EPA-Bilanz 2025: Deutsche Patentanmeldungen sinken, Computertechnik boomt
Das Europäische Patentamt (EPA) hat im Jahr 2025 einen historischen Rekord verzeichnet: Über 200.000 Patentanmeldungen gingen ein, was einem Anstieg von 1,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Insgesamt wurden 201.974 Anträge registriert, ein neuer Höchstwert in der Geschichte der Behörde. Allerdings zeigt die Auswertung des sogenannten Technology Dashboard gemischte Trends für Deutschland.
Rückgang bei deutschen Anmeldungen, aber Spitzenposition gehalten
Erfinderinnen, Erfinder und Unternehmen aus Deutschland reichten 2025 insgesamt 24.476 Patentanmeldungen ein. Im Vorjahr waren es noch 25.033 Anträge, was einem Rückgang von 2,2 Prozent entspricht. Patentanmeldungen gelten als ein wichtiger Frühindikator für Investitionen in Forschung und Entwicklung. Trotz des leichten Rückgangs bleibt Deutschland das anmeldestärkste Land in Europa und liegt weltweit auf Platz zwei hinter den USA, die 47.008 Anmeldungen verzeichneten (minus 1,6 Prozent). China konnte sich erstmals an Japan vorbeischieben und erreichte mit 22.031 Anmeldungen (plus 9,7 Prozent) den dritten Platz im globalen Ranking.
Computertechnik als Wachstumstreiber
In einem Bereich verzeichnete Deutschland jedoch ein deutliches Plus: Die Computertechnik legte um 10,3 Prozent zu, mit insgesamt 1.719 Anmeldungen. Damit gehört dieses Technologiefeld zu den drei stärksten Bereichen für deutsche Anmelder. Zu den Top 15-Anmeldern in der Computertechnik beim EPA zählen Siemens, Robert Bosch und die Fraunhofer-Gesellschaft. In den KI-bezogenen Teilbereichen wurden 279 Patente aus Deutschland gemeldet, wobei der deutsche Anteil an allen KI-bezogenen Patentanmeldungen beim EPA bei 11,4 Prozent lag.
Führende Sektoren und Unternehmen
An der Spitze der deutschen Patentanmeldungen steht weiterhin der Bereich Elektrische Maschinen, Geräte und Energie mit 1.921 Anmeldungen, allerdings mit einem Rückgang von 5,4 Prozent. Dahinter folgt das Transportsegment mit 1.737 Anmeldungen (minus 9,1 Prozent). Trotz dieses Rückgangs bleibt Deutschland im Transportbereich führend und steht für 17,6 Prozent aller europäischen Patentanmeldungen in diesem Sektor.
Unter den größten Anmeldern beim EPA liegen weiterhin Samsung, Huawei und LG vorn. Aus Deutschland gehören Siemens auf Platz 6 und BASF auf Platz 8 zu den Top Ten. Insgesamt schafften es vier europäische Unternehmen in die ersten zehn Plätze, wobei Nokia einen bemerkenswerten Aufstieg von Platz 12 im Jahr 2024 auf Platz 5 verzeichnete. Robert Bosch ist der drittgrößte Anmelder aus Deutschland und erreicht im globalen Ranking Platz 14.
Starke Leistung von Forschungseinrichtungen
Die Fraunhofer-Gesellschaft zeigte 2025 ein starkes Wachstum bei den Patentanmeldungen und verdrängte damit das französische Forschungsinstitut CEA von der Spitzenposition im Ranking der europäischen Forschungseinrichtungen. Diese Entwicklung unterstreicht die Bedeutung öffentlicher Forschung für die Innovationskraft in Europa.
EPA-Präsident António Campinos betonte, dass die Auswertung zeigt, welche Industrien Fortschritte erzielt haben und wo noch Lücken bestehen. In Europa bleibe ein besonderer Fokus auf strategische Sektoren wie Künstliche Intelligenz, Halbleiter, Gesundheit und Quantentechnologien notwendig, um die Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern.



