DFB-Präsident Neuendorf und DFL verurteilen Dynamo-Hertha-Krawalle scharf
Die Deutsche Fußball Liga (DFL) und DFB-Präsident Bernd Neuendorf haben die gewalttätigen Ausschreitungen beim Zweitliga-Spiel zwischen Dynamo Dresden und Hertha BSC in aller Deutlichkeit verurteilt. Die Vorfälle im Dresdner Rudolf-Harbig-Stadion am vergangenen Samstag werden als schwerwiegender Angriff auf die Fankultur und die Sicherheit im deutschen Profifußball bewertet.
„Vollkommen indiskutabel“: Stellungnahmen von DFB und DFL
„Die einzigartige Fankultur in Deutschland gerät durch Gewalttäter wie beim Spiel zwischen Dynamo Dresden und Hertha BSC in Verruf. Die Szenen, die wir am vergangenen Samstag im Rudolf-Harbig-Stadion erleben mussten, sind vollkommen indiskutabel“, erklärte DFB-Präsident Bernd Neuendorf gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bunds habe die Ermittlungen zu den Vorfällen bereits aufgenommen, um die Hintergründe schnellstmöglich aufzuklären.
Die DFL äußerte sich in ähnlich klaren Worten: „Diese Krawalle haben nichts mit Fankultur zu tun. Wir setzen uns seit Monaten für sinnvolle und vertretbare Sicherheitsmaßnahmen ein, um die hohe Sicherheit in den Stadien zu stärken und die positive Fankultur zu wahren. Diese Vorfälle gefährden Fankultur und den gesamten Fußball.“ Der Ligaverband betonte, dass eine schnelle und konsequente Aufarbeitung der Geschehnisse im Sinne aller 36 Clubs sei, die gemeinsam den deutschen Profifußball ausmachen.
Polizeiliche Ermittlungen und politische Reaktionen
Die Polizei in Dresden hat mehr als ein Dutzend Ermittlungsverfahren eingeleitet, nachdem es während des Spiels zu schweren Ausschreitungen gekommen war. Zunächst wurde von beiden Fanlagern Pyrotechnik gezündet, anschließend kletterten Fans über die Zäune. Dresdner Anhänger rannten vermummt entlang des Spielfeldes zum Hertha-Fanblock und entwendeten dort eine Gäste-Fahne. Pyrotechnik wurde hin und her geschossen, was zu einer gefährlichen Eskalation führte.
Schiedsrichter Sven Jablonski musste die Begegnung nach anfänglichem Abbrennen von Pyrotechnik ein zweites Mal unterbrechen und schickte die Teams in die Kabine. Polizisten versuchten, das Geschehen in den Griff zu bekommen und Dynamo-Fans wieder in ihren Block zurückzudrängen, doch die Situation blieb angespannt.
Sachsens Innenminister Armin Schuster (CDU) sprach von „einem Skandalspiel“ und kündigte Konsequenzen an. „Der Charakter der nächsten Innenministerkonferenz wird auch maßgeblich davon geprägt sein, wie drakonisch die Konsequenzen sind, die aus diesen Krawallexzessen gezogen werden“, sagte Schuster. Diese Äußerung unterstreicht die politische Dimension der Vorfälle und den Druck auf die Verantwortlichen, wirksame Maßnahmen zu ergreifen.
Folgen für den deutschen Fußball
Die Krawalle bei Dynamo gegen Hertha werfen ernste Fragen zur Sicherheit in deutschen Fußballstadien auf. Während DFB und DFL betonen, dass sie sich für den Erhalt der positiven Fankultur einsetzen, zeigen die jüngsten Ereignisse, wie schnell Gewalt die Atmosphäre im Sport vergiften kann. Die schnelle Aufarbeitung durch den Kontrollausschuss des DFB und die polizeilichen Ermittlungen sind erste Schritte, doch langfristig müssen alle Beteiligten – Vereine, Verbände und Behörden – zusammenarbeiten, um solche Vorfälle zu verhindern.
Die Deutsche Fußball Liga betont, dass die Sicherheit der Fans und die Integrität des Sports oberste Priorität haben. Die kommenden Wochen werden zeigen, welche konkreten Maßnahmen aus den Ermittlungen resultieren und wie der deutsche Profifußball auf diese Herausforderung reagiert, um seine einzigartige Fankultur zu schützen.



