Leverkusen – Es war das Tor, über das am 32. Spieltag am meisten diskutiert wurde. Dem Treffer von Leverkusens Patrik Schick (30) zum 1:0 beim 4:1-Sieg über Leipzig ging ein langer Abschlag von Torwart Mark Flekken (32) voraus, der von einem Balljungen hinter seinem Tor einen Ball zugeworfen bekommen und blitzschnell reagiert hatte.
Balljunge als Torhelfer
Während Flekken sich nach dem Treffer mit ausgestrecktem Daumen bei seinem „Helfer“ bedankte, regten sich die Leipziger schon in der Pause auf und beschwerten sich bei Schiri Tobias Welz (48). Leipzig-Trainer Ole Werner (37) monierte: „Wir haben erst vor einem halben Jahr bei der Trainertagung darüber gesprochen. Es ist schon ein Unterschied, ob man den Ball zugeworfen bekommt oder man ihn sich holen muss. Es geht darum, dass es einheitlich ist. Und da es die Regel gibt, sollte man sie auch einheitlich umsetzen.“
DFB und DFL nehmen Stellung
BILD fragte beim DFB und der DFL nach: Hätte das Tor etwa nicht zählen dürfen? Alex Feuerherdt (56), Leiter Kommunikation und Medienarbeit der „DFB Schiri GmbH“, erklärt: „Das von Bayer Leverkusen gegen Leipzig erzielte 1:0 war nach den Fußballregeln zu 100 Prozent korrekt. Der Schiedsrichter und auch der VAR haben in so einem Fall keine Handhabe und es hätte auch keine Notwendigkeit gegeben, einzugreifen. Die Partie ist mit dem Abstoß korrekt fortgesetzt worden, so wie es im Sinne des Spiels sein soll.“
Der Balljungen-Zoff geht in die nächste Runde! Die DFL teilt auf BILD-Nachfrage mit: „Das Multiball-Konzept wurde zur Saison 2025/26 zunächst als Empfehlung und schließlich zum 25. Spieltag verpflichtend eingeführt. Die Umsetzung dieser neuen Regelung und damit nach vielen Jahren erstmals veränderten Praxis verläuft bislang zufriedenstellend. Einzelfälle, wie die von Ihnen beschriebene Situation, nehmen wir zum Anlass, alle Beteiligten fortlaufend und klar für die korrekte Anwendung zu sensibilisieren.“
Rüffel für Leverkusen
Mit anderen Worten: Das ist ein Rüffel des Ligaverbandes Richtung Leverkusen! In Leipzig wurde sogar vermutet, dass Bayer eine Geldstrafe hätte bekommen können, weil dies laut Spielordnung möglich wäre. Das soll nach BILD-Informationen aber nicht geschehen, weil die Regelung erst seit einigen Wochen gültig ist. Heißt jedoch: Eine Wiederholung sollte es nicht geben.
Leverkusens Sport-Boss Simon Rolfes (44) erklärt gegenüber BILD: „Wir nehmen das zur Kenntnis und werden auch in Zukunft darauf achten. Es sollen die gleichen Bedingungen für alle Teams in allen Stadien gelten. Deswegen sind wir als Klub und ich als Mitglied der ,Kommission Fußball‘ der DFL klare Befürworter des Multiball-Konzepts, das wir übrigens in Leverkusen seit Corona als einer der ersten Vereine eingeführt haben.“
In Leverkusen kümmern sich bei einem Bundesliga-Heimspiel vier „Volunteers“ um die Bälle. Im zweiten Durchgang gegen Leipzig hatte Schiri Welz Bayer-Kapitän Robert Andrich (31) und Flekken angewiesen, mit den beiden Volunteers hinter Flekkens Tor zu sprechen, was umgehend geschah. Alex Feuerherdt sagt dazu: „Der Schiedsrichter kann darauf einwirken, dass die Ballkinder oder Ballholer die Bälle immer auf die jeweiligen Stationen oder Hütchen legen. Das ist beim Spiel zwischen Leverkusen und Leipzig in der zweiten Halbzeit geschehen.“



