Vom Bürojob zur Profi-Darts-Karriere: Arno Merks ungewöhnlicher Weg
Er war die deutsche Überraschung der letzten Darts-Weltmeisterschaft im Londoner Alexandra Palace: Arno Merk aus Niedersachsen. Der 33-Jährige qualifizierte sich sensationell für das prestigeträchtige Turnier und kämpfte sich bis in die dritte Runde vor – inklusive eines bemerkenswerten 3:0-Sieges gegen die Darts-Legende Peter Wright. Jetzt setzt der Shooting-Star alles auf eine Karte: seine Profi-Karriere im Dartsport.
Tourcard-Erfolg und schneller Abschied vom Angestelltenverhältnis
Anfang Januar sicherte sich Merk bei der Qualifying School in Kalkar mit herausragenden Leistungen eine der begehrten PDC-Tourcards, die ihm die Spielberechtigung auf der Profi-Tour ermöglicht. Der WM-Held blieb das gesamte Turnier über ungeschlagen und erreichte damit sein klares Ziel. „Ich war mir schon recht sicher, dass ich es packe, mir eine Karte zu erspielen“, erklärt Merk. „Dass ich es direkt am ersten Tag der Final Stage schaffe, hatte ich jetzt nicht so auf der Agenda, habe ich aber natürlich gerne mitgenommen.“
Dieser Erfolg beschleunigte seine Karrierepläne erheblich. Ursprünglich hatte Merk für Ende Februar seine Kündigung geplant, doch nach Einblick in den Terminplan der Professional Darts Corporation (PDC) wurde deutlich: Ein Großteil der Zeit hätte unbezahlter Urlaub werden müssen. Die Lösung kam von seiner damaligen Arbeitsstelle: „Dann kam die Personalabteilung auf mich zu und hat mir ab Ende Januar einen Aufhebungsvertrag angeboten. Das war für alle Seiten viel logischer.“
Finanzielle Absicherung durch Sponsoren und Twitch
Der Mann aus Peine arbeitete zuvor im Facility-Management für einen Dienstleister am Siemens-Mobility-Standort in Braunschweig, wo er als Objektleiter mehrere Handwerker koordinierte. Normalerweise wäre der Schritt, den sicheren Job für den Profisport aufzugeben, ein großes Risiko. Bei Merk ist das jedoch anders: „Es ist kein großes Risiko, alles auf Darts zu setzen. Ich habe das vorher gut durchkalkuliert und mit bestehenden Partnern und Sponsoren gesprochen.“
Merk weiter: „Ein, zwei Verträge wurden neu verhandelt und da habe ich jetzt so gute Partner und Sponsoren an der Seite, plus meinen Twitch-Stream, dass ich tatsächlich unterm Strich jetzt schon mehr als im Angestelltenverhältnis sicher habe. Ohne Preisgelder.“ Diese finanzielle Basis gibt ihm die nötige Sicherheit für seinen neuen Lebensabschnitt als Vollprofi.
Twitch-Stream als unkonventionelle Trainingsmethode
Besonders interessant ist Merks Herangehensweise an das Training. Der Darts-Star beschreibt sich selbst als Trainingsmuffel – eine ungewöhnliche Ausgangsposition für einen Profisportler. Seine Lösung: Er streamt seine Trainingseinheiten live auf Twitch unter dem Namen „arnomerk“ und interagiert dabei regelmäßig mit Fans und Zuschauern.
„Das Streamen macht mir extrem viel Spaß“, erklärt Merk. „Deswegen habe ich überhaupt angefangen zu trainieren. Davor habe ich nie wirklich zu Hause trainiert. Das finde ich schon sehr monoton und einseitig. Daher fällt es mir durch den Stream deutlich leichter, weil ich dann ein bisschen quatschen und rumblödeln kann. Ich bin ja eh ein lockerer und alberner Typ. Das kann ich dann im Stream richtig ausleben.“
Zwar bringt das Streamen dem Darts-Star auch finanziell eine schöne Summe ein, doch das ist für ihn nur ein angenehmer Nebeneffekt. Merk betont: „Ich habe es wirklich, ohne Scheiß, nicht aus dem Grund angefangen, dass ich damit Geld verdienen kann. Dass ich damit jetzt halt auch wirklich Geld verdiene, ist ein netter Nebeneffekt.“
Mit dieser ungewöhnlichen Kombination aus professionellem Sponsoring, finanzieller Absicherung und innovativer Trainingsmotivation via Twitch startet Arno Merk nun in seine Profi-Karriere – bereit, die Darts-Welt weiter zu überraschen.



