Enttäuschung im Stadion: Deutsche Fans verlassen vorzeitig die Partie
Die ersten Fans verließen das Stadion bereits, während die Partie noch lief. Hoffnung verspürte in den letzten Minuten des dritten WM-Spiels der Nationalmannschaft gegen Ecuador im Stadion von New Jersey keiner mehr. Dafür hallten die „Ecuador“-Rufe der Fans in Gelb umso lauter über die Ränge, die hauptsächlich in Gelb getaucht waren.
Frühe Führung durch Sané – dann die Wende
Dabei hatte für Deutschland im letzten Gruppenspiel der Weltmeisterschaft alles gut angefangen. Nach nicht einmal zwei Minuten traf Leroy Sané zum schnellsten deutschen WM-Tor seit 1934. Die deutschen Fans jubelten. Ein junger Ecuadorfan begann zu weinen.
Doch die Freude in der deutschen Fankurve währte nur kurz. Dem Team aus Südamerika gelang der Ausgleich, danach dominierte es über weite Strecken das Spiel. Am Ende stand es 2:1 für Ecuador. Dementsprechend schlecht war die Stimmung bei den deutschen Anhängern danach.
Frustrierte Fans: „Das war keine Leistung, für die sich das Ticket gelohnt hat“
Viele, die extra nach New York angereist waren, hatten sich mehr erhofft. Niklas kam mit seinem Vater aus Marburg an die Ostküste. Dass Deutschland schon nach zwei Spielen als Gruppensieger feststand, sieht er im Rückblick als Problem: „Wenn kein Druck dahinter ist, fehlt die richtige Mentalität“, sagt er. Der 28-Jährige schaute mit seinem Vater erst das Spiel in Toronto, von dort ging es dann nach New York. Den vermeintlich leichteren Gegner am Montag könnte man noch schaffen, aber: „Das Achtelfinale gegen Frankreich wird richtig schwer.“
Insgesamt zeigt sich Niklas vor allem frustriert über die Leistung – um der Fans willen. „Ich bin auch extra mit meinem Vater angereist, hab viel Geld in die Hand genommen. Das war keine Leistung, für die sich das Ticket gelohnt hat.“
Weiter geht es: Sechzehntelfinale in Boston gegen Paraguay oder Frankreich?
Während Niklas enttäuscht zurück nach Deutschland fliegt, sind viele deutsche Fans schon auf dem Weg zum nächsten Spiel. Am Montag trifft die deutsche Mannschaft im Sechzehntelfinale in Boston möglicherweise auf Paraguay. Endgültig entscheidet sich das erst am Sonntagmorgen deutscher Zeit am letzten Gruppenspieltag. Beim bislang letzten Aufeinandertreffen gegen Paraguay 2002 gewann Deutschland im Achtelfinale dank eines späten Tores von Oliver Neuville – und zog am Ende sogar ins Finale ein.
Gemischte Gefühle: Lob für ecuadorianische Fans und Optimismus trotz Niederlage
Viele, die am Donnerstag im Stadion waren, hatten bereits im Vorfeld auf einen deutschen Gruppensieg spekuliert und auch Tickets für das Spiel in Boston gekauft, wie zum Beispiel Sonja. Vor Beginn der Weltmeisterschaft waren ihre Erwartungen nicht besonders hoch: „Es war ja auch eine durchwachsene Qualifikation.“
Und sie bleibt weiterhin kritisch: „Wir müssen insgesamt noch mehr als Mannschaft zusammenwachsen und dadurch dann insgesamt in der Defensive noch besser werden“, sagt sie. Sonst dürfte es vor allem im möglichen Achtelfinale gegen Frankreich verdammt schwer werden.
Eine Gruppe aus Hamburg, für die das Ecuador-Spiel der erste Stadionbesuch ihrer Reise war, bleibt trotz der Niederlage optimistisch. Mit Respekt blicken sie trotzdem zu den jubelnden Gegnern: „Die ecuadorianischen Fans waren schon geil, man gönnt es denen richtig.“ An der eigenen Zuversicht ändert das nichts: „Wir glauben immer noch, dass wir weit kommen.“
Auch Veronika lässt sich von der Niederlage nicht entmutigen: „Ich bin mir sicher, die werden sich mega konzentrieren und weiterkommen.“, sagt sie. Auch wenn das heute keine Glanzleistung gewesen sei, glaubt sie: „Die schaffen das. Die kommen zurück zum Finale nach New York.“



