Remmo-Clan-Mitglieder zu Haft verurteilt: Brandanschläge auf JVA-Mitarbeiterautos
Remmo-Clan: Haft für Brandanschläge auf JVA-Autos

Remmo-Clan-Mitglieder zu Haftstrafen verurteilt: Brandanschläge auf Autos von Gefängnismitarbeitern

In einem aufsehenerregenden Prozess sind drei Angeklagte, darunter zwei Mitglieder des berüchtigten Remmo-Clans, wegen Brandanschlägen auf Fahrzeuge von Justizvollzugsbeamten zu Haftstrafen verurteilt worden. Die Taten richteten sich gegen Mitarbeiter der Justizvollzugsanstalt Heidering im brandenburgischen Großbeeren und wurden laut Gericht aus dem Gefängnis heraus angeordnet.

Racheaktion für konfisziertes Handy

Laut den Ermittlungen und dem Urteil des Berliner Landgerichts war Asies Remmo (28) der Auftraggeber der Brandanschläge. Der Clan-Angehörige saß im Frühjahr 2024 eine Haftstrafe von fünfeinhalb Jahren wegen Drogenhandels in der JVA Heidering ab. Aus Rache dafür, dass ihm ein Justizbeamter bei einer Zellenkontrolle sein Mobiltelefon weggenommen hatte, soll er die Anschläge auf die Autos missliebiger Gefängnisbediensteter befohlen haben.

Die Vorsitzende Richterin betonte in ihrer Urteilsbegründung, dass die Taten „Ignoranz und Arroganz gegenüber unseren Regeln und unserem Rechtsstaat“ demonstrierten. Asies Remmo wurde wegen Anstiftung zur Brandstiftung zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und drei Monaten verurteilt.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Zwei weitere Täter verurteilt

Sein Bruder Abdallah Remmo (23), der die Brände schließlich legte, erhielt wegen Brandstiftung eine Haftstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten. Der dritte Angeklagte, Oskar K. (23), wurde wegen Brandstiftung sowie versuchter Brandstiftung zu einer Gesamtstrafe von sechs Jahren und drei Monaten verurteilt. In dieses Urteil wurde eine frühere Verurteilung zu mehr als fünf Jahren Haft einbezogen.

Alle drei Angeklagten hatten vor Gericht gestanden. Asies Remmo belastete dabei seinen Bruder und Oskar K. mit seinen Aussagen, was das Gericht als „sehr werthaltiges Geständnis“ wertete. Zur Wiedergutmachung des entstandenen Schadens hat Asies Remmo inzwischen 50.000 Euro gezahlt.

Zwei erfolgreiche Anschläge, zwei eingestellte Verfahren

Die Brandanschläge fanden im März und April 2024 statt. Während bei einem ersten Versuch am 16. März die Flammen noch rechtzeitig entdeckt und gelöscht werden konnten, brannten bei einem zweiten Anschlag am 23. April vor dem Gefängnis Heidering neun Fahrzeuge vollständig ab. Die Verfahren zu zwei weiteren Brandanschlägen im Juni 2024 vor Gefängnissen in Berlin hatte das Gericht jedoch eingestellt.

Die Motive der Täter waren unterschiedlich: Während Asies Remmo aus Rache handelte, gab sein Bruder an, sich auf Weisung seines Bruders beteiligt zu haben. Der Anwalt von Oskar K. erklärte, sein Mandant habe die Anschläge „aus falsch verstandener Loyalität und Freundschaft“ begangen.

Justizsenatorin begrüßt Urteil als wichtiges Signal

Berlins Justizsenatorin Felor Badenberg (CDU) zeigte sich erfreut über die erfolgreiche Aufklärung der Taten. „Es ist ein wichtiges Signal an unsere Beschäftigten, dass wir die Ermittlungen mit Hochdruck geführt haben und abschließen konnten“, erklärte die 50-jährige Politikerin.

Sie betonte weiter: „Ihre Sicherheit innerhalb und außerhalb ihres Dienstes hat für uns Priorität und wir dulden keine aus dem Vollzug heraus geplanten Straftaten!“ Das Urteil unterstreiche die Entschlossenheit der Justizbehörden, gegen kriminelle Aktivitäten aus dem Gefängnisumfeld konsequent vorzugehen.

Die Verurteilungen markieren einen weiteren Schritt im Kampf gegen Clan-Kriminalität in der Hauptstadtregion und demonstrieren die Entschlossenheit der Justiz, auch gegen aus dem Gefängnis heraus organisierte Straftaten vorzugehen.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration