Darts-Profi Cam Crabtree in kurioser Ersatz-Situation
In der Welt des professionellen Dartsports hat sich ein außergewöhnlicher Vorfall ereignet, der für Kopfschütteln und Belustigung sorgt. Der englische Profi Cam Crabtree befand sich plötzlich im Mittelpunkt eines organisatorischen Wirrwarrs, als er kurzfristig als Ersatzspieler für die European Darts Trophy in Göttingen nominiert wurde – ohne davon zunächst überhaupt zu wissen.
Nachtaktive Turnierplanung und transatlantische Überraschung
In den frühen Morgenstunden des Donnerstags auf Freitag, genau um 01:05 Uhr, teilte die PDC Europe offiziell mit, dass die etablierten Stars Luke Humphries und Jonny Clayton nicht beim Turnier in Göttingen antreten werden. Als Ersatz wurden Karel Sedlacek und Cam Crabtree benannt, die beide auf der Reserveliste des Events standen. Während Sedlacek vermutlich vorbereitet war, befand sich Crabtree zu diesem Zeitpunkt bereits auf einem anderen Kontinent.
Erst am Freitagnachmittag um 14:23 Uhr meldete sich der 22-jährige Engländer auf der Plattform X zu Wort und kommentierte die Situation mit einer gehörigen Portion Selbstironie. „Es ist schon lächerlich, wenn man vergisst, dass man auf der Reserveliste steht, deshalb für eine Woche nach Amerika fliegt und schon nach einem Tag dort angerufen und gefragt wird, ob man nach Deutschland kommen kann“, schrieb der Darts-Profi.
Logistische und finanzielle Herausforderungen
Crabtree stand damit vor einer spontanen und komplexen Entscheidung: Sollte er den weiten Weg aus den USA nach Niedersachsen auf sich nehmen oder seine unerwartete Teilnahme absagen? Die Auslosung für das Turnier hatte bereits stattgefunden, was bedeutete, dass die nachgerückten Spieler nicht in der ersten Runde antreten mussten, sondern direkt die Setzlistenpositionen der ausgefallenen Stars übernahmen – und damit bereits für die zweite Runde am Samstag qualifiziert waren.
Neben den logistischen Herausforderungen beschäftigten den jungen Sportler auch finanzielle Fragen. Um 18:49 Uhr setzte Crabtree einen weiteren Post ab, in dem er die Preisgeldregelungen hinterfragte: „Gibt es hier jemanden, der mir erklären kann, wie es funktioniert, da ich in Runde zwei bin? Ich glaube, ich bekomme 2000 Pfund, weil ich nachgerückt bin, aber nicht die 3500 Pfund, weil ich mich nicht für Runde zwei qualifiziert habe? Ist das richtig?“
Optimistische Haltung des Verbands und sportliche Perspektive
Auf Nachfrage von SPORT1 zeigte sich die PDC Europe zuversichtlich, dass Crabtree die Reise nach Göttingen antreten würde. Der Verband erläuterte zudem, dass der Darts-Spieler zwar das Preisgeld für die zweite Runde erhalten würde, dieses aber nur für die Order of Merit zählen würde, wenn er sein Duell am Samstagabend gewinnen sollte. Dort trifft Crabtree auf Kevin Doets, der sein Erstrundenspiel deutlich mit 6:0 gegen Jonas Masalin gewonnen hatte und dabei einen bemerkenswerten Average von 117,12 Punkten erzielte.
Diese kuriosen Umstände zeigen einmal mehr, wie unberechenbar und voller Überraschungen der professionelle Dartsport sein kann. Während die Fans in Göttingen auf ein spannendes Turnier hoffen, muss Cam Crabtree nicht nur gegen seine Gegner auf der Bühne antreten, sondern auch gegen die Tücken einer kurzfristigen interkontinentalen Reise und unklarer finanzieller Rahmenbedingungen.



