Die deutsche Nationalmannschaft hat ihr letztes Gruppenspiel bei der Fußball-WM 2026 gegen Ecuador mit 1:1 (1:1) beendet. Trotz der frühen Führung durch Leroy Sané in der 2. Minute reichte es nicht zum Sieg. Ecuador, das dringend einen Erfolg für das Weiterkommen benötigte, zeigte sich nach dem Ausgleich durch Angulo (31. Minute) stark verbessert und hielt dem Druck stand.
Frühe Führung durch Sané – VAR bestätigt Treffer
Bereits in der Anfangsphase nutzte Leroy Sané eine Vorlage von Florian Wirtz, der nach einem Einwurf auf der linken Seite den Ball eroberte und quer auf den Elfmeterpunkt legte. Sané schob mit links cool ein – der Treffer wurde nach kurzer VAR-Prüfung anerkannt. „Ausgerechnet Leroy Sané, der wohl umstrittenste deutsche Spieler in der Startelf“, kommentierte unser Reporter Jörg Leopold. Die deutsche Elf spielte in dunkelblauen Auswärtstrikots, Ecuador in gelb-blauen Landesfarben.
Ecuador kämpft sich zurück – Angulo mit Traumtor
Nach dem Führungstor ließ Deutschland nach und bot Ecuador zunehmend Räume. In der 31. Minute nutzte Angulo einen Ballverlust von Nmecha vor dem Strafraum. Halblinks freistehend traf er wunderschön unten rechts ins Eck. „Danach brechen alle Dämme bei Ecuador, endlich erzielen die Südamerikaner ihr erstes Tor bei der WM. Man darf es als kleines Geschenk der Deutschen bezeichnen“, so Leopold. Ecuador-Fans feierten ausgelassen, während die deutschen Anhänger fassungslos wirkten.
Nagelsmann: „Wir müssen alles geben“
Bundestrainer Julian Nagelsmann hatte vor dem Spiel betont: „Wir haben einen Gegner vor der Brust, bei dem es tabellarisch noch um alles geht. Ich glaube, das ist gut für uns, weil wir dann vielleicht den einen oder anderen Raum mehr kriegen.“ Er nahm nur zwei Wechsel im Vergleich zum letzten Spiel vor: Rüdiger ersetzte Schlotterbeck, Raum begann für den verletzten Nathaniel Brown. Die große Rotation blieb aus. Nagelsmann erklärte: „Die Veränderungen sind notgedrungen durch Verletzungen. Ich glaube, dass es der richtige Weg ist, weiter Rhythmus zu finden.“
Deutschland schwimmt – Ecuador zweikampfstark
Nach dem Ausgleich hatte Ecuador die besseren Chancen. Die DFB-Elf wirkte in den Zweikämpfen oft unterlegen. „Ecuador ist obenauf, vor allem in den Zweikämpfen. Die DFB-Elf muss aufpassen, sich hier nicht den Schneid abkaufen zu lassen. Da fehlt es gerade so ein bisschen an Intensität“, analysierte Leopold. Immerhin kam Havertz zu einem Kopfball, den er aber nicht platziert genug setzte – Torhüter Galindez packte sicher zu. Eine Trinkpause in der 15. Minute sollte die deutschen Spieler wachrütteln.
Parallelspiel: Elfenbeinküste führt – Ecuador braucht Sieg
Im Parallelspiel führte die Elfenbeinküste gegen Curacao 1:0 und näherte sich damit Platz zwei in der Gruppe. Für Deutschland hatte das keine Bedeutung mehr, da die DFB-Elf bereits als Gruppensieger feststand. Ecuador hingegen brauchte einen Sieg, um realistische Chancen auf das Weiterkommen als einer der besten Gruppendritten zu wahren. Nach dem 1:1 schöpften die Ecuadorianer neue Hoffnung: „Wir können es schaffen“, hörte unsere Korrespondentin Helena Wittlich immer wieder aus den Fan-Blöcken.
Stimmung im Stadion: Ecuador-Fans dominieren
Helena Wittlich berichtete von einer Überzahl ecuadorianischer Fans im MetLife Stadium in New Jersey. „Auf geht‘s, wir sind Ecuadorianer“ und „Heute müssen wir gewinnen“ skandierten sie. Die Stimmung im deutschen Block war nach dem frühen Tor zunächst gut, doch nach dem Ausgleich machte sich Fassungslosigkeit breit. „Selbst die motivierenden Klänge der Marching Band helfen offenbar nicht“, so Wittlich. Bei knapp 30 Grad und wechselndem Sonne-Wolken-Mix um 16 Uhr Ortszeit war es ein intensives Spiel.
Defensiv stark, offensiv schwach: Ecuadors Probleme
Ecuador war vor diesem Spiel eines von drei Teams bei der WM, das noch keinen Treffer erzielt hatte. Defensiv gehörte es zu den besten vier Mannschaften. Trainer Beccacece stand vor einem „Endspiel um seinen Job“, wie es im Vorfeld hieß. Der Gegnercheck von Charlotte Bruch hatte aufgezeigt: „Einst Zweiter der Südamerika-Qualifikation, nun mit nur einem Punkt in der WM-Gruppe. Ecuador enttäuscht bislang bei dieser WM, und die Geduld der Fans scheint am Ende.“
Brown-Wechsel zu Bayern perfekt
Neben dem Spiel gab es eine wichtige Personalie: Der Wechsel von Nationalspieler Nathaniel Brown von Eintracht Frankfurt zum FC Bayern ist laut Sky perfekt. Der 23-jährige Linksverteidiger erhält einen Fünfjahresvertrag, die Ablöse soll 55 Millionen Euro betragen. Brown fehlte gegen Ecuador wegen Adduktorenproblemen. Eine offizielle Bestätigung der Klubs lag zunächst nicht vor.
Deutschland beendet die Gruppe als Erster und trifft im Achtelfinale auf einen der besten Gruppendritten. Ecuador muss auf Schützenhilfe hoffen, um doch noch die K.o.-Runde zu erreichen.



