Champions League Playoffs: Entscheidung in Bergamo
Heute Abend steht das entscheidende Playoff-Rückspiel in der UEFA Champions League an. Atalanta Bergamo empfängt Borussia Dortmund in der New Balance Arena, wobei der Anpfiff für 18:45 Uhr angesetzt ist. Während die Gastgeber unter Trainer Raffaele Palladino einen Rückstand aufholen müssen, kann BVB-Coach Niko Kovac mit einem komfortablen Vorsprung in die Partie gehen.
Die Ausgangslage vor dem Duell
Borussia Dortmund reist mit einem deutlichen 2:0-Vorsprung aus dem Hinspiel nach Italien. Für Atalanta Bergamo bedeutet dies eine schwierige Aufgabe: Die Lombarden benötigen einen Sieg mit mindestens drei Toren Unterschied, um noch ins Achtelfinale einzuziehen. Historisch betrachtet spricht wenig für eine solche Wende – nur 15 Teams konnten in der Champions League jemals einen Zwei-Tore-Rückstand aus dem Hinspiel drehen.
Die Statistik der direkten Duelle zeigt ebenfalls ein klares Bild: Bisher gab es ein Remis und zwei Niederlagen für Atalanta gegen die Schwarz-Gelben. Zudem hat die Mannschaft von Palladino die letzten drei Champions-League-Spiele allesamt verloren. Eine vierte Pleite in Serie würde einen Vereinsnegativrekord bedeuten.
Stärken und Schwächen beider Teams
Atalanta kann sich normalerweise auf eine starke Heimkulisse verlassen. In den letzten fünf Heimspielen fielen jeweils mindestens drei Treffer, und in sieben Heimpartien in Folge traf die Mannschaft bereits vor der Pause. Allerdings zeigen sich in der Königsklasse deutliche Probleme, besonders in K.-o.-Duellen: In den vergangenen vier Ausscheidungsspielen großer Europapokalwettbewerbe schied Atalanta jedes Mal aus, wenn das Hinspiel verloren ging.
Borussia Dortmund hat auswärts in Italien zuletzt selten gewonnen – nur ein Sieg aus den vergangenen acht Gastspielen. Doch das 2:0 aus dem Hinspiel vermittelt Sicherheit: In sieben von neun Champions-League-K.-o.-Runden nach einem Hinspielsieg kamen die Westfalen weiter. Allerdings scheiterten sie, wenn der Vorsprung lediglich ein Tor betrug.
Personelle Entwicklungen beim BVB
Im Dortmunder Mittelfeld hat sich Sommer-Neuzugang Jobe Bellingham überraschend schnell festgespielt. Der 20-Jährige profitierte zwar von der Wadenverletzung Marcel Sabitzers, überzeugte aber in den vergangenen neun Pflichtspielen mit bemerkenswerter Konstanz und verbesserter Passqualität. Trainer Niko Kovac bezeichnet ihn als „einen Vollprofi, der sich täglich verbessern will“.
In der Offensive haben sich zwei Spieler besonders hervorgetan:
- Fabio Silva tankte nach seinem späten Bundesliga-Ausgleich in Leipzig weiteres Selbstvertrauen
- Serhou Guirassy bleibt mit fünf Treffern in den letzten vier Ligaspielen die verlässlichste Torquelle
Guirassy, der bereits im Hinspiel traf, weist in 23 Champions-League-Partien eine beeindruckende Bilanz von 24 Torbeteiligungen auf. Die Dortmunder gehen mit der Serie von fünf Partien in Folge mit Torerfolg vor der Pause in das entscheidende Duell.
Taktische Anpassungen und Systemfragen
Dortmunds jüngste Systemumstellungen zwischen 5:3-2 und 5:2-3 unterstreichen Kovacs Bemühungen, das Zentrum zu stärken – ein Bereich, in dem Atalanta mit intensiver Pressingarbeit antworten dürfte. Die Westfalen blieben auswärts in drei der letzten fünf Königsklassen-Partien nicht ohne Gegentor und kassierten dabei insgesamt vier Treffer.
Für Atalanta bedeutet die Partie eine doppelte Herausforderung: Nicht nur muss der Rückstand aufgeholt werden, sondern auch die negative Serie in der Champions League durchbrochen werden. Die Mannschaft zeigt in Heimspielen zwar offensive Stärke, doch in entscheidenden Europapokal-Duellen fehlte zuletzt die notwendige Konstanz.
Schiedsrichter und Rahmenbedingungen
Die Partie wird vom spanischen Unparteiischen José María Sánchez Martínez geleitet. Die New Balance Arena in Bergamo verspricht eine stimmungsvolle Kulisse, doch ob dies ausreicht, um die statistischen Nachteile auszugleichen, bleibt abzuwarten. Für Borussia Dortmund geht es primär darum, den komfortablen Vorsprung aus dem Hinspiel nicht leichtfertig aufs Spiel zu setzen und das Ticket für das Achtelfinale sicher zu machen.
Die Rückkehr von Nico Schlotterbeck und Emre Can in den BVB-Kader stärkt die defensive Stabilität der Dortmander zusätzlich. Beide Spieler stehen nach Verletzungspausen wieder zur Verfügung und könnten eine wichtige Rolle bei der Sicherung des Vorsprungs spielen.



