AWO Anklam: Neuer Hort statt Kita startet im April - Steintorprojekt stockt weiter
AWO Anklam: Hortbau startet April, Steintorprojekt stockt

AWO treibt soziale Projekte in Anklam voran: Hortbau startet, Steintorprojekt stockt

Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) Neubrandenburg-Ostvorpommern setzt in Anklam auf mehrere große soziale Projekte, die jedoch unterschiedlich vorankommen. Während der Bau des neuen Hanse-Hortes bereits in wenigen Wochen beginnen soll, hängt die Umnutzung der ehemaligen Gaststätte am Steintor weiterhin fest.

Steintorprojekt im Rechtsstreit mit dem Landkreis

Ein zentrales Vorhaben der AWO, die ehemalige Gaststätte am Steintor als Wohnort für Jugendliche umzunutzen, stockt nach wie vor. Nach einem Veto der Stadtvertreter befindet sich die Arbeiterwohlfahrt nun im Rechtsstreit mit dem Landkreis, wie Geschäftsführer Carsten Jahnke im Bauausschuss darlegte. Dies sei besonders bedauerlich, da dadurch wichtige Wohnplätze für behinderte Jugendliche und andere Bedürftige nicht geschaffen werden können.

Das überarbeitete Konzept sieht eine stationäre Wohngruppe vor, die auch Mehrgenerationenprojekte, öffentliche Veranstaltungen und einen Regionalmarkt auf dem Hof umfasst. Trotz des laufenden Rechtsstreits plant die AWO kleinere Arbeiten und Reparaturen am Gebäude durchführen zu lassen, um das Projekt nicht vollständig auf Eis zu legen.

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Hanse-Hort: Bauarbeiten beginnen im April

Während das Steintorprojekt stagniert, geht es beim Hanse-Hort im Mittelfeld deutlich voran. Ursprünglich als Kindergarten und Hort geplant, hat die AWO ihre Pläne angepasst und konzentriert sich nun ausschließlich auf Hortplätze. Grund dafür ist die Auslastung der bestehenden Kindergärten in Anklam und die aktuelle Bevölkerungsentwicklung.

Laut Jahnke würde ein zusätzlicher Kindergarten keinen Mehrbedarf decken, sondern lediglich Kinder aus anderen Einrichtungen anziehen, was für alle Kita-Anbieter in der Stadt keine Vorteile brächte. Stattdessen sollen zunächst 88 Hortplätze geschaffen werden, mit der Option, in Absprache mit dem Jugendamt aufzustocken. Neben dem Nachmittagshort sind auch Frühhortplätze geplant.

Die Bauarbeiten sollen bereits in den nächsten Wochen ab April beginnen, die Fertigstellung ist für September 2027 vorgesehen. Dies ist auch für die bewilligten Fördermittel in Höhe von 1,8 Millionen Euro entscheidend, die nun für das Projekt zur Verfügung stehen.

Weitere Projekte: Praxisangebot und Garagenabriss

Erfolge verzeichnet die AWO auch beim sogenannten roten Haus in der Klosterstraße. Der Pflegepunkt und das Servicewohnen sind bereits in eine besser geeignete Immobilie in der Baustraße umgezogen. In der Klosterstraße plant die AWO nun einen Praxisbetrieb, der Physio- und Ergotherapie kombiniert, sowie den Stützpunkt eines ambulanten Pflegedienstes.

Die oberen Zimmer sollen als Unterkunft für ausländische Auszubildende genutzt werden, voraussichtlich aus Indien, die schon zum kommenden Ausbildungsjahr einziehen könnten. Ab Mitte dieses Jahres rückt zudem der Abriss der Garagen in den Fokus, über den die Nutzer bereits informiert wurden.

Geplant ist ein Neubau, der von Seniorenwohnen bis hin zu behindertengerechten Wohneinheiten viele Möglichkeiten bietet. Die genaue Ausstattung soll sich nach dem Bedarf in der Stadt richten, wobei die AWO insbesondere die aktuell im Bau befindliche Hanseresidenz von privaten Investoren in der Friedländer Landstraße im Blick hat.

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