Chaos bei Chelsea: Presse vernichtet Klubführung nach Trainer-Knall
Chaos bei Chelsea: Presse vernichtet Klubführung

Chaos bei Chelsea: Presse vernichtet Klubführung nach Trainer-Knall

Nach dem Rauswurf von Manager Liam Rosenior und der fünften Ligapleite in Folge hat die Stimmung beim FC Chelsea den Gefrierpunkt erreicht. Die Presse ist sich sicher: Rosenior war dabei nur das Bauernopfer einer planlosen Klubführung, die den Verein immer mehr ins Chaos stürzt.

Fünfte Pleite in Folge besiegelt Roseniors Schicksal

Nach der 0:3-Pleite gegen Brighton sah man beim FC Chelsea keinen anderen Ausweg mehr: Trainer Liam Rosenior, erst im Januar an die Stamford Bridge gekommen, musste nach der fünften Premier-League-Niederlage in Folge (ohne eigenes Tor!) schon wieder seine Koffer packen. Am Mittwoch verkündete der Londoner Klub den Rauswurf des 41-Jährigen.

Eine solche Negativserie hatte es erst einmal gegeben: 1912, im Jahr, als die Titanic sank. Eine nette Ironie, wenn man bedenkt, dass dem Projekt Chelsea nun ein ähnliches Schicksal droht wie dem tragischen Prachtdampfer. Englands Presse ist sich jedenfalls sicher: Es könnte zum Untergang kommen.

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„Denkmal aus Dysfunktionalität und Chaos“

Von einem „Denkmal aus Dysfunktionalität und Chaos“ ist bereits die Rede. Es scheint endgültig die große Anarchie beim FC Chelsea ausgebrochen zu sein. Der Tenor: Roseniors Scheitern war abzusehen. SPORT1 fasst die wichtigsten Pressestimmen aus England zusammen.

Presse vernichtet Chelsea-Eigentümer: „Die Dümmsten im Raum“

BBC Sports: „Die Entscheidung von Chelsea, Liam Rosenior nach nur 106 Tagen im Amt zu entlassen, ist das jüngste Beispiel für das Denkmal aus Dysfunktionalität und Chaos, das die Eigentümer von BlueCo an der Stamford Bridge errichtet haben. Die fehlerhafte Strategie, angeführt von den Miteigentümern Behdad Eghbali und Todd Boehly, führte dazu, dass Chelsea einen vielversprechenden 41-jährigen Trainer verpflichtete, der bei diesem unhandlichen Fußball-Biest zwangsläufig überfordert war. Es war so, als würde man einen Fahrschüler bitten, seine Fahrprüfung am Steuer eines Ferraris abzulegen.“

The Guardian: „Renn Liam, renn! (…) Es war schon lange klar, dass Rosenior dazu bestimmt war, nur eine weitere Fußnote in der Ära von BlueCo zu werden. Diese Führung ist so seltsam, dass es keine Überraschung wäre, wenn sich herausstellen würde, dass es sich in Wirklichkeit um ein öffentliches Kunst-Happening handelt – das Werk brillanter Schelme, das darauf abzielt, die Leere des Unternehmensalltags, die Inhaltslosigkeit des kommerzialisierten Sports und das komische Potenzial dessen aufzuzeigen, was passiert, wenn sich die selbsternannten Klügsten im Raum als die Dümmsten entpuppen.“

Roseniors Entlassung? „Nur ein Symptom“

Goal: „Nachdem Rosenior die fünfte Ligapleite in Folge hinnehmen musste, wurde er zu Recht seines Amtes enthoben – doch er war lediglich ein Symptom der umfassenderen und tiefer liegenden Probleme der Blues. (…) Nach der Trainerentlassung und angesichts der Tatsache, dass die Unzufriedenheit der Fans ihren Höhepunkt erreicht hat, steht die Vereinsführung vor einem turbulenten Sommer, der ihr Projekt zum Scheitern bringen könnte.“

The Sun: „Liam Rosenior wurde von Chelsea regelrecht zerlegt, doch egoistische Stars wie Enzo Fernández und Marc Cucurella sind das eigentliche Übel (…). Die Ernennung des unerfahrenen 41-Jährigen im Januar ist der größte Fehler, den die Verantwortlichen der Blues in ihrer chaotischen vierjährigen Amtszeit bisher begangen haben. (…) Die meiste Schuld an der Situation, in der Chelsea sich befindet, liegt bei denen, die entschieden haben, dass Rosenior der richtige Mann für den Job ist: Fast alle, von Fans über Ex-Spieler bis hin zu Experten, sagten, es sei eine schlechte Idee. Doch in einer typischen Arroganz des BlueCo-Regimes entschieden die Verantwortlichen, dass sie es besser wussten.“

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The Independent: „Rosenior hatte nie die volle Kontrolle über die Mannschaft, was nur allzu vorhersehbar war. Ein vielversprechender junger Trainer war zu diesem Zeitpunkt einfach noch nicht bereit für diese Aufgabe, wie es jeder der Vereinsführung hätte sagen können. Er gilt als guter und ehrlicher Mensch, der unter den richtigen Umständen zweifellos Erfolg haben kann. Die Situation wurde jedoch im Grunde unhaltbar, als sich abzeichnete, dass ein Teil der Mannschaft kurz vor einer Meuterei stand.“

ESPN: „Ehrlich gesagt war die Entlassung schon vom ersten Tag an klar, wenn man bedenkt, dass ihm die Erfahrung als Trainer auf höchstem Niveau fehlte und BlueCo naiv glaubte, Rosenior könne den Sprung vom Trainer des Partnerklubs Straßburg zum Leiter einer Mannschaft aus Starspielern an der Stamford Bridge schaffen. (…) Anfangs schien es eine perfekte Verbindung zu sein, in den letzten Monaten war es jedoch ein Albtraum.“