Münchens Oberbürgermeister im Kontrollgremium des Rekordmeisters
Der FC Bayern München hat ein neues prominentes Gesicht in seinem Aufsichtsrat: Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) gehört seit kurzem zum neunköpfigen Kontrollgremium des deutschen Rekordmeisters. Bei der turnusmäßigen Sitzung in der Allianz Arena saß Reiter erstmals am Tisch mit Aufsichtsratschef Herbert Hainer sowie den Fußballlegenden Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge.
Doppelfunktion ohne Interessenskonflikt
Bereits am 7. Februar wurde der 67-jährige Reiter, der aktuell um seine Wiederwahl als Münchner Oberbürgermeister kämpft, zum Vorsitzenden des Verwaltungsbeirats des FC Bayern gewählt. Laut Vereinssatzung zieht der Verwaltungsbeirats-Chef automatisch auch in den Aufsichtsrat ein. In beiden Funktionen folgt Reiter auf den früheren bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber (CSU), der im Alter von 84 Jahren auf eigenen Wunsch ausgeschieden ist.
"Mit Dieter Reiter an der Spitze wird der Verwaltungsbeirat auch künftig seinen Beitrag zur Weiterentwicklung des Vereins leisten", sagte Stoiber zu seinem Abschied. Reiter selbst sieht keinen Interessenskonflikt zwischen seinem OB-Amt und den neuen Funktionen beim FC Bayern. Er nehme beide Positionen als Privatperson wahr und verwies darauf, dass Münchens Alt-OB Christian Ude während seiner Amtszeit ebenfalls 13 Jahre lang im Aufsichtsrat des TSV 1860 München gesessen habe.
Einflussreiches Gremium mit weitreichenden Kompetenzen
Der Aufsichtsrat des FC Bayern gehört zu den einflussreichsten Kontrollgremien im deutschen Profifußball. Neben Präsident Hainer ist auch dessen erster Stellvertreter Dieter Mayer vertreten. Die Fußballgrößen Hoeneß und Rummenigge bringen ihre Expertise insbesondere in sportlichen Fragen ein – bei Transfers, Vertragsverhandlungen und Trainerentscheidungen.
Der Vorstand um CEO Jan-Christian Dreesen verfügt über einen freien Handlungsspielraum von bis zu 50 Millionen Euro. Alle höheren Investitionen müssen jedoch vom Aufsichtsrat abgesegnet werden. Bei den heutigen Transfer- und Gehaltsdimensionen im Profifußball sind 50 Millionen Euro schnell erreicht, was die zentrale Rolle des Aufsichtsrats im Tagesgeschäft unterstreicht.
Wirtschaftsgrößen und politische Prominenz
Der wirtschaftliche Einfluss im Aufsichtsrat ist beachtlich: Thorsten Langheim ist Vorstand der Deutschen Telekom AG, dem Hauptsponsor des FC Bayern. Jan Heinemann fungiert als General Counsel & Chief Compliance Officer der Adidas AG. Adidas gehört neben Audi und Allianz zu den drei externen Anteilseignern an der FC Bayern AG, die jeweils 8,33 Prozent halten. Dem FC Bayern e.V. gehören 75 Prozent der Anteile.
Von der Allianz ist Michael Diekmann, der Vorsitzende des Aufsichtsrats beim Versicherungsgiganten, vertreten. Komplettiert wird das Gremium von Gernot Döllner, dem Vorstandsvorsitzenden der Audi AG. Die wirtschaftliche Dimension dieser Unternehmen ist immens: Allein im Jahr 2024 erzielte Audi 64,5 Milliarden Euro Umsatz, Adidas 23,68 Milliarden und die Allianz 179,8 Milliarden Euro.
Hochkarätig besetzter Verwaltungsbeirat
Nicht nur der Aufsichtsrat, sondern auch der Verwaltungsbeirat des FC Bayern ist mit prominenten Namen besetzt. Unternehmerin Alexandra Schörghuber fungiert als stellvertretende Vorsitzende hinter Reiter. Weitere Mitglieder sind:
- Dorothee Bär (CSU/Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt)
- Georg Fahrenschon (CSU/früherer bayerischer Finanzminister)
- Marion Kiechle (Direktorin der Frauenklinik des Klinikums rechts der Isar)
- Lars Klingbeil (SPD-Chef, Vizekanzler und Bundesfinanzminister)
- Hildegard Müller (CDU/Präsidentin des Verbandes der Automobilindustrie)
- Elisabeth Promberger (Vorsitzende der Geschäftsleitung bei Rewe Süd)
- Klaus-Peter Röhler (Vorstandsmitglied der Allianz SE)
- Josef Schmid (CSU/Wirtschaftsjurist und früherer Zweiter Bürgermeister von München)
- Alexander Sixt (Chef des Autovermieters Sixt SE)
- Max Viessmann (CEO der Viessmann Group)
Damit vereint der FC Bayern in seinen Kontrollgremien Topkräfte aus Politik und Wirtschaft, die den Verein strategisch begleiten und seine Entwicklung maßgeblich mitbestimmen.



