würden die Stuttgarter Platz vier sichern und damit das Ticket für die Champions League buchen – ausgerechnet im Duell gegen den Klub, für den Chabot zwischen 2011 und 2014 als Teenager auf dem Platz stand. Der Verteidiger sagt: „Es ist etwas Spezielles, weil meine Familie von dort kommt und ich selbst in der Jugend für Frankfurt gespielt habe. Das ist die Stadt, in der ich groß geworden bin. Deswegen freue ich mich schon sehr.“
Chabot ist Stuttgarts stärkster Zweikämpfer
Dass der VfB am letzten Spieltag tatsächlich noch gute Chancen auf die Champions League hat, liegt auch an Chabot selbst. In der laufenden Saison ist der 1,95-Meter-Hüne Stuttgarts stärkster Zweikämpfer und gewinnt 64 Prozent seiner direkten Duelle. Auch in der Luft ist Chabot eine Bank: 129 Kopfballduelle entschied die Abwehr-Kante für sich – zum Vergleich: kein anderer VfB-Profi mehr als 58. Nicht zuletzt deshalb fing Chabot für den VfB in der laufenden Spielzeit die meisten gegnerischen Zuspiele ab.
Der Innenverteidiger erklärt: „Die Leidenschaft, zu verteidigen und es den Stürmern schwer zu machen, hatte ich schon immer. Seitdem ich klein bin, bin ich immer Abwehrspieler gewesen. Ich habe nie auf einer anderen Position gespielt. Deswegen habe ich einen Verteidiger-Instinkt entwickelt, kenne meine Abläufe und bereite mich intensiv auf die Gegner vor. Ich versuche immer, mein höchstes Level abzuliefern.“
Nicht nur im Spiel gegen den Ball, auch mit der Kugel am Fuß ist Chabot wichtiger Bestandteil im System von Trainer Sebastian Hoeneß (44). Im Schnitt ist der Deutsch-Franzose 85-mal pro Partie am Ball – diesen Wert übertrifft beim VfB nur Angelo Stiller (25). Starke 91 Prozent seiner Pässe bringt der Abwehrmann zudem an seine Mitspieler. Chabot: „Ich glaube, dass ich einen ganz guten linken Fuß habe (lacht). Und wir haben mit Ange (Stiller; d. Red.) natürlich auch eine gute Anspielstation in der Mannschaft. Er macht es mir als Abwehrspieler leicht. Ange hilft, holt sich die Bälle und zeigt sich auch in Drucksituationen, wenn die Gegner pressen. Das ist ausschlaggebend, weil ich dadurch immer eine Option habe, abzuspielen.“
Das sagte Nagelsmann Chabot am Telefon
Durch seine gute Saison hat sich Chabot längst ins Blickfeld von Julian Nagelsmann (38) gespielt. Kurz vor der letzten Länderspielpause Ende März rief der Bundestrainer beim VfB-Star an und drückte ihm persönlich seine Wertschätzung aus. Tenor: weiter dranbleiben und gute Leistungen zeigen. Nagelsmann beobachtet ihn genau.
Chabot: „Wir hatten gute Gespräche und es ist bis zum Schluss mein großes Ziel, bei der WM dabei zu sein. Das Wappen des Landes auf der Brust zu haben, in dem man groß geworden ist, ist etwas ganz Besonderes. Das wäre für mich ein absoluter Traum. Ich habe in den vergangenen zwei Jahren schon bewiesen, dass ich auch auf internationaler Ebene Top-Leistungen bringen kann.“
Kommende Woche Donnerstag (21. Mai) wird Nagelsmann seinen WM-Kader bekannt geben. Zwei Tage später steht für Chabot und den VfB das DFB-Pokalfinale gegen den FC Bayern auf dem Programm. Der Abwehrspieler sagt: „Es ist bislang noch nicht so präsent, weil wir kommenden Samstag in Frankfurt so gesehen noch ein Finale haben. Darauf liegt jetzt erstmal der Fokus. Klar ist aber: Wenn du in Berlin im Endspiel stehst, möchtest du es auch gewinnen. Natürlich wollen wir den Pokal holen.“ So wie im vergangenen Jahr, als die Stuttgarter im Endspiel Arminia Bielefeld mit 4:2 schlugen.



