DFB weist Bayern-Protest ab: Luis Diaz bleibt gegen Union Berlin gesperrt
DFB weist Bayern-Protest ab: Diaz bleibt gesperrt

DFB-Urteil bestätigt: Bayern-Star Diaz verpasst Spiel gegen Union Berlin

Der FC Bayern München muss im Bundesliga-Spitzenkampf gegen den 1. FC Union Berlin am kommenden Samstag auf seinen Stürmer Luis Diaz verzichten. Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes hat den Einspruch des Rekordmeisters gegen die Gelb-Rote Karte für den kolumbianischen Nationalspieler im Einzelrichterverfahren als unbegründet verworfen.

Sportgericht begründet Entscheidung ausführlich

Stephan Oberholz, Chef des DFB-Sportgerichts, erläuterte die Ablehnung des Bayern-Protestes mit klaren Worten: "Dass die Entscheidung des Schiedsrichters unter Berücksichtigung der Fernsehbilder wahrscheinlich so nicht erfolgt wäre, ist für die sportgerichtliche Wertung nicht erheblich." Entscheidend sei vielmehr, dass es sich um eine Tatsachenentscheidung handle, die nur bei gravierenden, offenkundigen und zweifelsfrei objektiven Fehlern korrigiert werden könne. Diese Voraussetzungen seien im Fall Diaz nicht gegeben, so die offizielle Begründung.

Die Münchner hatten nach dem 1:1-Unentschieden bei Bayer Leverkusen heftig protestiert, nachdem Schiedsrichter Christian Dingert selbst eingestanden hatte, die zweite Gelbe Karte für eine vermeintliche Schwalbe von Diaz sei ein Fehler gewesen. "Wenn ich jetzt die Bilder sehe, würde ich das so nicht mehr geben", hatte der 45-jährige Unparteiische erklärt.

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Hitzige Debatten um Schiedsrichterleistungen

Die Bayern-Führung reagierte mit scharfer Kritik auf die umstrittene Entscheidung. Ehrenpräsident Uli Hoeneß bezeichnete die Leistung des Schiedsrichter-Teams in der "Bild"-Zeitung als "die schlechteste Leistung eines Schiedsrichter-Teams, die ich je bei einem Bundesligaspiel erlebt habe". Vorstandschef Jan-Christian Dreesen forderte über den Sender Sky vom DFB, "das Niveau der Leistungen seiner Schiedsrichter zu verbessern".

Dieses aggressive Vorgehen des Tabellenführers stieß jedoch nicht überall auf Verständnis. Der ehemalige Nationalspieler und Bayern-Profi Dietmar Hamann kritisierte die Haltung der Münchner Führung scharf: "Das ist doch eines Weltvereins nicht würdig. Du musst doch auch mal in der Niederlage - die es ja nicht mal war - das mit Respekt und Würde anerkennen, dass Fehler gemacht werden oder auch nicht", äußerte der heutige Experte.

Rechtliche Möglichkeiten für Bayern

Gegen das aktuelle Urteil des Sportgerichts können die Münchner innerhalb von 24 Stunden noch einmal Einspruch einlegen. Ob der Rekordmeister von dieser Möglichkeit Gebrauch machen wird, blieb zunächst offen. Für das wichtige Auswärtsspiel bei Union Berlin muss Trainer Thomas Tuchel nun auf jeden Fall eine Alternative für die Offensivposition von Luis Diaz finden.

Die Entscheidung des DFB-Sportgerichts unterstreicht erneut die strengen Regularien im deutschen Profifußball, bei denen Tatsachenentscheidungen der Schiedsrichter nur in extremen Ausnahmefällen korrigiert werden. Der Fall Diaz zeigt deutlich die Spannungen zwischen Vereinen, Schiedsrichtern und Sportgericht auf, die regelmäßig die Bundesliga begleiten.

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